Die Profilseite des Saarländischen Verkehrsverbundes (saarVV):
Botschaften, Hintergründe, Fakten, Statements & mehr zum saarVV und ÖPNV im Saarland

Einstieg

Busse & Bahnen bewegen die Menschen. Sie sind unverzichtbar für eine funktionierende Gesellschaft.

Elke Schmidt

Elke Schmidt
Geschäftsführerin der SNS GmbH

Dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kommt eine bedeutende Rolle bei der Lösung entscheidender gesellschaftlicher Herausforderungen zu.

Busse & Bahnen bieten Mobilität für alle sozialen Gruppen und sichern so grundlegende Strukturen des alltäglichen Zusammenlebens, sei es im Beruf, in der Schule oder in der Freizeit. Sie sind umweltfreundlich, energieeffizient, ressourcenschonend, zukunftsorientiert, entlasten nachhaltig den Straßenverkehr und erbringen so einen großen Nutzen für das Gemeinwohl.

Diese wichtige Rolle nimmt der ÖPNV natürlich auch im Saarland ein, im Besonderen seitdem im Jahre 2005 mit der Gründung des Saarländischen Verkehrsverbundes (saarVV) ein saarlandweit einheitliches Tarifsystem für die Nutzung von Bussen & Bahnen installiert wurde. Dadurch haben sich die Strukturen des ÖPNV in der Region deutlich verbessert.

Zielgruppenorientierte Ticketangebote, attraktive Serviceleistungen, zeitgemäße Digitalisierungsangebote und Kommunikationsmaßnahmen bringen seitdem entscheidende Erleichterungen für die Fahrgäste. Je attraktiver und leistungsfähiger der ÖPNV im Saarland ist, umso mehr Menschen sind für einen grundlegenden Bewusstseinswandel in Bezug auf die eigene Mobilität zu begeistern. Komfortsteigerung, Serviceorientierung, Fahrgastinformation, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Kundendialog sind hier die entscheidenden Qualitätskriterien, um die Menschen als Fahrgäste zu binden und neu zu gewinnen. Das bietet der saarVV.

Trotz des demografischen Wandels mit abnehmender Bevölkerungszahl wählen jährlich ca. 71 Millionen Fahrgäste im Saarland Busse & Bahnen als bevorzugtes Beförderungsmittel. Das erspart unserer Gesellschaft Millionen von Autofahrten und unterstützt den Wirtschaftsstandort Saarland.

Der saarVV hatte und hat große Herausforderungen zu bewältigen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Lösungen für anstehende Problemstellungen zu finden und diese umzusetzen. So bietet der saarVV den Menschen in der Region eine wichtige und attraktive Alternative zum Individualverkehr – zum Wohle der Fahrgäste, der Gesellschaft und der Wirtschaft.

Ohne die Förderung durch die Landesregierung und Aufgabenträger und ohne das Engagement der beteiligten Verkehrsunternehmen wäre die positive Entwicklung des saarVV nicht möglich gewesen.

Elke Schmidt

Geschäftsführerin der SNS Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH

(Die SNS GmbH nimmt die vielfältigen Aufgaben des saarVV wahr und koordiniert sie.)

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Fahrgäste im Saarland nutzen 2019 Busse & Bahnen als bevorzugtes Beförderungsmittel

Entwicklung der Fahrgastzahlen

Bevölkerung nach Altersgruppen im Saarland (2017)

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Über 10 %
Abnahme der Bevölkerung in der Gruppe der bis 18-Jährigen im Zeitraum 2000 bis 2016

„Wir steigen wieder ein!“

Interview mit SNS-Geschäftsführerin Elke Schmidt zu der Situation des saarVV und des ÖPNV im Saarland während der Corona-Pandemie

Frau Schmidt, im März 2020 überrollte unsere Gesellschaft die Corona-Pandemie mit allen Konsequenzen und Entwicklungen. Wie hat der saarVV darauf reagiert?
Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Fahrgastzahlen und Einnahmen ausgewirkt?
Welche Hilfen benötigen die Verkehrsunternehmen im saarVV angesichts der Folgen der Corona-Pandemie?
Haben die niedrigeren Fahrgastzahlen auch mit Ängsten der Bevölkerung vor Ansteckung mit dem Corona-Virus in den Bussen und Bahnen zu tun?
Mit welchen Auswirkungen rechnen Sie für den ÖPNV im Saarland und für den saarVV?
Frau Schmidt, im März 2020 überrollte unsere Gesellschaft die Corona-Pandemie mit allen Konsequenzen und Entwicklungen. Wie hat der saarVV darauf reagiert?

Elke Schmidt: Mit Beginn der Corona-Krise war das Wichtigste: Die Gesundheit geht vor. Insbesondere die Ausbreitung des Coronavirus muss verlangsamt werden. Alle Maßnahmen waren darauf ausgerichtet, Fahrgäste und Personal wie Busfahrer, Zugbegleiter und Mitarbeiter in den Kundenzentren zu schützen. Im März und April 2020 kam es daher zu einschneidenden Maßnahmen. Die Verkehrsunternehmen im saarVV bemühten sich in der Hochzeit der Krise, den Betrieb aufrechtzuerhalten, um die notwendige Mobilität zur Versorgung der Bevölkerung zu er- möglichen. Trotzdem kam es zu Einschränkungen. Das Angebot an Fahrten von Bus & Bahn wurde angesichts des Rückgangs an Fahrgästen reduziert. Die Hygiene- und Abstandsvorgaben brachten Sicherheitsmaßnahmen mit sich, die den Komfort in den Fahrzeugen und beim Ticketkauf einschränkten. Der Fahrscheinverkauf beim Fahrer musste vorübergehend eingestellt werden, Kundenzentren wurden für den Publikumsverkehr geschlossen und waren nur noch telefonisch oder online erreichbar. Wir haben deshalb noch im März 2020 eine spezielle Webseite entwickelt und veröffentlicht, die über aktuelle Entwicklungen zum ÖPNV im Saarland in Bezug auf die Corona-Pandemie auf dem Laufenden hält.
Mit dem schrittweisen Aufheben der Kontaktbeschränkungen ab Ende April 2020 begannen die Verkehrsunternehmen im saarVV die Wiederaufnahme des Normalbetriebs. Es war wichtig, schnell ein ausreichendes Mobilitätsangebot mit Bus & Bahn zu schaffen, damit unsere Gesellschaft wieder durchstarten konnte. Deshalb initiierten wir Ende April eine Informationskampagne mit dem Slogan „Wir steigen wieder ein!“, welche die Maßnahmen während dieser Corona-Zeit im saarländischen ÖPNV verdeutlicht. Diese gaben wir breit gestreut an die Fahrgäste weiter – in Form von Flyern, Anzeigen, Plakaten, Informationsfilmen, Promotionaktionen, Social Media u.v.m. Im Fokus standen da- bei die Hygiene- und Schutzmaßnahmen, wie das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung bei der Nutzung der Verkehrsmittel so- wie an Bahnhöfen, Haltestellen und in Kundenzentren der Verkehrsunternehmen des saarVV.
Ein Kernpunkt der Kampagne war es, an die Eigenverantwortlichkeit der Fahrgäste zu appellieren, die Hygieneetikette bewusst zu beachten und einzuhalten. Daneben sollte die positive Wahrnehmung des ÖPNV zur Mobilitätssicherung gesteigert werden. Dafür wurden u. a. Mund-Nasenbedeckungen saar- landweit an stark frequentierten Haltepunkten durch mehrere Promotionsteams verteilt. Insgesamt wurden so im Mai und Juni 2020 über 200.000 Flyer, 20.0000 Mund-Nasenbedeckungen sowie 10.000 Hygienetücher ausgegeben. Wir wollten mit diesen Kommunikationsmaßnahmen auf die Dringlichkeit der Beachtung der Abstands- und Hygienerichtlinien in Corona-Zeiten hinweisen. Die kostenlose Verteilung der Mund-Nasenbedeckungen sollen die Vorgaben der Gesetzgeber und die Eigenverantwortung bei den Bürgerinnen und Bürger im Saarland unterstützen. Das gilt auch für die Informationsbroschüre, mit wichtigen Informationen zu Hygiene- und Abstandshinweisen bei der Nutzung von Bussen und Bahnen im saarVV, die gleich- zeitig mit den Masken ausgehändigt wurde.
Ab Juli 2020 wird eine bundesweite Kampagne zur Rückgewinnung von Vertrauen und von Fahrgästen im ÖPNV umgesetzt, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gemeinsam mit den Bundesländern und dem Bundesverkehrsministerium realisieren will. Ziel dieser Kampagne ist es, über die Rückgewinnung von Kundinnen und Kunden einen langfristigen Erhalt der Fahrgeldeinnahmen und der Finanzierung des ÖPNV auch mit Blick auf die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor sicherzustellen. Das Saarland und der saarVV beteiligen sich an dieser Kampagne.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Fahrgastzahlen und Einnahmen ausgewirkt?

Elke Schmidt: Auch seit Rückkehr in den Regelfahrplan An- fang Mai 2020, der Ermöglichung des Fahrscheinverkaufs beim Fahrer und der Wiederaufnahme des Schulbetriebes liegen die Erlöse und damit die beförderten Personen deutlich unter denen des Vorjahres. Die Anzahl der beförderten Personen hat sich im Monatsvergleich Mai 2019 zu 2020 um rund 18 % verringert, die Erlöse um rund 25 %. Danach lie- gen die Einnahmeverluste nur für den Monat Mai 2020 mit rund 1,8 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau. Bis Mai 2020 haben wir seit Beginn der Corona-Pandemie einen Einnahmeverlust von 6,5 Mio. Euro – und das in nur 2 1/2 Monaten. Zudem erhielten saarVV-Abo-Kunden dank der finanziellen Unterstützung durch die Landesregierung eine Kulanzrege- lung mit Preisreduzierungen, da viele Fahrgäste durch das Arbeiten im Homeoffice, die Schulschließungen und weite- re Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie, Busse und Bahnen weniger nutzten als üblich. Wir reduzierten für unsere Stammkunden in den Monaten Mai und Juni 2020 die entsprechenden Preise bei den Schülerabonnements um je 50 %, bei den Jedermann-Abos um je 25 %. Die reduzierten Preise wurden automatisch bei den kommenden Abbuchungen berücksichtigt – ein Dank für die Treue unserer Kunden in Corona-Zeiten. So wurde auch ein erstes Zeichen gesetzt, damit die vielen kleinen und mittelständischen Busunternehmen im Saarland eine Überlebenschance haben und die Busfahrerinnen und Busfahrer – unsere Heldinnen und Helden des Alltags – ihren Arbeitsplatz be- halten.
Generell steht der ÖPNV in der Corona-Krise vor der großen Herausforderung, dass die Einnahmen massiv wegbrechen, die Kosten für den laufenden Betrieb nicht nur unverändert bleiben, sondern durch die erforderlichen zusätzlichen Hygieneschutzmaßnahmen noch steigen. So müssen die Verkehrsunternehmen wegen der höheren Hygienestandards mehr Geld für die Reinigung ihrer Fahrzeuge aufwenden. Damit der Fahrscheinverkauf beim Fahrer wieder aufgenommen werden konnte, wurden eine Trenneinrichtung bzw. Schutzscheibe zwischen Fahrerarbeitsplatz und Fahrgastraum eingebaut.

Welche Hilfen benötigen die Verkehrsunternehmen im saarVV angesichts der Folgen der Corona-Pandemie?

Elke Schmidt: Trotz der langsamen Rückkehr zur Normalität, die nach den Sommerferien an Dynamik gewinnt, sind die Verluste der Verkehrsunternehmen im saarVV so hoch, dass diese ohne Unterstützung nicht aufgefangen werden können. Der Bund hat zugesagt, dass er sich im Rahmen eines Konjunkturpakets bundesweit mit 2,5 Milliarden an einem ÖPNV-Rettungsschirm beteiligt. Diese Mittel werden einmalig über eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel ausgeschüttet. Das Saarland, das aktuell Vorsitzland der Verkehrsministerkonferenz ist, erarbeitet einen geeigneten Ausgleichmechanismus für die Spitzabrechnung zwischen den Ländern. Als Basis dafür sollen die tatsächlichen Fahrgeldverluste, abzüglich coronabedingter Kosteneinsparungen dienen. Die diesbezügliche Bundesrahmenregelung muss allerdings bei der EU noch notifiziert werden.
Als nächstes ist die Beteiligung der Länder an dem ÖPNV-Rettungsschirm zu klären. Denn die einmalige Erhöhung der Regionalisierungsmittel durch den Bund deckt bundesweit – laut der Berechnungen des VDV, der von Verlusten in Höhe von rund 5 Mrd. Euro in 2020 ausgeht – die Lücke bei den Fahrgeldeinnahmen in Deutschland nur zur Hälfte. Den Verkehrsunternehmen ist dabei bewusst, dass ein solcher Rettungsschirm eine gemeinsame Kraftanstrengung ist und damit ein solidarisch zu finanzierendes Instrument darstellt. Hinzu kommen weitere Konjunkturpakete. Die halbjährliche Senkung des Mehrwertsteuersatzes bis Ende 2020 trägt sicherlich zur wirtschaftlichen Stabilisierung und Liquiditätssicherung der Verkehrsunternehmen bei. Die befristete Absenkung der Mehrwertsteuer auf den Preis des Fahrscheines ist aber kurzfristig, administrativ und technisch nicht umzusetzen. Wie wir diese Einsparung an unsere Kunden dennoch weitergeben können wird aktuell zwischen den Verkehrsunternehmen abgestimmt.

Haben die niedrigeren Fahrgastzahlen auch mit Ängsten der Bevölkerung vor Ansteckung mit dem Corona-Virus in den Bussen und Bahnen zu tun?

Elke Schmidt: Beim saarVV gab es sehr wenige Rückmeldungen wegen Ansteckungsängsten von Fahrgästen. Dazu trug sicherlich unsere Aufklärungs- und Informationskampagne im Mai und Juni bei. Gemäß Rechtsverordnung „Amtsblatt des Saarlandes“ hat der Betreiber, also das Verkehrsunternehmen, durch geeignete Maßnahmen auf die Verpflichtungen zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung hinzuweisen, Zudem soll möglichst ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Unsere Fahrgäste werden darauf hingewiesen, diese Vorgaben strikt einzuhalten. Ins- besondere der Gebrauch der Mund-Nasenbedeckungen ist von essentieller Wichtigkeit.
Das zeigt aber auch, dass die Verkehrsunternehmen bei der Einhaltung der Vorgaben auf die Eigenverantwortung der Fahrgäste angewiesen sind. Letztlich haben diese Sicherheit und Hygiene in Bus & Bahn bis zu einem gewissen Punkt selbst in der Hand, indem sie sich bspw. in den Fahrzeugen verteilen, mehr Zeit einplanen und nicht kurz vor Abfahrt zur Haltestelle zu kommen.
Zur Gewinnung von Sicherheit trägt auch bei, dass für die Fahrgäste die Neuerungen gut sichtbar sind. Abtrennungen zu Busfahrern, deutliche Hygienehinweise, aber auch Maß- nahmen im Hintergrund wie verkürzte Reinigungsintervalle und Desinfektionen von Fahrzeugen dienen erkennbar dem Infektionsschutz und fördern die Gesundheit der Fahrgäste.
In Bezug auf die erforderlichen Hygienemaßnahmen haben die Verkehrsunternehmen im saarVV alle Vorkehrungen getroffen, um das Infektionsrisiko für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Sie intensivieren die Reinigung der Fahrzeuge. Die Reinigungsintervalle werden erhöht. In Waschräumen der Bahnhöfe stehen Desinfektionsmitteln bereit. Kontaktflächen wie Haltestangen, Glasscheiben oder Toilettensitze werden häufiger desinfiziert. So wird alle getan, dass Bus- und Bahnfahren auch in Zeiten von Corona eine saubere und sichere Sache ist.
Das bestätigen Erkenntnisse aus Österreich. Die Epidemiologen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) konnten – laut VDV – keine Ansteckungen im öffentlichen Verkehr und in Geschäften währen der Corona-Pandemie nachweisen.

Mit welchen Auswirkungen rechnen Sie für den ÖPNV im Saarland und für den saarVV?

Elke Schmidt: Die Corona-Krise hat maßgeblichen Einfluss auf den ÖPNV im Saarland, der bisher noch nicht in seinem vollen Umfang abzuschätzen ist. Mit den wirtschaftlichen Auswirkungen haben die Verkehrsunternehmen noch auf unbestimmte Zeit zu kämpfen. Bis es zum Niveau der Fahrgastzahlen kommt, die vor der Corona-Pandemie im saarVV herrschte, wird es noch einige Zeit dauern. Das gilt insbesondere auch für den Berufs- und Schülerverkehr.
Wenn man das Fahrgastniveau aus der „Vor-Corona-Zeit“ erreichen und zugleich die Abstandsregeln voll einhalten will, müssten die Verkehrsunternehmen – laut VDV – etwa fünf Mal mehr Busse und Bahnen fahren lassen. Das ist in vielerlei Hinsicht unrealistisch, u. a. da die Fahrzeuge und Strecken fehlen, keine Kapazitäten auf den Schienen mehr frei und nicht ausreichend Personal vorhanden ist.
Deswegen wird auch in den kommenden Jahren eine Unterstützung des ÖPNV, wegen pandemiebedingten Mindereinnahmen, von Bund und Land notwendig sein. Denn ohne entsprechenden Ausgleich künftiger Verluste besteht das Risiko, dass die Branche gezwungen ist die Fahrpreise massiv zu erhöhen und das Verkehrsangebot zu kürzen. Das widerspricht aber den Bemühungen aller Beteiligten in den vergangenen Jahren, den ÖPNV der Umwelt zuliebe attraktiver zu machen. Leistungseinstellungen oder eine Ausdünnung des bestehenden Angebots dürfen keine Option sein.
Im Gegenteil: Um die Klimaziele zu erreichen, wollen Bund und Länder den ÖPNV ausbauen. Bis 2030 sollen ein Drittel mehr Busse und Bahnen fahren, auch mehr Güterverkehr soll auf der Schiene verkehren. Dazu müssten die Taktzeiten verkürzt, neue Strecken gebaut und entsprechende Geldmittel aufgebracht werden. Nur so kann der ÖPNV seine Rolle als Rückgrat einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität behalten und ausbauen. Denn ein attraktiver ÖPNV ist essentiell für die selbstbestimmte Mobilität von Millionen Menschen. Zudem ist er ein Schlüssel für die Erreichung der Klimaziele. Leidet die Reputation des Nahverkehrs in Folge der Corona-Krise, kann das auf lange Sicht fatale Folgen haben. Politik und Branche müssen sich daher ihrer Pflicht bewusst sein und alles tun, um den ÖPNV gerade jetzt zukunftsfähig zu machen.

Saarland Autoland: Hoher Motorisierungsgrad

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Kraftfahrzeuge pro 1000 Einwohner

© Quelle2

Profil

Der Verbund: Optimiertes Nahverkehrsangebot für eine mobile und umweltorientierte Gesellschaft

Mit dem saarVV wurde am 1. August 2005 ein gemeinsamer Tarif für alle öffentlichen Nahverkehrsmittel im gesamten Saarland eingeführt. Seitdem können die Fahrgäste des ÖPNV mit einem einzigen Fahrschein jedes Nahverkehrsmittel der Region auf ihrer Fahrstrecke nutzen – ganz nach dem Motto: „Ein Ticket für Bus & Bahn“.

Das war zuvor nicht der Fall. Der Aufbau im Nahverkehrsraum war kleinräumlich zersplittert. Für die Kunden ergaben sich erhebliche Nachteile: durch unterschiedliche Tarife und Beförderungsbedingungen sowie unzureichend abgestimmte Übergänge auf der Straße und der Schiene.

Um den Fahrgästen eine attraktive Alternative zum Individualverkehr bieten zu können und die Qualität des ÖPNV im Saarland zu verbessern, ist ein durchgängiger, leicht verständlicher Tarif zwingend notwendig. Wer heute im Saarland mit Bus & Bahn unterwegs ist, erlebt mit dem saarVV ein einheitliches und serviceorientiertes Nahverkehrsangebot. Dadurch entspricht der saarVV dem gestiegenen Mobilitätsbedürfnis der heutigen Gesellschaft.

Die gewählte Form eines Unternehmensverbunds bedeutet eine klare Trennung zwischen den beteiligten Verkehrsunternehmen und den Aufgabenträgern. Zurzeit gehören 15 Verkehrsunternehmen zum saarVV.

Die vielfältigen Aufgaben des saarVV nimmt die Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH (SNS GmbH) wahr. Bedingt durch den Wettbewerb sind seit Verbundgründung immer wieder neue Verkehrsunternehmen hinzugekommen oder weggefallen, was zu einer Veränderung der Beteiligungsverhältnisse der SNS GmbH geführt hat und weiter führen wird.

Philosophie

Die Verbesserung der Mobilität unserer Fahrgäste steht im Mittelpunkt

Etablierung eines einheitlichen Tarifsystems für die Nutzung von Bus & Bahn im Saarland

Grundlage der Tarifgestaltung bei Gründung des saarVV war der gemeinsame Wabenplan der Verkehrsunternehmen. Zur Fahrpreisermittlung wurde die Fläche des Saarlandes in Waben eingeteilt. Jede Wabe entspricht einer Preisstufe. Die bis dahin geltenden Fahrpreise der einzelnen Verkehrsunternehmen wurden durch den saarVV-Tarif ersetzt. Die Fahrgäste konnten endlich mit nur einem Fahrschein jedes Nahverkehrsmittel der Region auf der von ihnen gewählten Fahrstrecke nutzen. Der neue Verbundtarif brachte so für mehr als die Hälfte der Fahrgäste eine Verbilligung – dank der Einführung marktgerechter Ticketangebote.

Ziele des saarVV

• den Tarifverbund durch einen einheitlichen Marktauftritt konsolidieren,

• die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Verkehrsunternehmen ausbauen,

• das Bewusstsein für den ÖPNV in der Bevölkerung durch das gemeinschaftliche Auftreten aller Beteiligten im saarVV stärken.

Einflussfaktoren

Der ÖPNV im Saarland sieht sich dabei negativen Einflussfaktoren ausgesetzt – insbesondere den Folgen des demografischen Wandels mit abnehmenden Bevölkerungszahlen und den steigenden Personal- und Energiekosten.

Lösungen bei Problemstellungen

Der saarVV bietet Lösungen bei gesellschaftlichen und politischen Problemstellungen – den sogenannten Megatrends. Dazu gehören zum Beispiel der Umweltschutz, die Ressourcenverknappung, der strukturelle Wandel in der Gesellschaft oder die Steigerung des Verkehrsaufkommens.

Lösungsansätze, durch die der saarVV einen hohen Stellenwert in der saarländischen Mobilitätskette besitzt

Die Steigerung von Qualität, Service, Effizienz und damit Attraktivität des ÖPNV im Saarland ist und bleibt vorrangiges Ziel des saarVV, indem:

  • die vorhandenen Fahrgäste nachhaltig an den ÖPNV gebunden werden,
  • potentielle Neukunden von den bestehenden Vorteilen des ÖPNV überzeugt werden,
  • den Fahrgästen in der Region eine echte Alternative zum Individualverkehr geboten wird.

Wabenplan des saarVV

Mobilität

In unserer Gesellschaft hat sich Mobilität zu einem wichtigen Grundbedürfnis entwickelt

ÖPNV als Schlüssel für moderne Mobilität

Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für grundlegende soziale Strukturen und bestimmt entscheidend das Leben und Arbeiten in der Region. Der ÖPNV nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Es ist die Aufgabe eines leistungsfähigen ÖPNV, für das veränderte und erhöhte Mobilitätsbedürfnis der Menschen flexible Lösungen zu schaffen.

Standortfaktor ÖPNV

Mobilität ist ein wichtiger Standortfaktor für Länder und Regionen. Der ÖPNV in Deutschland besitzt einen vergleichsweise hohen Standard. Das gilt für die Städte ebenso wie für die ländlichen Räume. Um einen bedeutenden Platz als Wirtschaftsstandort einzunehmen und zu halten, ist ein hochwertiger ÖPNV eine maßgebliche Voraussetzung. Das sieht auch die saarländische Regierung so, die mit Mobilitätskonzepten den ÖPNV in der Region stärkt.

Megatrends

Megatrends verändern das Mobilitätsverhalten der Menschen. Der Ausbau des ÖPNV im Saarland ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer wirtschaftlich wie ökologisch nachhaltigen Verkehrspolitik. Der ÖPNV kann das Mobilitätsbedürfnis in der Gesellschaft so gestalten, dass negative Folgen für Mensch und Umwelt minimiert werden, die wirtschaftliche Entwicklung gesichert und eine soziale Teilhabe für alle gewährleistet wird. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen beeinflussen das Mobilitätsverhalten der Menschen. Zwei dieser sogenannten Megatrends spielen dabei eine maßgebliche Rolle: der demografische Wandel in der Gesellschaft und die steigenden Energiepreise.

Demografische Entwicklung

Grundsätzlich werden die Menschen in unserer Gesellschaft älter und wollen gleichwohl mobil bleiben. Aufgrund niedriger Geburtenraten nimmt die Zahl der Einwohner im Saarland zudem kontinuierlich ab. Dementsprechend ändern sich die Nutzerstrukturen im ÖPNV der Region und die Fahrgastzahlen stagnieren beziehungsweise reduzieren sich.

Die Zahl der Schüler wird sich kontinuierlich verringern. Sie bleiben allerdings, genau wie die Senioren und die Erwerbstätigen, eine zentrale Kundengruppe. Lediglich die Gewichtung wird sich verschieben.

In den Ballungsräumen sind immer mehr Menschen auf ein leistungsstarkes Verkehrsangebot angewiesen. Der Wunsch nach kurzen Wegen und alternativen Mobilitätsmitteln steigt. Der Individualverkehr wird zunehmend mit Bus & Bahn kombiniert. In ländlichen Regionen sinken dagegen die Bevölkerungszahlen und damit auch die Nachfrage nach Verkehrsleistungen.

Um im Saarland weiterhin einen attraktiven und finanzierbaren ÖPNV gewährleisten zu können, muss auf diese demografischen Veränderungen reagiert werden. Hierzu bedarf es der engen Zusammenarbeit zwischen den Aufgabenträgern und dem saarVV.

Hohe Energiekosten

Die hohen Energiekosten stellen ein weiteres Problem dar. Gerade der Individualverkehr wird durch steigende Benzinpreise zunehmend teurer. Die Fahrzeuge des ÖPNV sind davon betroffen. Fakt ist: Je mehr Menschen den ÖPNV nutzen, desto kostengünstiger wird er – gerade im Vergleich zum Pkw. Dabei ist es wichtig herauszuheben, dass Bus & Bahn nicht in einer Konkurrenzsituation zu den Pkw stehen, sondern die Verkehrsmittel sich ergänzen können, zum Beispiel durch die sinnvolle und fahrgastorientierte Anbindung an Sammeltaxis.

Multimodale Vernetzung

Die Mobilität in unserer Gesellschaft wandelt sich rasant und wird von demografischen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen beeinflusst. So legen die Menschen Wege zunehmend in einem Mix aus Bahn, Bus, Straßenbahn, Fahrrad, zu Fuß, Leih- oder Mitfahrauto zurück. Das eigene Auto verliert – insbesondere in den Städten – dabei immer mehr an Bedeutung.

Diese neue Form der Mobilität, die sogenannte Multimodalität – mit einem starken ÖPNV als Rückgrat – ist sowohl für den urbanen als auch für den ländlichen Raum ein wichtiges Zukunftsmodell. Sie fördert die individuelle Mobilität und die Lebensqualität vor allem in Städten: durch weniger Lärm, mehr Sicherheit, Sauberkeit und Umweltfreundlichkeit.

Ziel des saarVV ist es, zu einem attraktiven Komplettangebot in der Kombination der Verkehrsmittel und so zur Verkehrsverlagerung beizutragen. Dazu wird in Zukunft die effektive Vernetzung mit Elektromobilen, Carsharing und Fahrradverleih gehören. Die Umstellung des Individualverkehrs auf Elektroantriebe und die zunehmende Vernetzung solcher E-Mobile mit dem ÖPNV bietet eine Chance für eine zukunftsorientierte Mobilität.

Ein Beispiel: Die mit Abstand meisten Wege werden für die Versorgung zurückgelegt, während berufliche und dienstliche Fahrten etwa ein Fünftel der Wege im ÖPNV ausmachen. Hier kann der saarVV aktiv und lösungsorientiert ansetzen.

Durch die Einführung des E-Tickets ist eine Integration für den Zugang und die Bezahlung der Systeme ÖPNV mit Carsharing geschaffen worden.

Anforderungen und Chancen

Der saarVV sieht es als seine Aufgabe an, auf diese Gegebenheiten im ÖPNV zu reagieren. Der Verbund, die Aufgabenträger und die Verkehrsunternehmen stehen vor der Herausforderung, intelligente Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die den lokalen und regionalen Rahmenbedingungen, politischen Forderungen und wirtschaftlichen Ansprüchen Rechnung tragen. Das Ziel des Verbundes ist es, dem Mobilitätsverhalten der modernen Gesellschaft mit einem angepassten Nahverkehrsangebot gerecht zu werden, das sich schrittweise den Entwicklungen angepasst. Denn die Realisierung von Zukunftsszenarien – wie autonom fahrende Busse oder Bahnen – wird noch einige Jahre dauern.

990.700
Einwohnerzahl im Saarland bis 2050

Bevölkerungsentwicklung im Saarland bis 2050

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Nachhaltigkeit

Der ÖPNV ist gelebter Klimaschutz

Umwelt(en) besser! Weniger Schadstoffe mit Bus & Bahn: Das ist sauber!

Eine große Chance für die Zukunft unserer globalisierten Welt liegt in der ganzheitlichen Betrachtung von Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung. Dabei spielt nachhaltige Mobilität und insbesondere der umweltschonende ÖPNV eine entscheidende Rolle. Der ÖPNV leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Er verursacht in Deutschland im Vergleich zum Pkw durchschnittlich weniger als die Hälfte der CO2-Emissionen. Die Nutzung von Bussen & Bahnen anstelle von Fahrzeugen des Individualverkehrs spart bundesweit ca. 15 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Wer also mit Bus & Bahn fährt, reduziert umweltschädliche Emissionen und agiert aktiv ökologisch.

Besser für Stadt, Mensch & Umwelt: Klimafreundliche Fahrzeuge

Die Fahrzeuge, die im saarVV eingesetzt werden, entsprechen sehr hohen Anforderungen an den Umwelt- und Klimaschutz. Die Busse besitzen eine ausgereifte und umweltfreundliche Fahrzeugtechnik mit schadstoff- und geräuscharmen Motoren, speziellen Katalysatoren und Filtern. Auch die Saarbahn steht für umweltfreundlichen Betrieb und effizienten Einsatz von knappen Ressourcen. Die Deutsche Bahn setzt zum Betrieb ihrer Züge im Saarland Ökostrom ein. Dadurch können jährlich über 10.000 Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase vermieden werden. Zudem werden immer mehr Strecken elektrifiziert. Generell achten die Verkehrsunternehmen im saarVV darauf, ältere Fahrzeuge durch moderne und damit energiesparende zu ersetzen, die Auslastung der Fahrzeuge zu erhöhen sowie die Busfahrer und Zugführer in einer energieeffizienten Fahrweise zu schulen. Im Rahmen der Zielsetzung, den CO2-Ausstoß im Saarland zu reduzieren, trägt der saarVV als Verbund umweltschonender Verkehrsträger wesentlich dazu bei, die CO2-Konzentration zu verringern. Ökologische Maßnahmen wie das bewusste Wasserrecycling bei der Fahrzeugwäsche sind zusätzlicher Beweis für den gelebten Klimaschutz im saarVV.

Weniger (Verkehr) ist mehr (Effizienz): Die Energieersparnis ist ein Systemvorteil für Busse & Bahnen

Bei der Umweltorientierung und der sparsamen Nutzung der Energie, haben Busse & Bahnen die Nase gegenüber dem Individualverkehr eindeutig vorne. Das liegt daran, dass die gemeinschaftliche Beförderung vieler Menschen weniger Energie benötigt als individuelle Fahrten oder Einzeltransporte. Hohe Spritpreise, steigendes Verkehrsaufkommen und zunehmende Umweltbelastung sprechen gegen die ständige Nutzung des Pkw und für die Vorteile des ÖPNV: Kostenersparnis in Verbindung mit mehr Umweltschonung. Der saarVV sieht es als seine Aufgabe an, den Teilnehmern des motorisierten Individualverkehrs zu verdeutlichen, dass sie im Sinne der Sparsamkeit und aus ökologischen Gründen verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollten.  Denn wer nachrechnet, stellt schnell fest: Mit Bus & Bahn fahren die Menschen kostensparender und umweltschonender. Vor allem für Pendler und Vielfahrer lohnt es sich, die Einsparpotenziale zu prüfen.

Generationengerechtigkeit: Verantwortung bei Umweltschutz und Effizienzmaßnahmen für die Zukunft

Wir alle tragen beim Thema Umweltschutz und Energieverbrauch die Verantwortung für kommende Generationen. Es ist unsere Aufgabe, eine Vorbildrolle einzunehmen: beim eigenen Umgang mit der Umwelt genauso wie bei der Erziehung und Aufklärung. Denn die Kinder von heute sind die Klimaschützer von morgen. Indem sie spielerisch die Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel für Stadt und Umwelt kennenlernen, sollen sie rechtzeitig für das Thema Klimaschutz sensibilisiert und zu überzeugten Nutzern des ÖPNV werden. Der saarVV und die Verkehrsunternehmen kooperieren mit dem Bildungsministerium und mit Schulen, indem Maßnahmen zur richtigen Nutzung des ÖPNV angeboten werden. Neben dem Sicherheitsaspekt spielt hier die Fokussierung auf Ökologie und Ressourcenschonung eine wichtige Rolle.

Energieoptimierung & Ressourcenschonung

Über die ständige Anpassung des Angebots an eine sich ändernde Nachfrage sorgen die Verkehrsunternehmen im saarVV und die Aufgabenträger dafür, dass die Energieressourcen im Verkehr sparsam und wirtschaftlich eingesetzt werden. Die Verkehrsunternehmen im saarVV optimieren die Linienführungen, verändern Fahrzeuggrößen oder etablieren angepasste Tarifsysteme zur Steigerung der Auslastung in Schwachverkehrszeiten. Auch wenn die Pünktlichkeit im ÖPNV ein wichtiger Faktor ist, lassen sich durch eine entsprechende Fahrweise einige Prozent an Energie einsparen. Längst gehört die energieoptimierte Fahrweise, unterstützt durch Verbrauchsanzeigen und technische Hilfsmittel, zur Aus- und Fortbildung des Fahrpersonals.Zudem nutzen Busse & Bahnen die eingesetzten finanziellen und materiellen Ressourcen durch ihre hohen Fahrleistungen nachhaltig. Die Lebensdauer eines Schienenfahrzeugs wird üblicherweise mit ca. 30 Jahren, die eines Busses mit ca. 15 Jahren angesetzt. Die tatsächliche Nutzungsdauer liegt oft noch darüber.

Bewusst leben – bewusst mobil: Die Aufmerksamkeit auf ökologischen Nutzen des ÖPNV richten

Dem saarVV ist es wichtig, die Vorteile des ÖPNV für die Umwelt öffentlichkeitswirksam herauszustellen. Der Verbund will mit Kommunikationsaktionen die ökologische Verantwortung und Akzeptanz in der Bevölkerung steigern. Mit den ökologischen Wettbewerbsvorteilen des ÖPNV sollen Menschen zunehmend weg von der Nutzung des Autos und hin zu den klimafreundlichen Mobilitätsalternativen Bus & Bahn gebracht werden.

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Mio. Tonnen CO2-Einsparung im Jahr durch die Nutzung des ÖPNV im Vergleich zum PKW

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Ökologischer Vorteil des ÖPNV gegenüber dem Auto

Digitalisierung

Zeitgemäße Technologie für unsere Fahrgäste

Die Digitalisierung beeinflusst die Entwicklung des ÖPNV

Es sind die neuen IT-Applikationen, die den Zugang zu Informationen erleichtern und die flexible Nutzung der Mobilitätsangebote und deren Kombination ermöglichen. Immer mehr Menschen haben die Fahrplanauskunft mit ihrem Smartphone in der Hosentasche oder planen ihre Wege über elektronische Kanäle wie Apps – abhängig von Ziel, Wetter, Verkehrslage und Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln. Sie recherchieren Fahrten und Strecken, buchen Tickets und bringen sich zeitnah über die Verkehrssituation auf den neuesten Stand. Informationen sollten daher idealerweise aktuell und individualisiert bereitgestellt werden sowie jederzeit und überall verfügbar sein. Die Grundlage dafür ist, dass Daten zu den Standorten von Fahrzeugen und Personen sowie zu Tarifen und Routenauskünften miteinander verknüpft werden.

Moderner Fahrgast-Service bedeutet unmittelbare Kundeninformation

Der saarVV hat sich den Herausforderungen der Digitalisierung gestellt und beschäftigt sich mit den Entwicklungen und Chancen, die sie für die Fahrgäste bietet.

Wichtig ist dabei die Etablierung digitaler Plattformen, um einen intelligenten und einfachen Zugang zu Service- und Mobilitätsleistungen zu eröffnen. Dabei sind der Kontakt zum Fahrgast und der verantwortungsvolle Umgang mit den Kundendaten entscheidend.

Fahrgastauskunft & Kundenservice

Pünktlichkeit, Taktung, Anschlusssicherung, Anzeige von Störungen und Verspätungen sind Qualitätsziele der Verkehrsunternehmen im saarVV. Dazu gehört es, den Fahrgästen Abfahrtszeiten in Echtzeit zu bieten und sie während der Fahrt über das aktuelle Verkehrsangebot zu informieren. Digitale, optische und akustische Fahrgastinformationssysteme sowie moderne, digitale Medien sind dafür die Grundlage.

Leitsysteme für ÖPNV und Fahrgäste

Im saarVV werden mit verschiedenen Betriebsleitsystemen Anschlüsse zwischen Bus und Bahn aufeinander abgestimmt und Daten zwischen den Verkehrsunternehmen ausgetauscht. Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen bei diesem modernen Störungsmanagement auf digitale Technologien wie GPS-Empfänger. Die Daten werden in Echtzeit über verschiedene Anwendungen an die Fahrgäste übermittelt. Dazu zählen Computer, Tablets und Smartphones sowie stationäre Fahrgastinformationssysteme mit Abfahrtsanzeigen in Bahnhöfen und auf Bahnsteigen, Infotainment in Bussen und Bahnen mit Linienverlaufsanzeigen sowie Ansagen und Anzeigegeräte in Fahrzeugen.

Datendrehscheibe des ZPS

Die Geschäftsstelle des ZPS betreibt eine landesweite Datendrehscheibe und Fahrplanauskunft für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr im Saarland. Ist-Informationen der Busse und Bahnen werden hier zur Fahrgastinformation aufbereitet und den Kunden via Web-Portal, stationären Fahrgastinformationsanlagen, mobiler Endgeräte etc. zur Verfügung gestellt. Außerdem werden die Verspätungsinformationen zur Anschlusssicherung genutzt. Zu diesen Zwecken kann auch eine Weitergabe der Ist-Daten an benachbarte Aufgabenträger erfolgen.

Echtzeit-Anzeigetafeln

An ausgewählten Halte- und Übergangsstellen im Saarland liefern digitale und barrierefreie Anzeigetafeln die Anzeige von Echtzeitinformationen. Diese elektronischen Anzeiger, die den Fahrgästen die nächsten Abfahrtszeiten der Verkehrsmittel auf einen Blick anzeigen, wurden bereits an mehreren saarländischen Haltestellen und Bahnhöfen bzw. ÖPNV-Knotenpunkten installiert. So sind u. a. in Saarbrücken, Saarlouis, Homburg und Neunkirchen dynamische Anzeigen mit Fahrgastinformationen in Gebrauch. Die Fahrgastinformationsanzeiger verfügen mit einer „Text-to-speech“-Funktion über eine behindertengerechte Ausstattung. Der angezeigte Text wird dabei durch den Fahrgast per Knopfdruck in eine akustische Sprachausgabe umgewandelt. Sehbehinderte können sich die Informationen zu den Busverbindungen so über einen Lautsprecher ansagen lassen.

Saarfahrplan: die Fahrplanauskunft für Bus & Bahn

Die Echtzeitdaten sind im Saarfahrplan unter www.saarfahrplan.de integriert. Mit dieser Online-Fahrplanauskunft als Webseite erhalten die Fahrgäste mit wenigen Eingaben verlässliche Fahrplaninformationen für die regionalen Bus- und Bahnverbindungen im saarVV.

Saarfahrplan als App

Der Saarfahrplan hat sich als benutzerfreundliche App für iPhone- oder Android-Handys bei den Fahrgästen etabliert. Die komfortable Fahrplanauskunft besitzt eine optimierte Benutzeroberfläche für die Verbindungsauskunft – mit der Angabe von Haltestellen, Adressen, besonderen Zielen oder des aktuellen Standorts. Zusätzlich zu den Verkehrsauskünften bietet die App aktuelle Verkehrsmeldungen. Damit ist der Fahrgast über Verspätungen, Baustellenumleitungen oder sonstige aktuelle Verkehrsmeldungen gut informiert.

Die Fahrgäste können mit der App die aktuell berechneten Abfahrtszeiten inklusive eventueller Verspätungen direkt auf ihrem Smartphone empfangen. Nach Eingabe von Start- und Zieladresse, Datum und Uhrzeit ermittelt das Auskunftssystem die Bus- und Bahnverbindungen für die nächstgelegenen Haltestellen. Die App ist gratis zum Download im iTunes Store und bei Google Play erhältlich.

Moderne Ticketautomaten

Die Fahrkartenautomaten im saarVV vereinfachen mit Berührungsbildschirmen den Ticketkauf. Sie führen die Fahrgäste schittweise durch ein einfach strukturiertes Menü. Dazu gibt der Kunde sein Fahrziel an, wählt aus dem angezeigten Barfahrscheinsortiment ein entsprechendes Ticket und kann bar oder mit Kreditkarte bezahlen.

„Mobilität 4.0“: Herausforderungen und Möglichkeiten

Ein Ziel dieses Prozesses der Digitalisierung in einer „Mobilität 4.0“ ist es, eine höhere Flexibilität für die Fahrgäste zu ermöglichen. Durch die Nutzerdaten kann eine bessere Steuerung der Kapazität eng an der Nachfrage gewährleistet werden, bspw. durch angepasste Tarifmodelle. Zusätzlich ist eine optimierte Auslastung von vorhandenen Verkehrsangeboten umsetzbar. Im ländlichen Raum mit dünner Besiedlung ermöglichen digitale Anwendungen den Einsatz von flexibleren Bedienformen. Durch die Digitalisierung bieten sich Chancen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. So könnte in Zukunft nicht ausschließlich die Erbringung der Verkehrsleistung die Dienstleistung des ÖPNV sein, sondern auch der Zugang zu Serviceleistungen und die Vernetzung mit anderen Branchen. Dabei können sich neue, gesetzliche Rahmenbedingungen ergeben, die nicht mehr den aktuellen Genehmigungserfordernissen nach dem Personenbeförderungsgesetz und den etablierten Verkehrsformen entsprechen.

Monatliche Nutzeranfragen auf der Saarfahrplan-Website und –App (1. Hbj. 2019)

1 Mio.
Zugriffe per Android-App
1 Mio.
Zugriffe per iPhone-App
1 Mio.
Zugriffe per Webseite

eTicket

Modernes Ticketing für digitale Mobilität

Etablierung und Weiterentwicklung des eTickets

Der saarVV hat das eTicket im Saarland etabliert. Auf dieser scheckkartengroßen, stabilen Plastikkarte mit integriertem Chip sind verschiedene Informationen gespeichert. Dazu gehören u. a. Fahrtberechtigungen, Gültigkeit, Fahrstrecke, Laufzeit und die Art des Tickets.

Das eTicket ist eine zeitgemäße Art der Fahrtberechtigung. Bei der Fahrscheinkontrolle im Bus wird es elektronisch ausgelesen, indem das Ticket auf den Kartenleser beim Fahrer gelegt wird. Auf dem Kundendisplay und mit einem Signalton wird die Gültigkeit der entsprechenden Karte angezeigt. Auf der Schiene werden die eTickets nach dem gleichen Prinzip mit elektronischen Handerfassungsgeräten der Kontrolleure überprüft.

Weitere elektronische Zahlungsberechtigungen: POB- und WEB-Tickets

Im ersten Schritt wurden die Jahresabonnements, wie das BürgerTicket, das SeniorenTicket und die Schüler-Abo-Karte, auf das eTicket umgestellt. Nach den Abonnementtickets sollen weitere Tickets digital mittels elektronischer Zahlungsberechtigungen erworben werden – auf Basis sogenannter POB- und WEB-Berechtigungen.

POB bedeutet Postpaid-Berechtigung und ermöglicht die nachgelagerte Zahlung von Fahrkarten durch monatlichen Bankeinzug. Der Kunde registriert sich einmalig und erhält ein eTicket mit dieser Bezahlberechtigung. Mit dem eTicket können Fahrkarten im Barfahrscheinsortiment bequem beim Fahrer oder an ausgewählten Automaten Fahrkarten bargeldlos erworben werden.  Rechnungsstellung und Abbuchung erfolgt am Ende des Monats vom Bankkonto des Kunden.

Die Werteinheitenberechtigung – kurz WEB – ermöglicht ebenfalls den bargeldlosen Erwerb von Fahrscheinen. Hierzu wird ein eTicket mit WEB-Berechtigung in den Kundenzentren der Verkehrsunternehmen anonym an die Kunden ausgegeben. Eine Registrierung ist nicht notwendig. Die Funktionalität ist ähnlich wie bei einer Prepaid- bzw. Geldkarte. Das WEB-eTicket wird vor der Nutzung in den Bussen oder den Vorverkaufsstellen mit einem Geldbetrag aufgeladen. Im Anschluss kann der Kunde mit diesem Guthaben bargeldlos Fahrscheine beim Fahrer oder an den Automaten der Saarbahn Fahrkarten erwerben.

Die Kontrolle erfolgt bei beiden Varianten analog der Abo-Karten durch Auflegen auf die Kontrollgeräte im Bus oder in den Zügen durch die Handlesegeräte des Kontrollpersonals. Ein solches Ticket bietet sich nicht nur für Gelegenheitsfahrer an. Es ist bspw. für Eltern ideal, die sichergehen wollen, dass sich ihre Kinder eine Fahrkarte kaufen, ohne ihnen dafür Bargeld mitgeben zu müssen. Bei Verlust kann das Ticket elektronisch gesperrt werden.

1
eTicket-Abonnements

Vorteile des eTickets

HandyTicket

Ticketerwerb für Fahrgäste im Saarland wird erleichtert

Ziel des HandyTickets: Papierfahrscheine und aufwendige Bezahlvorgänge ersetzen

2019 hat der saarVV als neuen Vertriebskanal eingeführt – das HandyTicket. Seitdem ist der Kauf von ausgewählten Tickets für Busse, Bahnen und die Saarbahn im Saarland über die Saarfahrplan-App möglich. Fahrgäste der Verkehrsunternehmen im saarländischen ÖPNV können für Einzelfahrkarten und Tageskarten einen 2-D-Barcode als Fahrtberechtigung erwerben – individuell und bargeldlos buchbar. Dieser Barcode wird auf dem Display des Smartphones dargestellt und an den Bordrechnern im Bus sowie mit Handkontrollgeräten in der Saarbahn und den Nahverkehrszügen geprüft.

Der Erwerb des HandyTickets ist einfach. Die Fahrgäste laden sich dazu die Saarfahrplan-App auf ihr Smartphone herunter – Android bei Google Play, iOS im App Store – und registrieren sich dort. Jetzt können sie aus einem spezifischen Ticketsortiment wählen: von Einzelfahrkarten über Tageskarten, 1. Klasse-Tickets bis zu Anschlussfahrkarten für Zeitkarten. Die Bezahlung erfolgt bequem per SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte über die App. Zudem besteht die Möglichkeit, auf der Saarfahrplan-Webseite unter dem Menüpunkt „Mein Online-Konto“ die Käufe einzusehen und persönliche Daten zu verwalten.

Die Realisierung des „Mobile Ticketings“ ist eine konsequente Fortführung der Digitalisierungsmaßnahmen im saarVV mit dem Ziel Papierfahrscheine zu ersetzen, um so die Abläufe für Kunden und Verkehrsunternehmen zu verbessern. Die Technologie des HandyTickets basiert auf dem deutschlandweiten Standard der Kernapplikation vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, kurz VDV.

Die Finanzierung erfolgt durch die Verkehrsunternehmen im saarVV und mit Unterstützung des saarländischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr.

Optimierung und Erweiterung der Saarfahrplan-App und -Webseite

Im Zuge der Vorbereitung der HandyTicket-Einführung wurden die Webseite und die App des Saarfahrplans verbessert. Der Saarfahrplan ermöglicht eine Fahrplanauskunft für alle öffentlichen Verkehrsmittel im saarVV mit Darstellung der Fahrten in Echtzeit. Neben den klassischen Funktionen – bspw. Verbindungsauskünfte für Haltestellen, Adressen oder aktuelle Standorte, Anzeigen von Ticketangeboten für die ausgewählte Fahrt oder Abfahrtstafeln für Haltestellen – wurden neue Funktionen implementiert. Eine Alarmfunktion sendet Push-Benachrichtigungen für Verbindungen mit Echtzeitinformationen und macht so z. B. auf Verspätungen aufmerksam. Die Eingabe und Speicherung von favorisierten Adressen in der Verbindungssuche wie z. B. die Arbeitsstelle oder Schule wird erleichtert. Weitere Verbindungsdetails wie Fußweg-Routen in der Karte unterstützen die Multimodalität der Fahrgäste. Gewählten Verbindungen lassen sich in einen Kalender eintragen und per SMS oder E-Mail an die Kunden versenden. Das neue Design und die verbesserte Menüführung erleichtern den Umgang mit der Webseite und der App – insbesondere für ungeübtere Nutzer.

Um das HandyTicket letztlich im Saarland zu realisieren, wurde die Saarfahrplan-App in Zusammenarbeit mit den Partnern Zweckverband Personennahverkehr Saarland – kurz ZPS –, eos.uptrade GmbH (zuständig für den Ticketshop) und HaCon Ingenieurgesellschaft mbH (zuständig für die Fahrplanauskunft) um einen Ticketshop erweitert.

1
Verkaufte Handytickets 2019

Interreg Ticketing SaarMoselle

Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs mit Bus & Bahn

Durchgängige Fahrten mit Bus & Bahn mit einem Fahrausweis zwischen Deutschland und Frankreich

Interreg Ticketing SaarMoselle ist ein grenzüberschreitendes Erprobungsprojekt zwischen Frankreich und Deutschland, um ein einheitliches Ticketsystem für Bus & Bahn zu entwickeln. Dabei sollen durchgängige Fahrten mit einem einzigen Fahrausweis ermöglicht werden – unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel wie Zug, Stadt- und Regionalbus oder vom Herkunftsland. Im Projekt soll eine Lösung für die grenzüberschreitende Interoperabilität der Fahrausweise im schienen- und straßengebundenen ÖPNV auf dem Gebiet der Großregion untersucht, spezifiziert und weiterentwickelt werden.

Das Gebiet des Eurodistricts SaarMoselle dient dabei als Experimentierfeld. Innerhalb des saarVV handelt es sich dabei u. a. um die Linien S1 und 30 der Saarbahn und die Linie MS von Baron Reisen von Saarbrücken nach Homburg-Haute. Die ersten Tests wurden 2019 umgesetzt. Das Projekt soll auf weitere grenzüberschreitende Linien übertragen werden. Künftig untersucht der Eurodistrict SaarMoselle Möglichkeiten für den Ausbau der Saarbahn oder alternativ einer Schnellbusverbindung nach Forbach.

Verbessertes Angebot im Bereich der nachhaltigen Mobilität, Erleichterungen für grenzüberscheitende Fahrten

Ein Ziel von Interreg Ticketing SaarMoselle st es, dass Fahrgäste einen grenzüberschreitenden Fahrschein digital erwerben und in beiden Ländern nutzen können. Die Attraktivität der grenzüberschreitenden Linien und des ÖPNV allgemein soll gestärkt werden, um die Hürden bei Grenzfahrten in der Großregion zu verringern. Die Technik des Ticketings im ÖPNV der beiden Länder soll miteinander verbunden werden. In Deutschland wird der Standard der VDV Kernapplikation – kurz KA – umgesetzt. Frankreich nutzt den Standard Calypso.

Die Ticketing-Systeme sollen die grenzüberschreitende Mobilität der Fahrgäste erleichtern, indem konkrete Antworten auf die aktuellen Fragestellungen der grenzüberschreitenden Mobilität, auf den wachsenden Mobilitätsbedarf und die zahlreichen mit der Grenznähe verbundenen Schwierigkeiten gefunden werden. Die Besonderheiten der lokalen und kulturellen Sachzwänge werden dabei genauso berücksichtigt wie die Definition der Kundenführung im Hinblick auf Verkauf, Entwertung und Kontrolle, die Verwaltung der unterschiedlichen Umsatzsteuersätze, die Problematik der Erlösvereinnahmungen für Dritte, die Einrichtung von Schnittstellen und der Verkauf von Tickets über die mobile App.

Um den Online-Fahrscheinkauf durch die Kunden zu vereinfachen und damit den Kauf von Fahrscheinen aus verschiedenen Verkehrsnetzen in einem einzigen Kaufvorgang zu ermöglichen, ist eine vertragliche Regelung zur Verteilung der Einnahmen zwischen den Projektpartnern erforderlich.

Projektpartner Interreg Ticketing SaarMoselle

Federführender Begünstigter:

  • Région Grand Est, Département de la Moselle

Weitere Partner:

  • Ministerium für Wirtschaft , Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes
  • Eurodistrict SaarMoselle
• Communauté d’Agglomération de Forbach Portes de France 
• Conseil Départemental de la Moselle

Strategische Projektpartner:

  • SNS GmbH (saarVV)
 • Gemeinde Großrosseln • Keolis 3 frontières 
• Aloys Baron GmbH 
• Saarbahn GmbH • Transdev Grand Est 
• Verkéiersverbond, Luxembourg

Die Zukunft des Saarlandes ist stark mit der Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit verbunden. Dazu gehört auch die Stärkung des grenzüberschreitenden Nahverkehrs.

Online Abo-Shop

Einfach und schnell über das Internet zum Ticket

Der saarVV bietet seinen Fahrgästen einen Online-Abo-Shop auf seiner Internetseite. Interessierte Kunden können hier ihre Monatskarte im Jahresabonnement ganz einfach online bestellen.

Alle Gebietszeitkarten, wie bspw. das BürgerTicket, das SeniorenTicket oder das Landkreis SchülerTicket können direkt online gekauft werden. Für eine relationsbezogene Fahrkarte, die für eine bestimmte Strecke zwischen dem Ort A und dem Ort B (z. B. von Saarlouis Bahnhof nach Saarbrücken Hauptbahnhof) gilt, ermitteln die Mitarbeiter im saarVV Abo-Center die günstigste Ticketart und schicken per E-Mail ein Angebot zu. Dieses muss dann nur noch vom Kunden bestätigt werden. Auch eine Zusatzkarte der 1. Klasse auf einer frei wählbaren Bahnstrecke für eine Basiskarte, kann hier erworben werden.

Der Antrag muss bis zum 10. eines Vormonats beim saarVV eingegangen sein, damit die Monatskarte im Abo 5 Tage vor Laufzeitbeginn beim Kunden zu Hause ankommt. Die Monatskarte im Abo hat eine Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten. Alle Abos werden als elektronisches Ticket mit Chipkarte ausgegeben.

Direkt per Web: Anregungen und Fahrtrückmeldungen

Zur Verbesserung von Qualität und Service hat der saarVV auf seiner Internetseite eine Möglichkeit für Kundenanregungen und -kritik installiert. Hier können Fahrgäste über ein Kontaktformular bspw. Verspätungen, fehlende Aushangfahrpläne, Meldungen zu den Haltestellen oder Fahrzeugen an den saarVV kommunizieren.

Mit dem Online-Abo-Shop wollen wir den Zugang zu Tickets des saarVV vereinfachen und beschleunigen. Die Übersichtlichkeit der Bestellmöglichkeit im Web erleichtert es den Fahrgästen, das für sie richtige Ticket zu bestellen bzw. zu beantragen. Unser neues Formular für Kundenanregungen zeigt, dass wir Wert auf die Meinung unserer Kunden legen.

Menschen

Mobilität bedeutet Lebensqualität für die Menschen – der saarVV trägt zu einem besseren Lebensgefühl bei

Der ÖPNV trägt zur Verbesserung der Lebensumstände für alle gesellschaftlichen Gruppen bei. Die Bedürfnisse der Menschen sind dabei entscheidend. Für den saarVV gehört dazu eine zeitgemäße Dienstleistungsorientierung zum Wohle aller Kunden – insbesondere der ganz jungen, der älteren und der mobilitätseingeschränkten Mitmenschen. In den Städten und ländlichen Regionen spielt die Gewährleistung der Grundmobilität eine immer wichtigere Rolle. Aufgrund wachsender Parkraumnot, hoher Benzinkosten und einem veränderten Umweltbewusstsein denken immer mehr Menschen über Alternativen z. B. bei der Gestaltung ihres Weges zum Arbeitsplatz nach, um dabei ihre Lebensqualität zu verbessern – das bietet der ÖPNV. Ein besonderes Plus von Bus & Bahn: Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbindet Angenehmes mit Nützlichem, wie lesen, kommunizieren, die Landschaft genießen, arbeiten oder auch spielen. Ein barrierefreier und bequemer Einstieg ist für ältere Fahrgäste genauso wichtig wie für Eltern mit Kinderwagen. Unkomplizierte Fahrplan- und Tarifinformationen sowie zeitnahe Auskünfte im Störungsfall erwarten nicht nur ortsunkundige Fahrgäste. Hier haben der saarVV und alle Beteiligte im saarländischen ÖPNV viel Initiative gezeigt, um ein attraktives Angebot für die Fahrgäste zu gewährleisten. So hat sich dank moderner Fahrkartenautomaten der Ticketkauf, insbesondere für Gelegenheitsnutzer oder ältere Menschen, vereinfacht.

1 %
der Bewohner von Metropolen nutzen den ÖPNV

Anteile des ÖPNV am Verkehrsaufkommen

© Quelle5

1 %
der Bewohner im dörflichen Raum nutzen den ÖPNV

Barrierefreiheit

Mobilität für bewegungseingeschränkte Menschen

Einbindung mobilitätseingeschränkter Fahrgäste

Das Bedürfnis nach Mobilität gerade von bewegungseingeschränkten Menschen steht beim saarVV besonders im Fokus. Das öffentliche Verkehrsangebot und die Fahrzeuge werden barrierefrei ausgebaut. Die Internetseite des saarVV wird ständig optimiert und dabei wesentliche Elemente zur barrierefreien Gestaltung integriert.

Besserer Einstieg an Haltestellen und in Fahrzeuge

Zur Förderung der Mobilität von bewegungseingeschränkten Menschen werden im saarländischen ÖPNV Verkehrsangebot und Infrastruktur schrittweise barrierefrei ausgebaut.

Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen auf behindertengerechte Fahrzeuge mit Niederflurtechnik für einen stufenlosen Einstieg. Viele Busse besitzen automatische Absenkvorrichtungen, sog. Kneeling-Funktionen, mit denen die Fahrzeuge an Haltestellen einstiegsseitig um mehrere Zentimeter abgesenkt werden können. Sie ermöglichen gehbehinderten Menschen, Rollstuhlfahrern oder Personen mit Rollator einen bequemen Ein- und Ausstieg. Viele Busse und Bahnen stellen zudem besonders gekennzeichnete Sitzplätze zur Verfügung, bieten Haltestellenansagen und spezielle Haltewunschtasten an, die Türen zum Ein- und Aussteigen länger offen halten.

Haltestellen bieten akustische und optische Orientierungshilfen, Anzeigesysteme, großflächige Linienpläne, akustische Türschließwarnung, taktile Leitsysteme für Fahrgäste mit eingeschränktem Sehvermögen und Notrufsäulen. Die Bahnsteige sind zudem meist stufenlos bzw. über Rampen erreichbar.

Saarländische Regierung forciert Barrierefreiheit an Haltestellen

Beim barrierefreien Umbau von Haltestellen sind in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt worden. Dennoch besteht weiterhin ein großer Investitionsbedarf. Um die Kommunen im Saarland beim barrierefreien Um- und Neubau von Haltestellen finanziell zu unterstützen, hat das saarländische Verkehrsministerium 2016 ein Sonderprogramm „Barrierefreier Ausbau von Haltestellen im Saarland“ aufgelegt. Bis dahin waren die Kommunen im Saarland aufgrund ihrer finanziellen Situation bei dem zuvor angewandten Fördersatz oft nicht in der Lage, den Eigenanteil zum barrierefreien Ausbau ihrer Haltestelleninfrastruktur aufzubringen, um die gesetzliche Vorgaben zur Erreichung einer hundertprozentigen Barrierefreiheit bei Haltestellen bis 2022 zu erfüllen.

Eine barrierefreie Haltestelleninfrastruktur ist Gegenstand des Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Saarland. Die Barrierefreiheit der Haltestelleninfrastruktur soll eine gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen – mit und ohne Beeinträchtigung – ermöglichen und die Nutzung des ÖPNV verbessern.

2018 wurde das Programm um zwei weitere Jahre verlängert. Bis zu 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben für Umbau- und Neubauprojekte werden dabei gefördert. Dabei müssen Haltestellen so ausgestattet sein, dass ein stufenloser Zustieg möglich ist. Das Programm wird mit rund 35 Mio. Euro gefördert.

Nachdem 2017 u. a. in Völklingen zehn Haltestellen mit 300.000 Euro Zuschuss umgebaut wurden, folgten 2018 Haltestellen u. a. in Homburg, Bexbach, St. Ingbert und Gersheim. Die Zuwendungen in den Städten und Gemeinden im Saarpfalz-Kreis betrugen rund 750.000 Euro. Insgesamt wurden 2018 in den Städten, Gemeinden und Landkreisen 95 Anträge genehmigt und Landesmittel in Höhe von 8,5 Mio. Euro bewilligt.

Erhöhte Sicherheit, weniger Lärm, mehr Bewegung

Der ÖPNV ist nachgewiesenermaßen im Vergleich zu Fahrten mit dem Pkw wesentlich sicherer. Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen moderne Sicherheitstechniken ein,um Fehler von Mensch und Maschine auszuschließen. Hinzu kommen Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrgastsicherheit: von der Planung übersichtlicher Fahrzeuginnenräume bis zur Überwachung der Verkehrsanlagen durch geschultes Personal und moderne Sicherheitstechnik. Der ÖPNV trägt aktiv zur Lärmminderung im Straßenverkehr bei. Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen dabei innovative Technologien zur Reduktion der Geräuschemissionen ein, wie Busse und Bahnen mit lärmreduzierten Motoren oder Bremsen. Kombiniert mit dem Fuß- und Radverkehr leisten die Mobilitätsangebote des saarVV einen Beitrag zur persönlichen Gesundheit. Denn die Menschen, die den ÖPNV dem Pkw vorziehen, bewegen sich mehr. Der kurze Fußweg oder die Fahrt mit dem Rad von der Haustür zur Haltestelle und von der Haltestelle ins Büro gehören für viele Menschen zu einem aktiven Leben. Treppen steigen, Zufußgehen und Fahrradfahren stärken das Herz und verbrennen Kalorien.

Die SNS hat seit dem 1. September 2019 die Projektkoordination beim Forschungsprojekt mobisaar von der Saarbahn GmbH übernommen. Durch ihr Netzwerk in der Fläche ist die SNS als Dachorganisation des saarVV der bestmögliche Treiber und Koordinator der gemeinsamen Idee mobisaar. Zudem betreiben wir bereits seit Jahren über das saarVV Call & Abo-Center die mobisaar Service-Hotline.

mobisaar

Begleitservice für Bus & Bahn

Mobilitätseingeschränkte Menschen sind auf ein Angebot im ÖPNV angewiesen, das ihren besonderen Anforderungen entspricht. mobisaar unterstützt diese Fahrgäste, die Hilfe benötigen, durch den mobisaar-Service: Wer sich ungern ohne Begleitung in Bus & Bahn bewegt, etwa weil er schlecht sieht oder hört, im Rollstuhl sitzt, einen Rollator benötigt oder Probleme bei der Planung einer Reiseroute mithilfe der Fahrpläne hat, kann haupt- oder ehrenamtliche mobisaar-Lotsen anfordern. Sie helfen beim Ein-, Aus- und Umsteigen und bieten eine Begleitung von der Haustür bis zum Zielort und wieder zurück. Der mobisaar-Service ist kostenlos; benötigt wird lediglich der eigene gültige Fahrschein. 

mobisaar wird von mehreren Partnern umgesetzt, die unterschiedliche Kompetenzen zur Entwicklung des Projekts einbringen. Einer der Partner ist der saarVV. 

Die SNS hat seit dem 1. September 2019 die Projektkoordination beim Forschungsprojekt mobisaar von der Saarbahn GmbH übernommen. Durch ihr Netzwerk in der Fläche ist die SNS als Dachorganisation des saarVV der bestmögliche Treiber und Koordinator der gemeinsamen Idee mobisaar. Zudem betreibt die SNS seit Projektbeginn im Jahr 2015 über das saarVV Call & Abo-Center die mobisaar Service-Hotline.

Über die mobisaar Service-Hotline (06898 500 4000) können Lotsen angefordert und Rückfragen zum Angebot gestellt werden. Zudem bringt der Verkehrsverbund zweimal im Jahr das mobisaar-Magazin „Aktiv & Mobil“ heraus – mit informativen redaktionellen Beiträgen zum Projekt. „Aktiv & Mobil“ ist kostenfrei über die saarVV-Verkehrsunternehmen, die mobisaar-Partner und weitere Institutionen, Verbände und Vereine erhältlich. Das Magazin steht zudem als PDF auf der saarVV- und der mobisaar-Webseite zur Verfügung.

~1 %
der Saarländerinnen und Saarländer leiden unter einer Behinderung, mehr als die Hälfte davon an einer erheblichen Gehbehinderung
1
mal pro Monat sind die mobisaar-Lotsen unterstützend tätig - in Form von gebuchten Fahrten oder im Liniennetz
< 1
Lotsen sind für mobisaar unterwegs

Arbeitgeber

Arbeitsplätze mit gesellschaftlicher Verantwortung

Ausbildung junger Menschen
Verbund für ein funktionierendes Miteinander
Ausbildung junger Menschen

Wegen der demografischen Entwicklung ist zukünftig mit niedrigeren Zahlen an Schulabgängern im Saarland zu rechnen. Zusätzlich stehen den Verkehrsunternehmen im saarVV schon aktuell weniger qualifiziertes Fahrpersonal zur Verfügung. Eine Maßnahme ist die vermehrte Ausbildung von Jugendlichen  zum Berufskraftfahrer gem. Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz.

Bei den saarVV-Unternehmen bieten jungen Menschen die Möglichkeit u. a. den Ausbildungsberuf „Berufskraftfahrer/in Personenverkehr“ erlernen. Die aktuellen Ausbildungszahlen zeigen die hohe Akzeptanz dieses Berufsbildes. Viele Jugendliche haben sich in den vergangenen Jahren im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Es bedarf großer Anstrengungen und gezieltem Recruiting durch die Verkehrsunternehmen im saarVV, um junge Erwachsene für die Aufgaben im ÖPNV zu begeistern. Technisches Know-how, soziale Kompetenz und Kommunikationsbereitschaft im Umgang mit den Fahrgästen sind wichtig. Ein sicheres und wirtschaftliches Führen der Fahrzeuge ist ebenso Grundvoraussetzung wie ein umsichtiges Verhalten im Straßenverkehr.

Der saarVV und die beteiligten Verkehrsunternehmen kommen so dem gesellschaftlichen Auftrag nach, Jugendlichen im Saarland Chancen im zukünftigen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Mit der gemeinsamen Ausbildungsinitiative wird der saarVV seiner sozialen Verantwortung in vorbildlicher Weise gerecht. Von Beginn an arbeiten die Verkehrsunternehmen im saarVV dabei Hand in Hand. Das zeigen auch die Werkstattkooperationen, die eine Bündelung der Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten mit vielen weiteren Synergieeffekten ermöglichen. Auf Basis dieser Arbeitsmarktinitiativen sind die Verkehrsunternehmen im saarVV für die Zukunft gut aufgestellt. Er sichert und schafft langfristig Arbeitsplätze und trägt zum zukunftsorientierten Gemeinwohl in der Region bei.

Verbund für ein funktionierendes Miteinander

Der saarVV nimmt Mobilität als seine grundlegende Aufgabe sehr ernst. Hunderttausende Menschen verlassen sich täglich auf die Leistungen des Verbunds. Die Busse & Bahnen bringen die Menschen zur Arbeit, zur Ausbildung, zum Einkaufen oder zu Freizeitangeboten. Sie sichern so die Grundfunktionen der Wirtschaft und des sozialen Miteinanders. Ein guter Anschluss an den ÖPNV hilft Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte zu finden und zu binden. Für Schüler und Auszubildende wird manche hochwertige oder außergewöhnliche Bildungsmöglichkeit erst durch das flächendeckende Angebot der Verkehrsunternehmen im saarVV erreichbar.

1
Mitarbeiter in den Verkehrsunternehmen im Saarland (2019)

Angebot

Zielgruppenorientierte Tickets als entscheidender Grundpfeiler des saarVV

Ein wichtiges Ziel bei der Etablierung und Entwicklung eines funktionierenden Tarifsystems ist es, sich an den Bedürfnissen der Fahrgäste zu orientieren. Dabei werden neue Kundengruppen angesprochen und auf Entwicklungen im ÖPNV-Nutzungsverhalten eingegangen. Die Strategie, über gezielte Abonnement-Tickets die Kunden zu binden, stellt einen entscheidenden Schritt für die positive Entwicklung des saarVV dar. Die Verkäufe vonAbonnement-Tickets haben sich kontinuierlich gesteigert. Hier zeigt sich eine deutliche Veränderung des Kundenverhaltens bei Kauf und Nutzung der angebotenen Tickets. Um diesen Trend zu unterstützen, wurden bestehende Zeitkartenangebote auf den gesamten saarVV ausgeweitet, neue Angebote kreiert und relationsbezogene Zeitkarten durch gebietsbezogene ergänzt. So reagierte der saarVV auf den demografischen Wandel mit der Einführung und Weiterentwicklung des SeniorenTickets oder der SchülerAbo-Karte mit den Zusatzoptionen AboFun und SaarFun. Angebote wie das BürgerTicket, das JobTicket oder das FerienTicket binden wichtige Zielgruppen, erreichen neue Kunden und eröffnen den Fahrgästen zusätzliche, attraktive Möglichkeiten im ÖPNV. Die kundenorientierte Entwicklung von Tarif- und Serviceangeboten durch den saarVV ist eine wichtige Grundlage, um den Menschen in der Region eine attraktive Alternative zum Individualverkehr zu ermöglichen.

Entwicklung der Fahrgeldeinnahmen seit Gründung des saarVV

JobTicket

Ideal für Pendler im Saarland: bis zu 40 % sparen, schon ab 3 Personen erhältlich

JobTicket und JobTicket-Plus kommen an

Seit 2017 sind die Bedingungen zum Erwerb des JobTickets wesentlich vereinfacht und verbesserte Rabattstufen eingeführt worden. Das JobTicket bietet nun deutlich attraktivere Konditionen. Zuvor konnten Unternehmen das JobTicket nur anbieten, wenn mindestens 20 Mitarbeiter das Abonnement nutzen wollten. Jetzt sind nur noch drei Beschäftigte notwendig. Sie erhalten zudem einen Rabatt von mindestens 10 % auf den Ticketpreis.

Dazu gelten alle Vorteile einer Jahreskarte. Bis zu drei Kinder unter sechs Jahren können kostenlos mitfahren. Von Montag bis Freitag ab 19 Uhr und ganztägig an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen ist die Mitnahme von zwei weiteren Personen möglich. Die Landesregierung beteiligt sich am Ausgleich der Mindereinnahmen, die durch die zusätzliche Rabattieren und die Finanzierung des JobTicket-Büros entstehen.

Das JobTicket entwickelte sich zum Erfolgsmodell und kommt richtig gut bei Unternehmen und Mitarbeitern an. Von März 2017 bis Ende 2019 wurden über 110 neue JobTicket-Rahmenverträge abgeschlossen und knapp 2.600 Neukunden gewonnen. Die Zahl der JobTicket-Nutzer ist seitdem insgesamt auf über 5.350 gestiegen.

JobTicket-Plus: bis zu 40 % sparen

Mit dem JobTicket-Plus bietet der saarVV eine Variante an, die den Arbeitgebern die Möglichkeit gibt, sich zu beteiligen. Sie können jetzt einen finanziellen Eigenanteil am Rabatt des JobTickets leisten, der dann von den Verkehrsunternehmen im saarVV mit der gleichen Summe verdoppelt wird. Der Rabatt orientiert sich an der finanziellen Förderung des Unternehmens bzw. der Behörde (mind. 10 %), unabhängig von der Anzahl der Nutzer. Grundsätzlich gilt: Das Verkehrsunternehmen gewährt denselben Rabatt wie der Arbeitgeber. Gibt der Arbeitgeber einen Rabatt von beispielsweise 10 %, so gibt das Verkehrsunternehmen einen Rabatt von 10 %. Das Maximum liegt jeweils bei 20 % – dadurch kann der Arbeitnehmer bis zu 40 % sparen.

JobTicket-Projektbüro

Einen Beitrag zum Erfolg leistet das JobTicket-Projektbüro, das die Kunden bei allen Fragen zum Tarif berät. Ein wichtiger Schritt war der Umzug des JobTicket-Büros in die Saarbrücker City in die Nassauerstraße 2-4. In die neuen Räumlichkeiten stehen die Mitarbeiterinnen als direkte Ansprechpartnerinnen für die Kunden zur Verfügung.

Das JobTicket-Büro ist montags, mittwochs und freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr für Besucher geöffnet. Von Montag bis Freitag, 8.00 bis 16.30 Uhr werden zudem unter der Telefonnummer 0681/5003400 oder unter jobticket@saarVV.de alle Fragen zum JobTicket beantwortet. Auf der saarVV-Webseite besteht für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Bestands- und Neukunden zudem die Möglichkeit, über ein Kontaktformular Informationsmaterial zum JobTicket anzufordern oder ein Beratungsgespräch zu vereinbaren.

2300
neue Job-Ticket-Verträge wurden bis Anfang 2019 abgeschlossen
1
teilnehmende Firmen und Institutionen
1
eingehende Anrufe im Jobticket-Büro (2018)

Kommunikation

Die Information der Fahrgäste steht im Mittelpunkt

Fahrgastinformation und Kundenansprache mit modernen, kreativen Mitteln

Der ÖPNV ist heutzutage mehr denn je auf den offensiven Einsatz moderner Kommunikationsmittel angewiesen. Für den saarVV steht dabei die unmittelbare Information der Fahrgäste im Mittelpunkt – vor allem über Bus- und Bahnanschlüsse, Tarife und Angebote. Er setzt dabei auf die Möglichkeiten der neuen Medien und modernen Kommunikationsmittel. Die Etablierung und Optimierung dieser Medien gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Verbundkommunikation. Ziel ist es, dass Interessenten auf Basis der neuesten Technologie z. B. über Computer und Mobilgeräte auf dem Laufenden gehalten werden.
Dabei setzt der saarVV auf einen durchdachten Mix an Kommunikationskanälen. Dem Abbau von Zugangsbarrieren kommt eine wichtige Rolle zu. Diese Projekte werden systematisch und initiativ vorangetrieben.

saarVV Call- & Abo-Center – Ein Kundenservice für alle

Dienstleistung für Fahrgäste wird beim saarVV groß geschrieben: Alle Leistungen rund um die Fahrplan- und Tarifauskunft sowie die Abo-Verwaltung sind im Call- & Abo-Center in Völklingen zentral gebündelt und werden hier unter einem Dach angeboten.

Internetauftritt

Übersichtliches Webdesign und eine nutzerfreundliche Navigationsstruktur – die Webseite des saarVV orientiert sich stark an den Sehgewohnheiten und Informationsbedürfnissen der Fahrgäste. Zudem ist sie auf eine möglichst barrierefreie Nutzung ausgelegt. Alles rund um den saarVV finden die Bürgerinnen und Bürger auf www.saarVV.de.

Newsletter

Mit dem Newsletter setzt der saarVV auf ein kundenorientiertes Online-Medium mit Mehrwert, das bei den Fahrgästen sehr gut ankommt. Sie erhalten Informationen zum Angebot des saarVV, zu den Verkehrsunternehmen im Verbund sowie viele Tipps zu Aktionen, Tickets und Veranstaltungen. Die Fahrgäste können sich direkt online zum Newsletter anmelden. Er wird den registrierten Abonnenten monatlich per E-Mail zugeschickt.

Soziale Medien

Der Instagram-Account @meinsaarVV und der Youtube-Kanal des saarVV sprechen insbesondere Schüler, Azubis, Studenten und junge Berufstätige an. Mit einer Mischung aus Informationen und Interaktion wird ein junges Image des ÖPNV in dieser Zielgruppe vermittelt. Schließlich sind die 14- bis 29-jährigen die ÖPNV-Nutzer der Zukunft.

Marketingaktionen: Kundengewinnung, -bindung und -information

Die Marketingkampagnen des saarVV tragen dazu bei, die Vorteile des ÖPNV sowie die Tarife und Serviceinstrumente des Verbundes bekannt zu machen.

Dabei ist es das maßgebliche Ziel, neue Fahrgäste für den ÖPNV zu gewinnen, bestehende Kunden zu halten und über Angebote oder Aktionen zu informieren. Die Kommunikationsmaßnahmen sind meist zielgruppenorientiert ausgerichtet, zum Beispiel für Senioren, Schüler, Berufstätige und Neubürger. Oder sie stellen imageorientierte ÖPNV-Themen, wie Umweltorientierung, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Sicherheit, Komfort, Serviceorientierung oder Verkehrsentlastung in den Fokus. Alle Kommunikationskanäle werden dabei eingesetzt – von Online über Print, Film und Radio bis hin zu Plakatwerbung und Promotion. Magazine und weiteres Informationsmaterial zu den Ticket- und Serviceangeboten des saarVV liegen in den Kundenzentren der Verkehrsunternehmen vor Ort kostenfrei aus oder können online heruntergeladen werden.

Zielgruppenorientierte Medien

Der saarVV bietet Fahrgästen und potentiellen Neukunden zielgruppenspezifische Medien und Angebote, die informieren, Mehrwerte offerieren und so zusätzlich zur Nutzung des ÖPNV motivieren. Für Senioren bringt der saarVV das Magazin „Aktiv & Mobil“ heraus, das Informationen, Anregungen und Tipps zum Thema Mobilität für die Generation 65plus beinhaltet. Spezielle Mitfahr-Angebote von Senioren für Senioren sollen zudem helfen, den Einstieg in den ÖPNV zu erleichtern. Das Magazin ist Teil des Projektes mobisaar, für das sich der saarVV engagiert. Jüngere Schüler werden in Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen im Saarland über Wege und Verkehrsmittel des saarVV beim Schulwechsel informiert. Junge Erwachsene spricht der Verbund über die sozialen Medien Instagram und Youtube direkt an. Weitere Marketingaktionen optimieren das Image, erhöhen die Bekanntheit des saarVV und fördern den Dialog mit dieser wichtigen Zielgruppe. Um die Integration von Flüchtlingen im Saarland zu unterstützen, hat der saarVV eine mehrsprachige Broschüre herausgebracht. Unter dem Motto „Unterwegs im Saarland“ gibt dieses Informationsmedium wichtige Hilfestellungen für die Fahrgäste,  um sicher mit Bus & Bahn im Saarland mobil zu sein. Die Broschüre erklärt in Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch, was bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu beachten ist. Die Kernaussagen und -aspekte werden zudem durch leicht verständliche Fotos und Piktogramme unterstützt. Im Tourismussegment steigert die Verknüpfung touristischer Ziele mit dem ÖPNV-Angebot durch informative Broschüren, Mehrwert-Aktionen und Zusatznutzen für die Fahrgäste die Attraktivität von Bus & Bahn bei den Menschen. Mit speziellen Flyern gibt der Verbund den Fahrgästen nützliche Instrumente zu einer aktiven Freizeitgestaltung an die Hand und unterstreicht so die Wichtigkeit des ÖPNV im Freizeitverkehr.

Engagement

Nachhaltige Unterstützung der Region

Regionales und soziales Engagement

Gesellschaftliches Engagement in der Region – auch das ist ein Eckpfeiler der nachhaltigen Kommunikationsstrategie des saarVV. Mobilität steht hier im Mittelpunkt – sei es in Form von gemeinnützigen Initiativen, Sportevents oder der Förderung von Aktionen gesellschaftlicher Gruppen und Organisationen für ein bewusstes, umweltorientiertes Miteinander im Straßenverkehr.

Aktion „Autofasten“: Kostenfreie Netztickets für Teilnehmer

Der saarVV unterstützt regelmäßig die Veranstaltung „Autofasten“. Der saarVV spendet 200 Zwei-Wochen-Netztickets, die unter den Teilnehmenden am „Autofasten“ im Saarland ausgelost werden. Die Freikarten sind eine Einladung des saarVV an alle Teilnehmer, den ÖPNV als echte Alternative zum Auto kennenzulernen und als eigenen Beitrag zum Klimaschutz wahrzunehmen.

Die Aktion „Autofasten“ wird jedes Jahr zur Fastenzeit von den christlichen Kirchen im Südwesten Deutschlands gemeinsam mit dem Rat christlicher Kirchen im Großherzogtum Luxemburg organisiert. Autofahrer werden dabei eingeladen, ihren Wagen möglichst oft stehen zu lassen und stattdessen die täglichen Wege mit dem Rad zurückzulegen, Busse & Bahnen zu nutzen oder kurze Wege zu Fuß zu gehen. Ist das Auto nicht zu ersetzen, wird zu spritsparendem Fahren, zur Bildung von Fahrgemeinschaften oder zum Carsharing geraten. Ziel ist es, über eine Änderung des persönlichen Lebensstiles zur Verringerung der klimaschädlichen CO2-Emissionen beizutragen.

Mobil zum Rennen: B2run-Firmenlauf

Aktiver, beweglicher, gesünder und dabei noch den Teamgeist der Mitarbeiter stärken – dafür steht der saarVV. Deshalb engagiert sich der saarVV als Sponsor und Unterstützer des B2Run-Firmenlaufs in Dillingen: Alle teilnehmenden Läufer können mit ihren Startnummern Bus & Bahn im Saarland zum Zielort Dillingen und zurück kostenlos nutzen. Zudem werden Sonderzüge eingesetzt. Kostenlose Shuttle-Services bringen die Teilnehmer von weiter entfernten Sonderparkplätzen zur Laufstrecke. Bei dem Breitensport-Event absolvieren über 10.000 Läufer eine ca. 5 Kilometer lange Strecke. Der saarVV nimmt mit einem eigenen Laufteam teil.

Berufsorientierung am Girls’Day und Boys’Day

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Girls’Day und Boys’Day im Saarland können kostenfrei mit Bus & Bahn zu den Veranstaltungsorten anreisen. Dafür stellt der saarVV die Freikarten für Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 5 zur Verfügung. So bekommen sie die Möglichkeit, einen Tag lang in Berufe reinzuschnuppern, die aufgrund von geprägten Rollenbildern in der Gesellschaft bei der Berufswahl seltener in Betracht gezogen werden.

SR-Ferien Open Air: Besonders preisgünstig mit Bus & Bahn nach St. Wendel zum „School’s out“

Der saarVV bietet einen Sondertarif zur Anreise zum SR-Ferien Open Air nach St. Wendel an. Für diesen Aktionstag wird die saarVV-Einzeltageskarte für bis zu vier weiteren Personen geöffnet. Mit fünf Personen zum Preis von nur einer Person sind die Schülerinnen und Schüler so im entsprechenden Geltungsbereich durchgängig mit allen Bussen, der Saarbahn oder den Nahverkehrszügen der 2. Klasse günstig unterwegs. Durch dieses Sonderangebot sparten die Fahrgäste ca. 50 % von Normalpreis. Das freute nicht nur die Schülerinnen und Schüler!

Gesellschaftliches Engagement in der Region – auch das ist ein Eckpfeiler der nachhaltigen Kommunikationsstrategie des saarVV. Mobilität steht hier im Mittelpunkt.

Ökonomie

Gesellschaftliche Verantwortung, wirtschaftlicher Nutzen

Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor für die Region

Die Leistungen und Angebote des saarVV und der beteiligten Verkehrsunternehmen stiften einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. Die Herausforderungen einer intakten Verkehrsstruktur – als entscheidende Grundlage für den ökologischen Erfolg unserer Gesellschaft – sind nur mit einem funktionierenden ÖPNV zu bewältigen.
So sichert der ÖPNV Arbeitsplätze vor Ort. Die Verkehrsunternehmen im saarVV sind attraktive Arbeitgeber für Fachkräfte und Spezialisten mit guten Beschäftigungsperspektiven, Aufstiegsoptionen und Arbeitsbedingungen. Insbesondere für junge Menschen bietet die Branche interessante Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe. So investieren die Verkehrsunternehmen im saarVV in den Wirtschaftsstandort Saarland und fördern die Region und ihre Einwohner. Ein gut ausgebautes ÖPNV-System im Saarland erhöht zudem die Attraktivität der Region und stellt die Basis, um Industrie- und Wirtschaftsunternehmen für den Standort zu gewinnen.

Veränderte ökologische Strukturen wirken sich direkt auf ÖPNV aus

Der saarVV sieht sich wirtschaftlichen Problemstellungen unserer Gesellschaft konfrontiert. Bei dem eher moderat steigenden Realeinkommen in Deutschland in den kommenden Jahren wird sich das Konsumverhalten weiter verändern. Die Sparneigung privater Haushalte nimmt zu. Mehrausgaben für Gesundheit und Altersvorsorge stehen hohe Energiekosten gegenüber, die wiederum die Mobilität verteuern. Die Kosten für den Individualverkehr und für den ÖPNV steigen, während gleichzeitig die Investitionsbereitschaft der Bevölkerung sinkt. Im Saarland gestalten sich dabei die wirtschaftlichen Bedingungen verglichen mit dem Bundesdurchschnitt negativer.

Minimierung der externen Kosten

Die eingesparten Verkehrsmittelnutzerkosten sind ein großes ökonomisches Plus des ÖPNV. Bei der Vermeidung der sogenannten externen Kosten, die als negative Folgen des Verkehrs entstehen, stellt er die bessere Alternative dar. Zu den externen Kosten zählen die Belastungen durch die Umweltverschmutzung und die Unfall- und Unfallfolgekosten. Busse & Bahnen verursachen deutlich weniger externe Kosten als Pkw. Hinzu kommt: Der gesamtwirtschaftliche Nutzen des ÖPNV übersteigt die Höhe der für den Betrieb eingesetzten Mittel im Durchschnitt deutlich und  die Bruttowertschöpfung ist auf einem hohen Niveau. Diese Vorteile spiegeln sich leider nicht im Preis der Verkehrsleistung wider. Dies führt dazu, dass die wichtige Rolle des ÖPNV zur Verbesserung des gesamten Verkehrssystems nur unzureichend wahrgenommen wird. Die Anlastung der externen Kosten würde das Zusammenspiel der Verkehrsträger und damit die Optimierung des Gesamtsystems stärken. Durch die Berücksichtigung der externen Kosten bei der individuellen Verkehrsentscheidung, könnte der Schaden für die Volkswirtschaft minimiert werden.

Wettbewerbsfähigkeit erhalten und erhöhen

Effiziente Leistungserbringung, Dienstleistungsorientierung und kundengerechte Angebote verbunden mit einer konsequenten unternehmerischen Ausrichtung tragen dazu bei, dass der saarVV als wirtschaftlicher Faktor eine wichtige Rolle einnimmt. Fakt ist: Die Verkehrsunternehmen im saarVV müssen sich immer wieder dem Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern stellen – und das mit einem begrenzten finanziellen Spielraum. Ein funktionierender, für alle soziale Gruppen zugänglicher und relevanter ÖPNV ist  von Zuschüssen und Unterstützungen abhängig. Dieser Umstand wird sich im Zuge der anstehenden gesellschaftlichen Veränderungen weiter verstärken.

1 x mehr
kostet der PKW-Verkehr in einer deutschen Großstadt die öffentliche Hand und die Allgemeinheit im Vergleich zum ÖPNV
Mit 0-1 %
erzeugt der PKW-Verkehr die höchsten externen Kosten im Vergleich der Personenverkehrssysteme
Über 1 %
trägt der ÖPNV in Deutschland aus eigenen Mitteln zur Deckung seiner Kosten bei

© Quelle6

Zahlen und Fakten

Der saarVV bewegt Menschen

saarVV in Zahlen: Fahrgäste, Mitarbeiter, Fahrzeuge und mehr

Zahlen, Daten und Fakten unterlegen die Leistung, die Bedeutung und den Umfang des saarVV: Insgesamt 15 Verkehrsunternehmen erbrachten in 2019 mit 2.150 MitarbeiterInnen und 666 eigenen Fahrzeugen bzw. ca. 900 Fahrzeugen inklusive Subunternehmen rund 43 Mio. Fahrplankilometer. Die Zahlen verdeutlichen: Der saarVV bewegt die Menschen in vielerlei Hinsicht.

Geschäftsjahr 2019: Erfolgsstory JobTicket, mobisaar-Engagement und Vorbereitung der Tarifreform

2019 wurden rund 69 Mio. Menschen im saarVV mit Bus & Bahn befördert. Dabei kam der saarVV seinem Auftrag zur Mobilitätssicherung aller gesellschaftlichen Gruppen nach. Die demografische Entwicklung im Saarland mit sinkenden Einwohnerzahlen – insbesondere im Schülerbereich – war der Hauptgrund, dass gegenüber 2018 etwa 1 Mio. Fahrgäste weniger die Fahrzeuge der Verkehrsunternehmen im saarVV nutzten. Es bleibt abzuwarten und zu analysieren, inwiefern die Corona-Pandemie und ihre Folgen, die Planungen zur Tarifreform sowie die Fahrgastzahlen und Einnahmen im saarVV 2020 beeinflussen werden.

Im Jahr 2019 stehen im saarländischen ÖPNV die Zeichen auf Umbruch und Erneuerung. Das Ziel ist dabei, das ÖPNV-Angebot attraktiver zu gestalten. Gerade im „Autoland“ Saarland ist es wichtig, mit Bus & Bahn eine Alternative zum Individualverkehr zu bieten. Denn Werte, wie die Nachhaltigkeit, werden in der Gesellschaft immer wichtiger. Trends wie die Urbanisierung, die volle Straßen, mehr Staus, höhere CO2-Belastung und abnehmende Lebensqualität in den Städten mit sich bringt, stehen diesen Werten entgegen. Hier kann der ÖPNV dazu beitragen, eine Veränderung herbeizuführen.

Die ersten Schritte dazu sind getan. Während es zu Beginn des Jahres 2019 noch zu einer Preisanpassung zum Aus- gleich der gestiegenen Kosten der Verkehrsunternehmen im saarVV kam, wurde Ende 2019 entschieden, dass in 2020 die Ticketpreise nicht angepasst werden.

Vor der Corona-Krise war es zudem geplant, 2021 eine große Tarifreform im saarländischen ÖPNV umzusetzen. Ziel der Tarifreform ist es, das Tarifsystem im saarVV einfacher und günstiger zu machen. So sollen neue Nutzergruppen und damit mehr Kunden für den ÖPNV gewonnen werden. Die Erwartungen der Fahrgäste sind dabei hoch: Busse und Bahnen sollen zuverlässig, pünktlich, sicher, schnell, komfortabel und gleichzeitig möglichst preiswert sein. Ein guter Kontakt zu unseren Fahrgästen, den wir mit Informationsservices und Kommunikationsmedien unterstützen, ist daher entscheidend. Nur wenn es uns gelingt, diese Bedürfnisse zu befriedigen, können wir unsere derzeitigen Fahrgäste halten und neue Fahrgäste für den ÖPNV begeistern.

Der saarVV hat zur Umsetzung dieser Zielsetzungen einen entscheidenden Beitrag geleistet. So wurde 2019 die Er-folgsgeschichte des JobTickets fortgeschrieben. Die Zielsetzung einer Verdopplung der Anzahl an JobTickets innerhalb von drei Jahren konnte sogar übertroffen werden. Über 100 neue Unternehmen und Institutionen wurden seit 2017 als Kunden gewonnen. Eine zielgruppenorientierte Kampagne trug entscheidend zu dieser Entwicklung bei. Für unseren JobTicket-Kinospot erhielten wir viel positives Feedback.

Zudem lag der Fokus unserer Kommunikation auf den öko- logischen Vorteilen von Bus & Bahn und der Digitalisierung des Ticketangebots. So ermöglicht es das neue Handyticket, dass unsere Kunden einen Abonnementvertrag digital ab- schließen können. Die Abo-Tickets können jetzt über die Saarfahrplan-App und den Online-Abo-Shop auf der Internetseite des saarVV bestellt werden. Nach der Etablierung des eTickets ist dies ein weiterer Schritt hin zum vereinfachten, papierlosen Ticketing.
Wie wichtig uns die Barrierefreiheit zur Mobilitätssicherung von motorisch und sensorisch eingeschränkten Menschen im ÖPNV ist, zeigt das erweiterte Engagement im Projekt mobisaar – Mobilität für Alle. Mobilitätslotsen begleiten hier Menschen, die ergänzende Unterstützung bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel benötigen. Seit September 2019 üben wir als SNS GmbH die Projektkoordination aus. Durch unser breites Netzwerk sehen wir uns als bestmöglichen Treiber der gemeinsamen Idee mobisaar. Schließlich betreiben wir bereits seit Jahren über das saarVV Call & Abo-Center die mobisaar Service-Hotline.

1
Linien
1
Haltestellen
1 Mio.
Fahrplankilometer
1
Fahrkartenautomaten

Verkehrs-
entwicklungsplan

Neuaufstellung des ÖPNV im Saarland

Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV: Handlungskonzept für den Nahverkehr im Saarland

Das saarländische Verkehrsministerium arbeitete in 2019 weiter an dem Entwurf des neuen Verkehrsentwicklungsplans (VEP). Dieser beinhaltet eine tiefgreifende Analyse und ein konkretes Maßnahmenpaket für den ÖPNV im Saarland auf Basis von evaluierten Daten. Als Grundlage haben Planungsbüros auf Basis von Befragungen, Modellrechnungen und Bewertungen Konzepte für die Umsetzung des künftigen Schienen- und Busnetzes erarbeitet. Im Mittelpunkt des Maßnahmenkatalogs stehen auch günstigere und einfachere Tarife sowie der strategische Ausbau des Bus- und Schienennetzes, damit sich das ÖPNV-Angebot weiter verbessert. Die Optimierung soll ein wesentlicher Baustein in der Verkehrswende und im Klimaschutz sein.

Laut den Berechnungen der Planungsbüros lassen sich die Nutzerzahlen im saarländischen ÖPNV um 10 % steigern. Denn über 60 % der Menschen im Saarland fahren nie Bus und Bahn. Dazu sind Investitionen in den ÖPNV notwendig, die nicht nur vom Land, sondern auch von den Landkreisen und Gemeinden getätigt werden müssen. Die komplexe Wabenstruktur steht auf dem Prüfstand. Eine Vereinfachung ist durch Pauschal- bzw. Flatrate-Tarife geplant, die spezielle Nutzergruppen ansprechen und preisgünstiger sind. Im Fokus steht zudem ein 9-Uhr-Abo- Ticket, gültig im gesamten Netz des saarVV, das Fahrgäste anspricht, die zeitlich flexibel sind.
Express-Busse, als schnelle Verbindung zwischen Städten, die auch Autobahnen nutzen und nicht an jeder Haltestelle halten, könnten das bestehende Liniennetz ergänzen. Es ist weiterhin geplant, Schienenstrecken mit positivem Kosten-Nutzen-Verhältnis zu reaktivieren. Auf Basis des Schienennetzes soll ein integriertes S-Bahn-Netz im Saarland entstehen, mit Direktverbindungen ohne Umsteigen, einem dichten Taktverkehr und eigenen Haltepunkten.

Das Verkehrsministerium rechnet mit einem Investitionsvolumen von 340 Mio. Euro für die von den Planungsbüros vorgeschlagenen Maßnahmen. Dazu sind Zuwendungen von Bund und EU notwendig. Auch das Engagement der Landkreise, Städte und Gemeinden ist entscheidend. Vor allem das Angebot im ÖPNV soll ausgebaut werden. Eine Tarifreform bringt neue Fahrgäste für Bus & Bahn, wenn auch Verbindungen, Service und Komfort ansprechend sind. Dazu gehören Pünktlichkeit, bessere Verknüpfung der Verkehrssysteme sowie Barrierefreiheit, Sicherheit, Information, Umweltorientierung und Sauberkeit der Stationen.

Hintergrund Verkehrsentwicklungsplan

Seit Inkrafttreten des bisherigen VEP ÖPNV im Jahr 1998 haben sich die Rahmenbedingungen im Nahverkehr verändert. Das Personenbeförderungsgesetz ist novelliert worden. Die Überarbeitung des saarländischen ÖPNV-Gesetzes ist erfolgt. Neue Wohn- und Gewerbegebiete sind entstanden. Veränderungen der Bevölkerungsstruktur, wie etwa der Alterung der Gesellschaft, stellen neue Anforderungen an den ÖPNV. Darüber hinaus ist ein Großteil der Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr per Ausschreibung neu vergeben worden. Seit 1998 sind einige Planungen des bisherigen VEP ÖPNV realisiert worden, bei anderen Plänen hingegen steht die Umsetzung noch aus. Somit entstand der Anlass, eine umfassende Bestandserfassung durchzuführen. Auf Grundlage des Status quo wird überprüft, welche Maßnahmen aus dem bisherigen VEP ÖPNV weiterhin einen hohen Nutzen aufweisen und auf welche verzichtet werden kann. Zudem sind Einzelgutachten zu unterschiedlichen Fragestellungen angefertigt worden. Diese sind jetzt aufeinander abzustimmen und für die Weiterentwicklung mit den strategischen Zielsetzungen für den Nahverkehr im Saarland abzugleichen.

Das saarländische Verkehrsministerium beschloss 2016, einen neuen Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV (VEP ÖPNV Saarland) aufzustellen, der auf aktuelle gesetzliche, demografische, raumstrukturelle und verkehrliche Rahmenbedingungen aufbaut. Ziel ist es, ein Handlungskonzept für den Nahverkehr im Saarland zu erarbeiten, das in der mittelfristigen Perspektive von 10 bis 15 Jahren umsetzbar ist. Bestandteile des VEP ÖPNV sind das Fahrtenangebot auf den Strecken des Schienenpersonennahverkehrs und des landesweiten Busliniennetzes. Hierfür werden Maßnahmen erarbeitet und u. a. das Fahrtenangebot, die Linienwege und der Infrastrukturbedarf bestimmt. Darüber hinaus werden Qualitätsstandards festgelegt und Vorgaben für den lokalen Nahverkehr definiert, die von den jeweiligen Aufgabenträgern entsprechend berücksichtigt werden sollen.

Der Verkehrsentwicklungsplan ist eine „zukunftsweisende Weichenstellung für die Stärkung des ÖPNV im Saarland. Wir wollen den gesamten ÖPNV einfacher, günstiger und besser machen. Vieles machen wir schon, wie Tarifoffensiven, Qualitätsverbesserungen oder die Reaktivierung der Schienenstrecke Homburg – Zweibrücken. Für andere Maßnahmen wird noch Geld benötigt. Man kann sich aber nur für bestimmte Maßnahmen entscheiden, wenn man ein Gesamtbild und eine objektive Bewertung hat – das wird der VEP ÖPNV sein.“

(Anke Rehlinger, Verkehrsministerin des Saarlandes)

Finanzhilfen

Gesetz schreibt landesweiten Verkehrsverbund und gemeinsamen Verbundtarif für alle Betreiber des ÖPNV im Saarland fest

Finanzierung

Durch verbundbedingte Belastungen entstehen den Verkehrsunternehmen im saarVV zusätzliche Kosten und Einnahmeausfälle. Die Landesregierung gleicht dieses Defizit auf Grundlage eines Finanzierungsvertrags teilweise aus, um so die Initiative und Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen zu fördern. Daneben unterstützt das Land die Verkehrsunternehmen beim Ausbau zukunftsfähiger Fahrgeldmanagements- und Auskunftssysteme.

Finanzhilfen der Aufgabenträger

Mit dem am 01.01.2017 in Kraft getretenen Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr im Saarland (ÖPNVG) wurde der bisher auf vertraglicher Basis vereinbarte landesweite Verkehrsverbund auf Schiene und Straße sowie der gemeinsame Verbundtarif verpflichtend für alle Betreiber des ÖPNV im Saarland vorgeschrieben.
Das Gesetz schreibt Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen vor, den ÖPNV im Rahmen vorgegebener allgemeiner Vorschriften zu gestalten. So wird der gemeinsame Verbundtarif als eine gemeinwirtschaftliche Verpflichtung der Verkehrsunternehmen aufgrund einer allgemeinen Vorschrift gemäß Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23.10.2007 über öffentliche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße vorgegeben. Be- stehende Haustarife, die ausschließlich räumlich begrenzt innerhalb des Saarlandes gelten, sollen nach Inkrafttreten dieses Gesetzes in den Verbundtarif integriert werden.
Die gesetzlichen Vorgaben erfordern eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen der Aufgabenträger-Ebene und den Verkehrsunternehmen. Daher verpflichtet das ÖPNV-Gesetz den Verbund der Aufgabenträger und den Verbund der Verkehrsunternehmen zur vertrauensvollen Zusammenarbeit und Abstimmung.

Kooperations- und Dienstleistungsvertrag: Weiterentwicklung des saarVV

In Ausgestaltung dieser gesetzlichen Verpflichtung wurde diese Zusammenarbeit und die weitere Entwicklung des Verkehrsverbundes zum 01.01.2017 in einem Kooperations- und Dienstleistungsvertrag (KDV) zwischen dem Saarland, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, dem Zweckverband Personennahverkehr Saarland ZPS und der SNS Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH vereinbart.

Die Vertragspartner streben gemeinsam die Weiterentwicklung des Verbundes im Sinne der Ziele und allgemeinen Anforderungen des ÖPNV-Gesetzes an, um den sich wandelnden gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen, den Anforderungen an einen nachhaltigen Umweltschutz sowie den Anforderungen der Fahrgäste Rechnung zu tragen. Mit dem Ziel einer Erhöhung des Anteils der ÖPNV-Nutzung im Modal Split arbeiten sie bei der Planung und Verwirklichung des Angebots im ÖPNV des Saarlandes vertrauensvoll zusammen. Zur Vertiefung dieser Zusammenarbeit wurde ein Beirat aus Vertretern des für den ÖPNV zuständigen Ministeriums des Landes, dem ZPS sowie der SNS gebildet.
Der Beirat nimmt die ihm nach dem KDV zugewiesenen Aufgaben beratend und empfehlend wahr. Darüber hinaus befasst er sich mit der Entwicklung des ÖPNV im Saarland, insbesondere um die Zielerreichung und Maßnahmenumsetzung aus dem KDV. Erste Ziele aus dem KDV wurden umgesetzt, wie z. B. die Änderungen beim JobTicket und die Einführung eines Kurzstreckentarifs.

Übersicht der Finanzhilfen

Die Aufgabenträger fördern den Verbundverkehr im saarVV durch nachstehende Finanzhilfen:

  • Gewährung eines Ausgleichsbetrages an die nach § 14 Abs. 1 Satz 3 ÖPNVG berechtigten Unternehmen zur Förderung des Ausbildungsverkehrs (Preis- Kosten-Ausgleich, bis 31.12.2016 45a)
  • Gewährung zweckgebundener Finanzmittel gemäß § 15 Abs. 1 ÖPNVG an die kommunalen Aufgabenträger (Rechtsverordnung zur Gewährung der ÖPNV-Pauschale gemäß § 15 ÖPNV-Gesetz).
  • Kooperations- und Dienstleistungsvertrag (KDV), Ausgleich von verbundbedingten Kosten
:
    • für verbundbezogene Personal- und Sachaufwendungen der SNS
    • für das bei der SNS geführte verbundbezogene Call- & Abo-Center und für Maßnahmen zur Umsetzung der Zielstellungen bzw. projektbezogene Maßnahmen aus dem Kooperations- und Dienstleistungsvertrag
17,1 Mio
Bundeshfinanzhilfen nach dem Entflechtungsgesetz
11,5 Mio.
Erstattungsleistungen der Länder für ermäßigte Zeitfahrausweise im Ausbildungsverkehr

© Quelle7,8

Interview

Interview mit Elke Schmidt, Geschäftsführerin der SNS GmbH zu den Plänen und Zielen des saarVV

Frau Schmidt, wie wichtig ist der Verkehrsentwicklungsplan für den ÖPNV im Saarland?

Elke Schmidt: Der neue Verkehrsentwicklungsplan (VEP) beeinflusst maßgeblich die zukünftige ÖPNV-Entwicklung im Saarland. Er soll Problemstellungen im saarländischen ÖPNV auflösen und dazu beitragen, im Autoland Saarland mehr Menschen für Bus & Bahn zu begeistern. Im Mittelpunkt stehen dabei die Ticketpreise, eine gute Erreichbarkeit, eine hohe Serviceorientierung und eine moderne Ausstattung. Das alles trägt unmittelbar zu einem positiven Image des ÖPNV bei, muss aber auch finanziert werden. Weitere Punkte dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Angebot und Informationen müssen schnell und leicht verständlich bei den Fahrgästen und Interessenten ankommen. Alle Saarländer sollten die Möglichkeit haben, am ÖPNV teilzunehmen. Deshalb ist ein flächendeckendes Angebot wichtig. Zudem ist die Barrierefreiheit ein wichtiger Aspekt. Es gilt immer wieder, die Möglichkeiten für eine Verbesserung der Umweltqualität durch den ÖPNV herauszustellen. Mit Bus & Bahn kommt es gegenüber dem Individualverkehr zu einer klimaschonenden Verkehrsverlagerung auf Basis emissionsärmerer Technologien. Der ÖPNV besitzt zudem einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen auf Basis eines effizienten Ressourceneinsatzes.

Welche konkreten Maßnahmen erwarten Sie vom VEP in absehbarer Zeit?

Elke Schmidt: Das ist vor allem auch davon abhängig, wie das Verkehrsministerium finanziell für die Umsetzung des VEP unterstützt wird. Im Raum stehen Gesamtkosten von rund 340 Mio. Euro für die Umsetzung der Vorschläge durch die Planungsbüros. Sicherlich wird hier eine Beteiligung von EU, Bund, Landkreisen, Städten und Gemeinden notwendig sein, um alle Maßnahmen realisieren zu können. Anfang 2021 soll die Tarifreform kommen – mit einem Abo-Modell für den saarVV, das günstiger ist als das bisherige Wabenmodell. Sehr konkret wird schon über die Verbesserung des Streckennetzes für Bus & Bahn diskutiert. Lohnenswerte Bahnverbindungen sollen hinzukommen. Als neue Saarbahnlinien wurden die Strecken Saarbrücken – Großrosseln, Saarbrücken – Forbach und eine Verlängerung bis zum Saarbasar geprüft – jeweils mit Verknüpfung zur Bahn. Regional-Express und Regional-Bahn stehen für eine Verbindung der Städte im 60-Minuten-Takt. Eine S-Bahn Saarland soll durch die Überlappung mehrerer Linien eine nachfragegerechte Verdichtung ermöglichen. So ähnlich könnte auch eine Optimierung des Landesbusnetzes als Ergänzung des Schienenverkehrs aussehen. Hier bietet der VEP zwei Ansätze: ein Express-Bus, der zentrale Orte schnell miteinander verbindet, mit konkurrenzfähigen Reisezeiten auch im Vergleich zum Auto auf nachgefragten Strecken und Zeitlagen und ein Plus-Bus, der direkte, regionale Verbindungen auf Achsen zwischen zentralörtlich bedeutenden Orten abdeckt und dabei alle Haltestellen entlang des direkten Linienwegs abfährt.

Was kann mit den Maßnahmen im VEP erreicht werden?

Elke Schmidt: Insgesamt soll der ÖPNV im Saarland einfacher, günstiger, serviceorientierter und damit konkurrenzfähige gemacht werden. Die höhere Attraktivität und Qualität erreicht man u. a. durch die dichtere Erschließung des Bus und Bahnstreckennetzes, durch die verbesserte Verknüpfungen zwischen Bus und Bahn, durch einfachere Tarife, durch eindeutige Produkte mit merkbaren Qualitätsstandards, durch mehr grenzüberschreitenden Verkehr, durch die Reduzierung von Zugangsbarrieren für Neukunden und durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationsmittel. Das wiederum trägt zur Klimaverbesserung bei – mit einem Mehrwert für die Gesellschaft.

Sie sprechen die beiden Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit an. Welche Rolle spielen sie für den saarVV?

Elke Schmidt: Es sind die neuen IT-Applikationen, die den Zugang zu Informationen erleichtern und die flexible Nutzung der Mobilitätsangebote und deren Kombination möglich machen. Immer mehr Menschen haben die Fahrplanauskunft mit ihrem Smartphone in der Hosentasche oder planen ihre Wege über elektronische Kanäle wie Apps – abhängig von Ziel, Wetter, Verkehrslage und Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln. Sie recherchieren Fahrten und Strecken, buchen Tickets und bringen sich zeitnah über die Verkehrssituation auf den neuesten Stand. Wir haben auf die Veränderungen der Kundeninformation und des Ticketings durch die Digitalisierung reagiert. Die Fahrplanauskunft erfolgt immer mehr über Internet und App. Deshalb wurde der Saarfahrplan als Online-Dienst modernisiert. Immer mehr digitale Fahrplananzeigen an Bushaltestellen und Bahnhöfen vereinfachen die Fahrtensuche und -information vor Ort. eTicket und HandyTicket erleichtern und beschleunigen das Ticketing für Fahrgäste und Verkehrsunternehmen. Der Zugang zum ÖPNV wird so attraktiver. Ziel ist es hier, Papierfahrscheine und den dazugehörigen Bezahlvorgang so weit wie möglich zu ersetzen. Dazu sollen auch die zukünftigen Bezahlarten POB und WEB des eTickets beitragen. Generell ist es innerhalb des Digitalisierungsprozesses wichtig, eine höhere Flexibilität für die Fahrgäste zu ermöglichen. Im ländlichen Raum mit dünner Besiedlung erleichtern digitale Anwendungen die Nutzung flexiblerer Bedienformen. Durch die Digitalisierung bieten sich Chancen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Nicht mehr allein die Erbringung der Verkehrsleistung kann in Zukunft die Dienstleistung des ÖPNV sein, sondern auch der Zugang zu Serviceleistungen und die Vernetzung mit anderen Branchen. Dabei können sich neue, gesetzliche Rahmenbedingungen ergeben, die nicht mehr den aktuellen Genehmigungserfordernissen nach dem Personenbeförderungsgesetz und den etablierten Verkehrsformen entsprechen.

Und wie sieht es mit dem Ökologie-Aspekt des ÖPNV aus?

Elke Schmidt: Der ÖPNV leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Er verursacht in Deutschland im Vergleich zum Pkw durchschnittlich weniger als die Hälfte an CO2-Emissionen. Die Verkehrsunternehmen im saarVV tragen zur Schonung fossiler Energiereserven bei. Sie ersetzen immer mehr ältere Fahrzeuge durch moderne und energiesparendere Fahrzeuge. Entscheidend ist dabei, dass die gemeinschaftliche Beförderung vieler Menschen weniger Energie benötigt als individuelle Fahrten oder Einzeltransporte. Hohe Spritpreise, steigendes Verkehrsaufkommen und zunehmende Umweltbelastung sprechen gegen die ständige Nutzung des Pkw und für den ÖPNV. Daher sieht es der saarVV auch als seine Aufgabe an, mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen den Teilnehmern des motorisierten Individualverkehrs auf anschauliche Art zu verdeutlichen, dass sie im Sinne der Sparsamkeit und aus ökologischen Gründen verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollten. Denn insgesamt fährt man mit Bus & Bahn kostensparender und umweltschonender. Vor allem für Pendler und Vielfahrer lohnt es sich, zu überprüfen, wie verblüffend groß die Einsparpotenziale sein können.

Haben Sie deshalb in letzter Zeit ein Hauptaugenmerk innerhalb Ihrer Kommunikation auf das JobTicket gelegt?

Elke Schmidt: Mit dem JobTicket haben wir viele Impulse des Verkehrsministeriums und des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) quasi vorweggenommen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen und Institutionen genießen alle Vorteile einer Monatskarte im Abo und sind besonders günstig mit Bus & Bahn mobil. Sie können mit JobTicket-Plus gegenüber einem Abo-Ticket bis zu 40 % sparen. Das ist möglich, da das JobTicket-Plus den Arbeitgebern die Möglichkeit gibt, die finanziellen Vorteile ihrer Angestellten am JobTicket durch einen eigenen Beitrag weiter zu erhöhen. Sie können einen finanziellen Eigenanteil am Rabatt des JobTickets leisten, der dann von den Verkehrsunternehmen im saarVV mit der gleichen Summe verdoppelt wird. Das Verkehrsministerium unterstützt das JobTicket durch ihre Beteiligung am Ausgleich der Mindereinnahmen, die durch die Rabattierung entstehen. Aufgrund dieser finanziellen Unterstützung ist es uns möglich, den Zugang zum JobTicket wesentlich zu vereinfachen und lukrativere Rabatte einzuführen. Und das kommt bei Pendlern und Arbeitnehmern sowie bei den Unternehmen und Institutionen im Saarland richtig gut an! Das beweist eine weitere Rekordmarke beim Vertrieb des JobTickets. Ende 2019 konnten wir vermelden, dass der 100. neue JobTicket-Vertragspartner seit der Einführung des verbesserten und vereinfachten JobTicket-Konzepts am 01.03.2017 akquiriert werden konnte. Bis Ende Februar 2020 wurde diese Marke noch gesteigert: auf 107 neue JobTicket-Partner. Die Zahlen dokumentieren, dass sich die Marketing- und Vertriebsmaßnahmen – wie der mittlerweile sehr bekannte saarVV-Kinospot – für das JobTicket und den Umstieg auf Busse und Bahnen lohnen. Diese Kommunikationsmaßnahmen werden wir 2020 fortführen und ausbauen, um das JobTicket noch bekannter zu machen und noch mehr Pendler, Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber für das JobTicket zu gewinnen. Weitere Initiativen wie Informationsveranstaltungen bei interessierten Unternehmen und auf Messen sowie die Darstellung und Veröffentlichung zufriedener JobTicket-Kunden in Interview-

Serien tragen dazu bei, dass wir bei der Erfüllung des intern ausgegebenen Drei-Jahres-Ziels von 3.495 Neukunden voll im Soll sind. Der Erfolg ist eine Bestätigung dafür, dass die neuen Konditionen des JobTickets ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem kundenfreundlicheren, moderneren und effizienteren ÖPNV im Saarland sind. Es ist sehr erfreulich, dass wir so viele Menschen mit dem JobTicket davon überzeugen können, auf den ÖPNV umzusteigen. Das ist sicherlich auch inspirierend und wegweisend für die kommenden Entwicklungen auf Basis von Tarifreformen und VEP im Saarland.

Seit März 2020 bietet Luxemburg einen kostenlosen ÖPNV an. Wäre dieses Modell auch im Saarland umsetzbar?

Elke Schmidt: Die Situation ist in Luxemburg eine andere und mit dem Saarland nicht vergleichbar. In Luxemburg haben die Steuerzahler bisher schon 90 % der Kosten für den ÖPNV getragen. Der Schritt zum Gratis-ÖPNV war von der finanziellen Seite daher kein großer mehr. Das sieht bei uns ganz anders aus. Die finanziellen Auswirkungen, die eine kostenfreie Nutzung des ÖPNV im Saarland mit sich bringen würden, sind enorm. Wir haben mit dem saarVV im vergangenen Jahr über 85 Mio. Euro durch Ticketverkäufe eingenommen. Diese Ausfälle müssten ersetzt werden. Die Frage ist: von wem, dem Bund, dem Land, den Kommunen, den Steuerzahlern? Preispolitische Maßnahmen sind sicherlich ein Werkzeug, um mehr Menschen zur Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs zu bewegen. Neben dem Preis spielen aber auch andere Faktoren bei der Wahlentscheidung eine Rolle. Wichtiger als der Preis sind die Pünktlichkeit, Fahrzeit, Sicherheit und die Taktfrequenz. Hinzu kommen weichere Qualitätsmerkmale wie z. B. die Freundlichkeit des Personals, subjektives Sicherheitsempfinden, Servicequalität, Bequemlichkeit, Komfort oder die Sauberkeit der Fahrzeuge und der Haltestellen. Für einen attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr ist dazu ein dichtes Liniennetz mit geringen Taktzeiten notwendig. Erst wenn alle, zumindest ein großer Teil dieser Faktoren gegeben sind und insbesondere die Infrastruktur auf einen kostenlosen ÖPNV ausgerichtet ist, würde aus unserer Sicht ein kostenloser ÖPNV den gewünschten Erfolg haben. Kurz: „nicht das Pferd von hinten aufzäumen“ sondern alles dafür tun, dass das ÖPNV-Angebot attraktiver wird. Bevor wir darüber nachdenken einen kostenlosen ÖPNV einzuführen, muss zuerst die Infrastruktur ausgebaut und modernisiert werden. Ansonsten besteht die große Gefahr überfüllter Fahrzeuge und verlängerter Fahrzeiten. Das genaue Gegenteil des ursprünglichen Ziels eines Gratis-ÖPNV wäre die Folge. Um die Klimaziele der Bundesregierung zu erfüllen und die Verkehrsdichte in den Städten zu reduzieren, ist es entscheidend, mehr Menschen zur Nutzung von Bus & Bahn zu bewegen. Deshalb ist es wichtig, den ÖPNV attraktiver zu machen. Mit der geplanten Tarifreform, den Vorgaben aus dem VEP und dem Fortschreiten der Digitalisierung sind wir auf einem guten Weg. Hier haben die Verkehrsunternehmen im saarVV, mit Unterstützung der Landesregierung und der Aufgabenträger, schon viel erreicht und zeigen Initiative und den Willen zu weiteren Verbesserungen für unsere Fahrgäste.

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