Die Profilseite des Saarländischen Verkehrsverbundes (saarVV):
Botschaften, Hintergründe, Fakten, Statements & mehr zum saarVV und ÖPNV im Saarland

Einstieg

Busse & Bahnen bewegen die Menschen. Sie sind unverzichtbar für eine funktionierende Gesellschaft.

Elke Schmidt

Elke Schmidt
Geschäftsführerin der SNS GmbH

Dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kommt eine bedeutende Rolle bei der Lösung entscheidender gesellschaftlicher Herausforderungen zu.

Busse & Bahnen bieten Mobilität für alle sozialen Gruppen und sichern so grundlegende Strukturen des alltäglichen Zusammenlebens, sei es im Beruf, in der Schule oder in der Freizeit. Sie sind umweltfreundlich, energieeffizient, ressourcenschonend, zukunftsorientiert, entlasten nachhaltig den Straßenverkehr und erbringen so einen großen Nutzen für das Gemeinwohl.

Diese wichtige Rolle nimmt der ÖPNV natürlich auch im Saarland ein, im Besonderen seitdem im Jahre 2005 mit der Gründung des Saarländischen Verkehrsverbundes (saarVV) ein saarlandweit einheitliches Tarifsystem für die Nutzung von Bussen & Bahnen installiert wurde. Dadurch haben sich die Strukturen des ÖPNV in der Region deutlich verbessert.

Zielgruppenorientierte Ticketangebote, attraktive Serviceleistungen, zeitgemäße Digitalisierungsangebote und Kommunikationsmaßnahmen bringen seitdem entscheidende Erleichterungen für die Fahrgäste. Je attraktiver und leistungsfähiger der ÖPNV im Saarland ist, umso mehr Menschen sind für einen grundlegenden Bewusstseinswandel in Bezug auf die eigene Mobilität zu begeistern. Komfortsteigerung, Serviceorientierung, Fahrgastinformation, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Kundendialog sind hier die entscheidenden Qualitätskriterien, um die Menschen als Fahrgäste zu binden und neu zu gewinnen. Das bietet der saarVV.

Trotz des demografischen Wandels mit abnehmender Bevölkerungszahl wählen jährlich ca. 71 Millionen Fahrgäste im Saarland Busse & Bahnen als bevorzugtes Beförderungsmittel. Das erspart unserer Gesellschaft Millionen von Autofahrten und unterstützt den Wirtschaftsstandort Saarland.

Der saarVV hatte und hat große Herausforderungen zu bewältigen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Lösungen für anstehende Problemstellungen zu finden und diese umzusetzen. So bietet der saarVV den Menschen in der Region eine wichtige und attraktive Alternative zum Individualverkehr – zum Wohle der Fahrgäste, der Gesellschaft und der Wirtschaft.

Ohne die Förderung durch die Landesregierung und Aufgabenträger und ohne das Engagement der beteiligten Verkehrsunternehmen wäre die positive Entwicklung des saarVV nicht möglich gewesen.

Elke Schmidt

Geschäftsführerin der SNS Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH

(Die SNS GmbH nimmt die vielfältigen Aufgaben des saarVV wahr und koordiniert sie.)

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Fahrgäste im Saarland nutzen 2018 Busse & Bahnen als bevorzugtes Beförderungsmittel

Entwicklung der Fahrgastzahlen

Bevölkerung nach Altersgruppen im Saarland (2017)

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Über 10 %
Abnahme der Bevölkerung in der Gruppe der bis 18-Jährigen im Zeitraum 2000 bis 2016

„Wir wollen den Zugang zu Bus & Bahn erleichtern.“

Interview mit Elke Schmidt, Geschäftsführerin der SNS GmbH, zu den Plänen und Zielen des saarVV

Frau Schmidt, die Digitalisierung ist allgegenwärtig, auch im ÖPNV. Welche Maßnahmen setzt der saarVV hier um?
Wie sieht die Buchung eines HandyTickets konkret aus?
Das saarländische Verkehrsministerium plant eine Tarifreform im ÖPNV. Welche Vorteile versprechen Sie sich davon?
Immer wieder wird der kostenlose ÖPNV diskutiert. Wäre dieses Modell im Saarland umsetzbar?
Für einen funktionierenden ÖPNV braucht man Fachkräfte. Allerdings haben die Verkehrsunternehmen Probleme, insbesondere Busfahrer zu gewinnen. Welche Maßnahmen sind zur Verbesserung der Situation geplant?
Im Bezug auf die Ökologie hat der ÖPNV Vorteile gegenüber dem Individualverkehr. Wie äußern sich diese?
Die saarländische Verkehrsministerin Anke Rehlinger leitet seit 2019 die Verkehrsministerkonferenz – was versprechen Sie sich davon für den saarVV?
Frau Schmidt, die Digitalisierung ist allgegenwärtig, auch im ÖPNV. Welche Maßnahmen setzt der saarVV hier um?

Elke Schmidt: Im Rahmen der Digitalisierung steht den Fahrgästen die überarbeitete Fahrplanauskunft Saarfahrplan neu zur Verfügung. Das gilt sowohl für die Webseite saarfahrplan.de und die Saarfahrplan-App als auch für die digitalen Anzeigetafeln mit Echtzeitdaten an vielen Haltstellen im Saarland. Zudem wird die Anbindung an ländliche Räume durch digitale Kommunikationsinstrumente verbessert.

Die Digitalisierung hat großen Einfluss auf das Ticketing. Zurzeit bereiten wir die Bezahlarten POB und WEB des eTickets vor. POB steht für Postpaid-Berechtigung. Der Kunde lädt einen Fahrschein auf sein eTicket, das Fahrgeld wird vom Konto des Kunden eingezogen. WEB steht für Werteinheiten-Berechtigung. Hier erfolgt die Bezahlung ähnlich wie eine Prepaid-bzw. Geldkarte.

Zuletzt haben wir das HandyTicket eingeführt, um den Kauf von Tickets für Busse, Bahnen und Saarbahn im Saarland zu erleichtern. Diese Umsetzung eines Mobile-Ticketings ist nach der Einführung der Abo-Karten als eTicket mit Chip eine konsequente Weiterentwicklung der elektronischen Vertriebswege im saarländischen ÖPNV. Ziel ist es hier, Papierfahrscheine und den dazugehörigen Bezahlvorgang zu ersetzen, um so die Abläufe für unsere Kunden und der Verkehrsunternehmen zu verbessern. Mit dem neuen HandyTicket erleichtern wir den Zugang zum ÖPNV und machen ihn so attraktiver.

Wie sieht die Buchung eines HandyTickets konkret aus?

Elke Schmidt: Der Erwerb des HandyTickets ist einfach. Die Fahrgäste laden sich dazu die Saarfahrplan-App auf ihr Smartphone runter – Android bei Google Play, iOS im App Store – und registrieren sich dort. Jetzt können sie aus einem spezifischen Ticketsortiment von Einzelfahrkarten und Tageskarten, 1. Klasse-Tickets bis zu Anschlussfahrkarten für Zeitkarten wählen. Sie erwerben einen Barcode als Fahrtberechtigung. Dieser Barcode kann auf dem Display von Smartphones dargestellt und an den Bordrechnern im Bus sowie mit Handkontrollgeräten in der Saarbahn und den Nahverkehrszügen geprüft werden. Die Bezahlung erfolgt per SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte über die App. Zudem besteht die Möglichkeit, auf der Saarfahrplan-Webseite die Käufe einzusehen und persönliche Daten zu verwalten.
Die Technologie des HandyTickets basiert auf dem deutschandweiten Standard der Kernapplikation des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen VDV. Die Finanzierung erfolgt durch die Verkehrsunternehmen im saarVV und mit Unterstützung des saarländischen Verkehrsministeriums.

Das saarländische Verkehrsministerium plant eine Tarifreform im ÖPNV. Welche Vorteile versprechen Sie sich davon?

Elke Schmidt: Wenn die Vorschläge des Gutachters zur Tarifreform im saarVV mit Unterstützung des Ministeriums realisiert werden, fahren viele Fahrgäste zu besseren Konditionen. Das kann für verschiedene Zielgruppen gelten wie z. B. Schüler und Auszubildende bzw. Senioren. Wir möchten so erreichen, dass mehr Menschen den ÖPNV im Saarland nutzen, was wiederum positive Auswirkungen auf das Angebot im ÖPNV haben könnte. Es müssen mehr Menschen in unserem Land zum Umstieg auf Bus & Bahn bewegt werden. Wie bekannt, ist das Saarland ein Autoland. Mit deutlich über 600 PKW auf 1.000 Einwohner besitzt es die höchste Autodichte bundesweit.

Immer wieder wird der kostenlose ÖPNV diskutiert. Wäre dieses Modell im Saarland umsetzbar?

Elke Schmidt: Um die Klimaziele der Bundesregierung zu erfüllen und die Verkehrsdichte in den Städten zu reduzieren – hier stehen die Pendler oft im Stau, weil das Straßensystem an seine Grenzen stößt – wurde zuletzt öffentlich diskutiert, den ÖPNV kostenlos anzubieten. So sollen mehr Menschen zur Nutzung des ÖPNV bewegt werden. Allerdings würden sich durch diese Maßnahme andere Problemstellungen ergeben, denn Verkehrsunternehmen und Infrastruktur sind für den Fahrgastzuwachs evtl. gar nicht gerüstet. Wenn mehr Kunden befördert werden, benötigt das Verkehrsunternehmen zunächst mehr Fahrpersonal und Fahrzeuge, da es insbesondere in der Verkehrsspitze kaum noch freie Kapazitäten gibt. Die Nachfrage nach freien Kapazitäten wird insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten am höchsten sein. Eine Kapazitätsausweitung insbesondere in der Verkehrsspitze und eine Verdichtung der Taktung kann schnell notwendig werden – denn eine starke Überlastung des Verkehrsnetzes senkt nicht nur die Attraktivität des ÖPNV für Neukunden sondern auch für Bestandkunden. Große Verspätungen, überfüllte Fahrzeuge und verlängerte Fahrzeiten wegen längerer Haltestellenaufenthaltszeiten machen das gesamte öffentliche Verkehrsangebot weniger attraktiv. Investitionen in die vorhandene Infrastruktur müssen folgen, z. B. in Form von weiteren Busspuren oder anderen Busbeschleunigungsmaßnahmen. Die Folgekosten für mehr ÖPNV-Logistik, Technik, Wartung, Netze, Mitarbeiter und Infrastruktur müssen finanziert werden. Die Gegenfinanzierung ist völlig unklar.

Dabei sind gerade die Ticketeinnahmen der Fahrgäste bisher eine zentrale, unverzichtbare Einnahmequelle für die Verkehrsunternehmen. Für einen funktionierenden und attraktiven ÖPNV sind neben der Höhe des Fahrpreises insbesondere die Pünktlichkeit, Sicherheit und die Taktfrequenz sowie weichere Qualitätsmerkmale wie Freundlichkeit und Sauberkeit maßgeblich. Die Einführung eines kostenlosen ÖPNV sollte daher wohlüberlegt und geplant sein. Ansonsten schadet man dem ÖPNV mehr als man ihm nützt. Mit den Bestrebungen, die Leistungen des ÖPNV kostenlos anzubieten, muss zeitgleich auch das Angebot und die Infrastruktur den neuen Bedürfnissen angepasst werden.

Für einen funktionierenden ÖPNV braucht man Fachkräfte. Allerdings haben die Verkehrsunternehmen Probleme, insbesondere Busfahrer zu gewinnen. Welche Maßnahmen sind zur Verbesserung der Situation geplant?

Elke Schmidt: Die Verkehrsunternehmen im saarVV wollen bei der Fachkräftegenerierung durch eine Qualitätsoffensive wettbewerbsfähiger werden. Dazu gehört es, die Arbeitsbedingungen insbesondere für die Fahrerinnen und Fahrer weiter zu verbessern und Qualifizierungsmaßnahmen zu unterstützen. Konkret könnte es sich dabei um Kostenübernahmen für Führerscheinverlängerungen von Arbeitnehmern, das Anbieten von Deutschkursen für Migranten und unbefristete Übernahmegarantien für Auszubildende handeln. Um potentielle Interessenten anzusprechen, ist eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Verkehrsunternehmen und den Jobcentern notwendig.

Im Bezug auf die Ökologie hat der ÖPNV Vorteile gegenüber dem Individualverkehr. Wie äußern sich diese?

Elke Schmidt: Der ÖPNV leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Er verursacht in Deutschland im Vergleich zum Pkw durchschnittlich weniger als die Hälfte an CO2-Emissionen. Wer also mit Bus & Bahn fährt, reduziert umweltschädliche Emissionen und agiert aktiv ökologisch. Zudem trägt der ÖPNV zur Schonung fossiler Energiereserven bei. Die Verkehrsunternehmen im saarVV ersetzen immer mehr ältere Fahrzeuge durch moderne und energiesparendere Fahrzeuge. Sie schulen die Busfahrer in einer energieeffizienten Fahrweise. Bus & Bahn nutzen die eingesetzten finanziellen und materiellen Ressourcen durch ihre hohen Fahrleistungen nachhaltig. Die Lebensdauer eines Schienenfahrzeugs wird üblicherweise mit ca. 30 Jahren, die eines Busses mit ca. 15 Jahren angesetzt. Die tatsächliche Nutzungsdauer liegt oft noch darüber. Diese eingesparten Verkehrsmittelnutzerkosten sind ein ökonomisches und ökologisches Plus des ÖPNV.

Bei der Vermeidung der sogenannten externen Kosten, die als negative Folgen des Verkehrs entstehen, stellt der ÖPNV die bessere Alternative dar. Zu den externen Kosten zählen die Belastungen durch die Umweltverschmutzung und die Unfall- und Unfallfolgekosten. Entscheidend ist dabei, dass die gemeinschaftliche Beförderung vieler Menschen weniger Energie benötigt als individuelle Fahrten oder Einzeltransporte. Hohe Spritpreise, steigendes Verkehrsaufkommen und zunehmende Umweltbelastung sprechen gegen die ständige Nutzung des Pkw und für den ÖPNV.

Die saarländische Verkehrsministerin Anke Rehlinger leitet seit 2019 die Verkehrsministerkonferenz – was versprechen Sie sich davon für den saarVV?

Elke Schmidt: Die Verkehrsministerkonferenz ist ein wichtiges Instrument der Zusammenarbeit der Länder untereinander. Neben dem gegenseitigen Informations- und Erfahrungsaustausch dient sie dem Zweck, gemeinsames politisches Handeln im eigenen Bereich oder gegenüber dem Bund in Beschlüssen festzuschreiben. Ich erhoffe mir, dass Anke Rehlinger, als Vorsitzende der Konferenz, wichtige Impulse für den ÖPNV im Saarland – und damit für den saarVV – setzen kann.

Saarland Autoland: Hoher Motorisierungsgrad

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Kraftfahrzeuge pro 1000 Einwohner

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Profil

Der Verbund: Optimiertes Nahverkehrsangebot für eine mobile und umweltorientierte Gesellschaft

Mit dem saarVV wurde am 1. August 2005 ein gemeinsamer Tarif für alle öffentlichen Nahverkehrsmittel im gesamten Saarland eingeführt. Seitdem können die Fahrgäste des ÖPNV mit einem einzigen Fahrschein jedes Nahverkehrsmittel der Region auf ihrer Fahrstrecke nutzen – ganz nach dem Motto: „Ein Ticket für Bus & Bahn“.

Das war zuvor nicht der Fall. Der Aufbau im Nahverkehrsraum war kleinräumlich zersplittert. Für die Kunden ergaben sich erhebliche Nachteile: durch unterschiedliche Tarife und Beförderungsbedingungen sowie unzureichend abgestimmte Übergänge auf der Straße und der Schiene.

Um den Fahrgästen eine attraktive Alternative zum Individualverkehr bieten zu können und die Qualität des ÖPNV im Saarland zu verbessern, ist ein durchgängiger, leicht verständlicher Tarif zwingend notwendig. Wer heute im Saarland mit Bus & Bahn unterwegs ist, erlebt mit dem saarVV ein einheitliches und serviceorientiertes Nahverkehrsangebot. Dadurch entspricht der saarVV dem gestiegenen Mobilitätsbedürfnis der heutigen Gesellschaft.

Die gewählte Form eines Unternehmensverbunds bedeutet eine klare Trennung zwischen den beteiligten Verkehrsunternehmen und den Aufgabenträgern. Zurzeit gehören 15 Verkehrsunternehmen zum saarVV.

Die vielfältigen Aufgaben des saarVV nimmt die Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH (SNS GmbH) wahr. Bedingt durch den Wettbewerb sind seit Verbundgründung immer wieder neue Verkehrsunternehmen hinzugekommen oder weggefallen, was zu einer Veränderung der Beteiligungsverhältnisse der SNS GmbH geführt hat und weiter führen wird.

Philosophie

Die Verbesserung der Mobilität unserer Fahrgäste steht im Mittelpunkt

Etablierung eines einheitlichen Tarifsystems für die Nutzung von Bus & Bahn im Saarland

Grundlage der Tarifgestaltung bei Gründung des saarVV war der gemeinsame Wabenplan der Verkehrsunternehmen. Zur Fahrpreisermittlung wurde die Fläche des Saarlandes in Waben eingeteilt. Jede Wabe entspricht einer Preisstufe. Die bis dahin geltenden Fahrpreise der einzelnen Verkehrsunternehmen wurden durch den saarVV-Tarif ersetzt. Die Fahrgäste konnten endlich mit nur einem Fahrschein jedes Nahverkehrsmittel der Region auf der von ihnen gewählten Fahrstrecke nutzen. Der neue Verbundtarif brachte so für mehr als die Hälfte der Fahrgäste eine Verbilligung – dank der Einführung marktgerechter Ticketangebote.

Ziele des saarVV

• den Tarifverbund durch einen einheitlichen Marktauftritt konsolidieren,

• die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Verkehrsunternehmen ausbauen,

• das Bewusstsein für den ÖPNV in der Bevölkerung durch das gemeinschaftliche Auftreten aller Beteiligten im saarVV stärken.

Einflussfaktoren

Der ÖPNV im Saarland sieht sich dabei negativen Einflussfaktoren ausgesetzt – insbesondere den Folgen des demografischen Wandels mit abnehmenden Bevölkerungszahlen und den steigenden Personal- und Energiekosten.

Lösungen bei Problemstellungen

Der saarVV bietet Lösungen bei gesellschaftlichen und politischen Problemstellungen – den sogenannten Megatrends. Dazu gehören zum Beispiel der Umweltschutz, die Ressourcenverknappung, der strukturelle Wandel in der Gesellschaft oder die Steigerung des Verkehrsaufkommens.

Lösungsansätze, durch die der saarVV einen hohen Stellenwert in der saarländischen Mobilitätskette besitzt

Die Steigerung von Qualität, Service, Effizienz und damit Attraktivität des ÖPNV im Saarland ist und bleibt vorrangiges Ziel des saarVV, indem:

  • die vorhandenen Fahrgäste nachhaltig an den ÖPNV gebunden werden,
  • potentielle Neukunden von den bestehenden Vorteilen des ÖPNV überzeugt werden,
  • den Fahrgästen in der Region eine echte Alternative zum Individualverkehr geboten wird.

Wabenplan des saarVV

Mobilität

In unserer Gesellschaft hat sich Mobilität zu einem wichtigen Grundbedürfnis entwickelt

ÖPNV als Schlüssel für moderne Mobilität

Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für grundlegende soziale Strukturen und bestimmt entscheidend das Leben und Arbeiten in der Region. Der ÖPNV nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Es ist die Aufgabe eines leistungsfähigen ÖPNV, für das veränderte und erhöhte Mobilitätsbedürfnis der Menschen flexible Lösungen zu schaffen.

Standortfaktor ÖPNV

Mobilität ist ein wichtiger Standortfaktor für Länder und Regionen. Der ÖPNV in Deutschland besitzt einen vergleichsweise hohen Standard. Das gilt für die Städte ebenso wie für die ländlichen Räume. Um einen bedeutenden Platz als Wirtschaftsstandort einzunehmen und zu halten, ist ein hochwertiger ÖPNV eine maßgebliche Voraussetzung. Das sieht auch die saarländische Regierung so, die mit Mobilitätskonzepten den ÖPNV in der Region stärkt.

Megatrends

Megatrends verändern das Mobilitätsverhalten der Menschen. Der Ausbau des ÖPNV im Saarland ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer wirtschaftlich wie ökologisch nachhaltigen Verkehrspolitik. Der ÖPNV kann das Mobilitätsbedürfnis in der Gesellschaft so gestalten, dass negative Folgen für Mensch und Umwelt minimiert werden, die wirtschaftliche Entwicklung gesichert und eine soziale Teilhabe für alle gewährleistet wird. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen beeinflussen das Mobilitätsverhalten der Menschen. Zwei dieser sogenannten Megatrends spielen dabei eine maßgebliche Rolle: der demografische Wandel in der Gesellschaft und die steigenden Energiepreise.

Demografische Entwicklung

Grundsätzlich werden die Menschen in unserer Gesellschaft älter und wollen gleichwohl mobil bleiben. Aufgrund niedriger Geburtenraten nimmt die Zahl der Einwohner im Saarland zudem kontinuierlich ab. Dementsprechend ändern sich die Nutzerstrukturen im ÖPNV der Region und die Fahrgastzahlen stagnieren beziehungsweise reduzieren sich.

Die Zahl der Schüler wird sich kontinuierlich verringern. Sie bleiben allerdings, genau wie die Senioren und die Erwerbstätigen, eine zentrale Kundengruppe. Lediglich die Gewichtung wird sich verschieben.

In den Ballungsräumen sind immer mehr Menschen auf ein leistungsstarkes Verkehrsangebot angewiesen. Der Wunsch nach kurzen Wegen und alternativen Mobilitätsmitteln steigt. Der Individualverkehr wird zunehmend mit Bus & Bahn kombiniert. In ländlichen Regionen sinken dagegen die Bevölkerungszahlen und damit auch die Nachfrage nach Verkehrsleistungen.

Um im Saarland weiterhin einen attraktiven und finanzierbaren ÖPNV gewährleisten zu können, muss auf diese demografischen Veränderungen reagiert werden. Hierzu bedarf es der engen Zusammenarbeit zwischen den Aufgabenträgern und dem saarVV.

Hohe Energiekosten

Die hohen Energiekosten stellen ein weiteres Problem dar. Gerade der Individualverkehr wird durch steigende Benzinpreise zunehmend teurer. Die Fahrzeuge des ÖPNV sind davon betroffen. Fakt ist: Je mehr Menschen den ÖPNV nutzen, desto kostengünstiger wird er – gerade im Vergleich zum Pkw. Dabei ist es wichtig herauszuheben, dass Bus & Bahn nicht in einer Konkurrenzsituation zu den Pkw stehen, sondern die Verkehrsmittel sich ergänzen können, zum Beispiel durch die sinnvolle und fahrgastorientierte Anbindung an Sammeltaxis.

Multimodale Vernetzung

Die Mobilität in unserer Gesellschaft wandelt sich rasant und wird von demografischen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen beeinflusst. So legen die Menschen Wege zunehmend in einem Mix aus Bahn, Bus, Straßenbahn, Fahrrad, zu Fuß, Leih- oder Mitfahrauto zurück. Das eigene Auto verliert – insbesondere in den Städten – dabei immer mehr an Bedeutung.

Diese neue Form der Mobilität, die sogenannte Multimodalität – mit einem starken ÖPNV als Rückgrat – ist sowohl für den urbanen als auch für den ländlichen Raum ein wichtiges Zukunftsmodell. Sie fördert die individuelle Mobilität und die Lebensqualität vor allem in Städten: durch weniger Lärm, mehr Sicherheit, Sauberkeit und Umweltfreundlichkeit.

Ziel des saarVV ist es, zu einem attraktiven Komplettangebot in der Kombination der Verkehrsmittel und so zur Verkehrsverlagerung beizutragen. Dazu wird in Zukunft die effektive Vernetzung mit Elektromobilen, Carsharing und Fahrradverleih gehören. Die Umstellung des Individualverkehrs auf Elektroantriebe und die zunehmende Vernetzung solcher E-Mobile mit dem ÖPNV bietet eine Chance für eine zukunftsorientierte Mobilität.

Ein Beispiel: Die mit Abstand meisten Wege werden für die Versorgung zurückgelegt, während berufliche und dienstliche Fahrten etwa ein Fünftel der Wege im ÖPNV ausmachen. Hier kann der saarVV aktiv und lösungsorientiert ansetzen.

Durch die Einführung des E-Tickets ist eine Integration für den Zugang und die Bezahlung der Systeme ÖPNV mit Carsharing geschaffen worden.

Anforderungen und Chancen

Der saarVV sieht es als seine Aufgabe an, auf diese Gegebenheiten im ÖPNV zu reagieren. Der Verbund, die Aufgabenträger und die Verkehrsunternehmen stehen vor der Herausforderung, intelligente Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die den lokalen und regionalen Rahmenbedingungen, politischen Forderungen und wirtschaftlichen Ansprüchen Rechnung tragen. Das Ziel des Verbundes ist es, dem Mobilitätsverhalten der modernen Gesellschaft mit einem angepassten Nahverkehrsangebot gerecht zu werden, das sich schrittweise den Entwicklungen angepasst. Denn die Realisierung von Zukunftsszenarien – wie autonom fahrende Busse oder Bahnen – wird noch einige Jahre dauern.

990.700
Einwohnerzahl im Saarland bis 2050

Bevölkerungsentwicklung im Saarland bis 2050

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Nachhaltigkeit

Der ÖPNV ist gelebter Klimaschutz

Umwelt(en) besser! Weniger Schadstoffe mit Bus & Bahn: Das ist sauber!

Eine große Chance für die Zukunft unserer globalisierten Welt liegt in der ganzheitlichen Betrachtung von Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung. Dabei spielt nachhaltige Mobilität und insbesondere der umweltschonende ÖPNV eine entscheidende Rolle. Der ÖPNV leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Er verursacht in Deutschland im Vergleich zum Pkw durchschnittlich weniger als die Hälfte der CO2-Emissionen. Die Nutzung von Bussen & Bahnen anstelle von Fahrzeugen des Individualverkehrs spart bundesweit ca. 15 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Wer also mit Bus & Bahn fährt, reduziert umweltschädliche Emissionen und agiert aktiv ökologisch.

Besser für Stadt, Mensch & Umwelt: Klimafreundliche Fahrzeuge

Die Fahrzeuge, die im saarVV eingesetzt werden, entsprechen sehr hohen Anforderungen an den Umwelt- und Klimaschutz. Die Busse besitzen eine ausgereifte und umweltfreundliche Fahrzeugtechnik mit schadstoff- und geräuscharmen Motoren, speziellen Katalysatoren und Filtern. Auch die Saarbahn steht für umweltfreundlichen Betrieb und effizienten Einsatz von knappen Ressourcen. Die Deutsche Bahn setzt zum Betrieb ihrer Züge im Saarland Ökostrom ein. Dadurch können jährlich über 10.000 Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase vermieden werden. Zudem werden immer mehr Strecken elektrifiziert. Generell achten die Verkehrsunternehmen im saarVV darauf, ältere Fahrzeuge durch moderne und damit energiesparende zu ersetzen, die Auslastung der Fahrzeuge zu erhöhen sowie die Busfahrer und Zugführer in einer energieeffizienten Fahrweise zu schulen. Im Rahmen der Zielsetzung, den CO2-Ausstoß im Saarland zu reduzieren, trägt der saarVV als Verbund umweltschonender Verkehrsträger wesentlich dazu bei, die CO2-Konzentration zu verringern. Ökologische Maßnahmen wie das bewusste Wasserrecycling bei der Fahrzeugwäsche sind zusätzlicher Beweis für den gelebten Klimaschutz im saarVV.

Weniger (Verkehr) ist mehr (Effizienz): Die Energieersparnis ist ein Systemvorteil für Busse & Bahnen

Bei der Umweltorientierung und der sparsamen Nutzung der Energie, haben Busse & Bahnen die Nase gegenüber dem Individualverkehr eindeutig vorne. Das liegt daran, dass die gemeinschaftliche Beförderung vieler Menschen weniger Energie benötigt als individuelle Fahrten oder Einzeltransporte. Hohe Spritpreise, steigendes Verkehrsaufkommen und zunehmende Umweltbelastung sprechen gegen die ständige Nutzung des Pkw und für die Vorteile des ÖPNV: Kostenersparnis in Verbindung mit mehr Umweltschonung. Der saarVV sieht es als seine Aufgabe an, den Teilnehmern des motorisierten Individualverkehrs zu verdeutlichen, dass sie im Sinne der Sparsamkeit und aus ökologischen Gründen verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollten.  Denn wer nachrechnet, stellt schnell fest: Mit Bus & Bahn fahren die Menschen kostensparender und umweltschonender. Vor allem für Pendler und Vielfahrer lohnt es sich, die Einsparpotenziale zu prüfen.

Generationengerechtigkeit: Verantwortung bei Umweltschutz und Effizienzmaßnahmen für die Zukunft

Wir alle tragen beim Thema Umweltschutz und Energieverbrauch die Verantwortung für kommende Generationen. Es ist unsere Aufgabe, eine Vorbildrolle einzunehmen: beim eigenen Umgang mit der Umwelt genauso wie bei der Erziehung und Aufklärung. Denn die Kinder von heute sind die Klimaschützer von morgen. Indem sie spielerisch die Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel für Stadt und Umwelt kennenlernen, sollen sie rechtzeitig für das Thema Klimaschutz sensibilisiert und zu überzeugten Nutzern des ÖPNV werden. Der saarVV und die Verkehrsunternehmen kooperieren mit dem Bildungsministerium und mit Schulen, indem Maßnahmen zur richtigen Nutzung des ÖPNV angeboten werden. Neben dem Sicherheitsaspekt spielt hier die Fokussierung auf Ökologie und Ressourcenschonung eine wichtige Rolle.

Energieoptimierung & Ressourcenschonung

Über die ständige Anpassung des Angebots an eine sich ändernde Nachfrage sorgen die Verkehrsunternehmen im saarVV und die Aufgabenträger dafür, dass die Energieressourcen im Verkehr sparsam und wirtschaftlich eingesetzt werden. Die Verkehrsunternehmen im saarVV optimieren die Linienführungen, verändern Fahrzeuggrößen oder etablieren angepasste Tarifsysteme zur Steigerung der Auslastung in Schwachverkehrszeiten. Auch wenn die Pünktlichkeit im ÖPNV ein wichtiger Faktor ist, lassen sich durch eine entsprechende Fahrweise einige Prozent an Energie einsparen. Längst gehört die energieoptimierte Fahrweise, unterstützt durch Verbrauchsanzeigen und technische Hilfsmittel, zur Aus- und Fortbildung des Fahrpersonals.Zudem nutzen Busse & Bahnen die eingesetzten finanziellen und materiellen Ressourcen durch ihre hohen Fahrleistungen nachhaltig. Die Lebensdauer eines Schienenfahrzeugs wird üblicherweise mit ca. 30 Jahren, die eines Busses mit ca. 15 Jahren angesetzt. Die tatsächliche Nutzungsdauer liegt oft noch darüber.

Bewusst leben – bewusst mobil: Die Aufmerksamkeit auf ökologischen Nutzen des ÖPNV richten

Dem saarVV ist es wichtig, die Vorteile des ÖPNV für die Umwelt öffentlichkeitswirksam herauszustellen. Der Verbund will mit Kommunikationsaktionen die ökologische Verantwortung und Akzeptanz in der Bevölkerung steigern. Mit den ökologischen Wettbewerbsvorteilen des ÖPNV sollen Menschen zunehmend weg von der Nutzung des Autos und hin zu den klimafreundlichen Mobilitätsalternativen Bus & Bahn gebracht werden.

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Mio. Tonnen CO2-Einsparung im Jahr durch die Nutzung des ÖPNV im Vergleich zum PKW

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Ökologischer Vorteil des ÖPNV gegenüber dem Auto

Digitalisierung

Zeitgemäße Technologie für unsere Fahrgäste

Die Digitalisierung beeinflusst die Entwicklung des ÖPNV

Es sind die neuen IT-Applikationen, die den Zugang zu Informationen erleichtern und die flexible Nutzung der Mobilitätsangebote und deren Kombination ermöglichen. Immer mehr Menschen haben die Fahrplanauskunft mit ihrem Smartphone in der Hosentasche oder planen ihre Wege über elektronische Kanäle wie Apps – abhängig von Ziel, Wetter, Verkehrslage und Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln. Sie recherchieren Fahrten und Strecken, buchen Tickets und bringen sich zeitnah über die Verkehrssituation auf den neuesten Stand. Informationen sollten daher idealerweise aktuell und individualisiert bereitgestellt werden sowie jederzeit und überall verfügbar sein. Die Grundlage dafür ist, dass Daten zu den Standorten von Fahrzeugen und Personen sowie zu Tarifen und Routenauskünften miteinander verknüpft werden.

Moderner Fahrgast-Service bedeutet unmittelbare Kundeninformation

Der saarVV hat sich den Herausforderungen der Digitalisierung gestellt und beschäftigt sich mit den Entwicklungen und Chancen, die sie für die Fahrgäste bietet.

Wichtig ist dabei die Etablierung digitaler Plattformen, um einen intelligenten und einfachen Zugang zu Service- und Mobilitätsleistungen zu eröffnen. Dabei sind der Kontakt zum Fahrgast und der verantwortungsvolle Umgang mit den Kundendaten entscheidend.

Fahrgastauskunft & Kundenservice

Pünktlichkeit, Taktung, Anschlusssicherung, Anzeige von Störungen und Verspätungen sind Qualitätsziele der Verkehrsunternehmen im saarVV. Dazu gehört es, den Fahrgästen Abfahrtszeiten in Echtzeit zu bieten und sie während der Fahrt über das aktuelle Verkehrsangebot zu informieren. Digitale, optische und akustische Fahrgastinformationssysteme sowie moderne, digitale Medien sind dafür die Grundlage.

Leitsysteme für ÖPNV und Fahrgäste

Im saarVV werden mit verschiedenen Betriebsleitsystemen Anschlüsse zwischen Bus und Bahn aufeinander abgestimmt und Daten zwischen den Verkehrsunternehmen ausgetauscht. Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen bei diesem modernen Störungsmanagement auf digitale Technologien wie GPS-Empfänger. Die Daten werden in Echtzeit über verschiedene Anwendungen an die Fahrgäste übermittelt. Dazu zählen Computer, Tablets und Smartphones sowie stationäre Fahrgastinformationssysteme mit Abfahrtsanzeigen in Bahnhöfen und auf Bahnsteigen, Infotainment in Bussen und Bahnen mit Linienverlaufsanzeigen sowie Ansagen und Anzeigegeräte in Fahrzeugen.

Datendrehscheibe des ZPS

Die Geschäftsstelle des ZPS betreibt eine landesweite Datendrehscheibe und Fahrplanauskunft für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr im Saarland. Ist-Informationen der Busse und Bahnen werden hier zur Fahrgastinformation aufbereitet und den Kunden via Web-Portal, stationären Fahrgastinformationsanlagen, mobiler Endgeräte etc. zur Verfügung gestellt. Außerdem werden die Verspätungsinformationen zur Anschlusssicherung genutzt. Zu diesen Zwecken kann auch eine Weitergabe der Ist-Daten an benachbarte Aufgabenträger erfolgen.

Echtzeit-Anzeigetafeln

An ausgewählten Halte- und Übergangsstellen im Saarland liefern digitale und barrierefreie Anzeigetafeln die Anzeige von Echtzeitinformationen. Diese elektronischen Anzeiger, die den Fahrgästen die nächsten Abfahrtszeiten der Verkehrsmittel auf einen Blick anzeigen, wurden bereits an mehreren saarländischen Haltestellen und Bahnhöfen bzw. ÖPNV-Knotenpunkten installiert. So sind u. a. in Saarbrücken, Saarlouis, Homburg und Neunkirchen dynamische Anzeigen mit Fahrgastinformationen in Gebrauch. Die Fahrgastinformationsanzeiger verfügen mit einer „Text-to-speech“-Funktion über eine behindertengerechte Ausstattung. Der angezeigte Text wird dabei durch den Fahrgast per Knopfdruck in eine akustische Sprachausgabe umgewandelt. Sehbehinderte können sich die Informationen zu den Busverbindungen so über einen Lautsprecher ansagen lassen.

Saarfahrplan: die Fahrplanauskunft für Bus & Bahn

Die Echtzeitdaten sind im Saarfahrplan unter www.saarfahrplan.de integriert. Mit dieser Online-Fahrplanauskunft als Webseite erhalten die Fahrgäste mit wenigen Eingaben verlässliche Fahrplaninformationen für die regionalen Bus- und Bahnverbindungen im saarVV.

Saarfahrplan als App

Der Saarfahrplan hat sich als benutzerfreundliche App für iPhone- oder Android-Handys bei den Fahrgästen etabliert. Die komfortable Fahrplanauskunft besitzt eine optimierte Benutzeroberfläche für die Verbindungsauskunft – mit der Angabe von Haltestellen, Adressen, besonderen Zielen oder des aktuellen Standorts. Zusätzlich zu den Verkehrsauskünften bietet die App aktuelle Verkehrsmeldungen. Damit ist der Fahrgast über Verspätungen, Baustellenumleitungen oder sonstige aktuelle Verkehrsmeldungen gut informiert.

Die Fahrgäste können mit der App die aktuell berechneten Abfahrtszeiten inklusive eventueller Verspätungen direkt auf ihrem Smartphone empfangen. Nach Eingabe von Start- und Zieladresse, Datum und Uhrzeit ermittelt das Auskunftssystem die Bus- und Bahnverbindungen für die nächstgelegenen Haltestellen. Die App ist gratis zum Download im iTunes Store und bei Google Play erhältlich.

Moderne Ticketautomaten

Die Fahrkartenautomaten im saarVV vereinfachen mit Berührungsbildschirmen den Ticketkauf. Sie führen die Fahrgäste schittweise durch ein einfach strukturiertes Menü. Dazu gibt der Kunde sein Fahrziel an, wählt aus dem angezeigten Barfahrscheinsortiment ein entsprechendes Ticket und kann bar oder mit Kreditkarte bezahlen.

„Mobilität 4.0“: Herausforderungen und Möglichkeiten

Ein Ziel dieses Prozesses der Digitalisierung in einer „Mobilität 4.0“ ist es, eine höhere Flexibilität für die Fahrgäste zu ermöglichen. Durch die Nutzerdaten kann eine bessere Steuerung der Kapazität eng an der Nachfrage gewährleistet werden, bspw. durch angepasste Tarifmodelle. Zusätzlich ist eine optimierte Auslastung von vorhandenen Verkehrsangeboten umsetzbar. Im ländlichen Raum mit dünner Besiedlung ermöglichen digitale Anwendungen den Einsatz von flexibleren Bedienformen. Durch die Digitalisierung bieten sich Chancen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. So könnte in Zukunft nicht ausschließlich die Erbringung der Verkehrsleistung die Dienstleistung des ÖPNV sein, sondern auch der Zugang zu Serviceleistungen und die Vernetzung mit anderen Branchen. Dabei können sich neue, gesetzliche Rahmenbedingungen ergeben, die nicht mehr den aktuellen Genehmigungserfordernissen nach dem Personenbeförderungsgesetz und den etablierten Verkehrsformen entsprechen.

Monatliche Nutzeranfragen auf der Saarfahrplan-Website und –App (1. Hbj. 2019)

1 Mio.
Zugriffe per Android-App
1 Mio.
Zugriffe per iPhone-App
1 Mio.
Zugriffe per Webseite

eTicket

Modernes Ticketing für digitale Mobilität

Etablierung und Weiterentwicklung des eTickets

Der saarVV hat das eTicket im Saarland etabliert. Auf dieser scheckkartengroßen, stabilen Plastikkarte mit integriertem Chip sind verschiedene Informationen gespeichert. Dazu gehören u. a. Fahrtberechtigungen, Gültigkeit, Fahrstrecke, Laufzeit und die Art des Tickets.

Das eTicket ist eine zeitgemäße Art der Fahrtberechtigung. Bei der Fahrscheinkontrolle im Bus wird es elektronisch ausgelesen, indem das Ticket auf den Kartenleser beim Fahrer gelegt wird. Auf dem Kundendisplay und mit einem Signalton wird die Gültigkeit der entsprechenden Karte angezeigt. Auf der Schiene werden die eTickets nach dem gleichen Prinzip mit elektronischen Handerfassungsgeräten der Kontrolleure überprüft.

Weitere elektronische Zahlungsberechtigungen: POB- und WEB-Tickets

Im ersten Schritt wurden die Jahresabonnements, wie das BürgerTicket, das SeniorenTicket und die Schüler-Abo-Karte, auf das eTicket umgestellt. Nach den Abonnementtickets sollen weitere Tickets digital mittels elektronischer Zahlungsberechtigungen erworben werden – auf Basis sogenannter POB- und WEB-Berechtigungen.

POB bedeutet Postpaid-Berechtigung und ermöglicht die nachgelagerte Zahlung von Fahrkarten durch monatlichen Bankeinzug. Der Kunde registriert sich einmalig und erhält ein eTicket mit dieser Bezahlberechtigung. Mit dem eTicket können Fahrkarten im Barfahrscheinsortiment bequem beim Fahrer oder an ausgewählten Automaten Fahrkarten bargeldlos erworben werden.  Rechnungsstellung und Abbuchung erfolgt am Ende des Monats vom Bankkonto des Kunden.

Die Werteinheitenberechtigung – kurz WEB – ermöglicht ebenfalls den bargeldlosen Erwerb von Fahrscheinen. Hierzu wird ein eTicket mit WEB-Berechtigung in den Kundenzentren der Verkehrsunternehmen anonym an die Kunden ausgegeben. Eine Registrierung ist nicht notwendig. Die Funktionalität ist ähnlich wie bei einer Prepaid- bzw. Geldkarte. Das WEB-eTicket wird vor der Nutzung in den Bussen oder den Vorverkaufsstellen mit einem Geldbetrag aufgeladen. Im Anschluss kann der Kunde mit diesem Guthaben bargeldlos Fahrscheine beim Fahrer oder an den Automaten der Saarbahn Fahrkarten erwerben.

Die Kontrolle erfolgt bei beiden Varianten analog der Abo-Karten durch Auflegen auf die Kontrollgeräte im Bus oder in den Zügen durch die Handlesegeräte des Kontrollpersonals. Ein solches Ticket bietet sich nicht nur für Gelegenheitsfahrer an. Es ist bspw. für Eltern ideal, die sichergehen wollen, dass sich ihre Kinder eine Fahrkarte kaufen, ohne ihnen dafür Bargeld mitgeben zu müssen. Bei Verlust kann das Ticket elektronisch gesperrt werden.

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eTicket-Abonnements

Vorteile des eTickets

HandyTicket

Ticketerwerb für Fahrgäste im Saarland wird erleichtert

Ziel des HandyTickets: Papierfahrscheine und aufwendige Bezahlvorgänge ersetzen

2019 hat der saarVV als neuen Vertriebskanal eingeführt – das HandyTicket. Seitdem ist der Kauf von ausgewählten Tickets für Busse, Bahnen und die Saarbahn im Saarland über die Saarfahrplan-App möglich. Fahrgäste der Verkehrsunternehmen im saarländischen ÖPNV können für Einzelfahrkarten und Tageskarten einen 2-D-Barcode als Fahrtberechtigung erwerben – individuell und bargeldlos buchbar. Dieser Barcode wird auf dem Display des Smartphones dargestellt und an den Bordrechnern im Bus sowie mit Handkontrollgeräten in der Saarbahn und den Nahverkehrszügen geprüft.

Der Erwerb des HandyTickets ist einfach. Die Fahrgäste laden sich dazu die Saarfahrplan-App auf ihr Smartphone herunter – Android bei Google Play, iOS im App Store – und registrieren sich dort. Jetzt können sie aus einem spezifischen Ticketsortiment wählen: von Einzelfahrkarten über Tageskarten, 1. Klasse-Tickets bis zu Anschlussfahrkarten für Zeitkarten. Die Bezahlung erfolgt bequem per SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte über die App. Zudem besteht die Möglichkeit, auf der Saarfahrplan-Webseite unter dem Menüpunkt „Mein Online-Konto“ die Käufe einzusehen und persönliche Daten zu verwalten.

Die Realisierung des „Mobile Ticketings“ ist eine konsequente Fortführung der Digitalisierungsmaßnahmen im saarVV mit dem Ziel Papierfahrscheine zu ersetzen, um so die Abläufe für Kunden und Verkehrsunternehmen zu verbessern. Die Technologie des HandyTickets basiert auf dem deutschlandweiten Standard der Kernapplikation vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, kurz VDV.

Die Finanzierung erfolgt durch die Verkehrsunternehmen im saarVV und mit Unterstützung des saarländischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr.

Optimierung und Erweiterung der Saarfahrplan-App und -Webseite

Im Zuge der Vorbereitung der HandyTicket-Einführung wurden die Webseite und die App des Saarfahrplans verbessert. Der Saarfahrplan ermöglicht eine Fahrplanauskunft für alle öffentlichen Verkehrsmittel im saarVV mit Darstellung der Fahrten in Echtzeit. Neben den klassischen Funktionen – bspw. Verbindungsauskünfte für Haltestellen, Adressen oder aktuelle Standorte, Anzeigen von Ticketangeboten für die ausgewählte Fahrt oder Abfahrtstafeln für Haltestellen – wurden neue Funktionen implementiert. Eine Alarmfunktion sendet Push-Benachrichtigungen für Verbindungen mit Echtzeitinformationen und macht so z. B. auf Verspätungen aufmerksam. Die Eingabe und Speicherung von favorisierten Adressen in der Verbindungssuche wie z. B. die Arbeitsstelle oder Schule wird erleichtert. Weitere Verbindungsdetails wie Fußweg-Routen in der Karte unterstützen die Multimodalität der Fahrgäste. Gewählten Verbindungen lassen sich in einen Kalender eintragen und per SMS oder E-Mail an die Kunden versenden. Das neue Design und die verbesserte Menüführung erleichtern den Umgang mit der Webseite und der App – insbesondere für ungeübtere Nutzer.

Um das HandyTicket letztlich im Saarland zu realisieren, wurde die Saarfahrplan-App in Zusammenarbeit mit den Partnern Zweckverband Personennahverkehr Saarland – kurz ZPS –, eos.uptrade GmbH (zuständig für den Ticketshop) und HaCon Ingenieurgesellschaft mbH (zuständig für die Fahrplanauskunft) um einen Ticketshop erweitert.

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Verkaufte Handytickets 2019

Interreg Ticketing SaarMoselle

Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs mit Bus & Bahn

Durchgängige Fahrten mit Bus & Bahn mit einem Fahrausweis zwischen Deutschland und Frankreich

Interreg Ticketing SaarMoselle ist ein grenzüberschreitendes Erprobungsprojekt zwischen Frankreich und Deutschland, um ein einheitliches Ticketsystem für Bus & Bahn zu entwickeln. Dabei sollen durchgängige Fahrten mit einem einzigen Fahrausweis ermöglicht werden – unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel wie Zug, Stadt- und Regionalbus oder vom Herkunftsland. Im Projekt soll eine Lösung für die grenzüberschreitende Interoperabilität der Fahrausweise im schienen- und straßengebundenen ÖPNV auf dem Gebiet der Großregion untersucht, spezifiziert und weiterentwickelt werden.

Das Gebiet des Eurodistricts SaarMoselle dient dabei als Experimentierfeld. Innerhalb des saarVV handelt es sich dabei u. a. um die Linien S1 und 30 der Saarbahn und die Linie MS von Baron Reisen von Saarbrücken nach Homburg-Haute. Die ersten Tests wurden 2019 umgesetzt. Das Projekt soll auf weitere grenzüberschreitende Linien übertragen werden. Künftig untersucht der Eurodistrict SaarMoselle Möglichkeiten für den Ausbau der Saarbahn oder alternativ einer Schnellbusverbindung nach Forbach.

Verbessertes Angebot im Bereich der nachhaltigen Mobilität, Erleichterungen für grenzüberscheitende Fahrten

Ein Ziel von Interreg Ticketing SaarMoselle st es, dass Fahrgäste einen grenzüberschreitenden Fahrschein digital erwerben und in beiden Ländern nutzen können. Die Attraktivität der grenzüberschreitenden Linien und des ÖPNV allgemein soll gestärkt werden, um die Hürden bei Grenzfahrten in der Großregion zu verringern. Die Technik des Ticketings im ÖPNV der beiden Länder soll miteinander verbunden werden. In Deutschland wird der Standard der VDV Kernapplikation – kurz KA – umgesetzt. Frankreich nutzt den Standard Calypso.

Die Ticketing-Systeme sollen die grenzüberschreitende Mobilität der Fahrgäste erleichtern, indem konkrete Antworten auf die aktuellen Fragestellungen der grenzüberschreitenden Mobilität, auf den wachsenden Mobilitätsbedarf und die zahlreichen mit der Grenznähe verbundenen Schwierigkeiten gefunden werden. Die Besonderheiten der lokalen und kulturellen Sachzwänge werden dabei genauso berücksichtigt wie die Definition der Kundenführung im Hinblick auf Verkauf, Entwertung und Kontrolle, die Verwaltung der unterschiedlichen Umsatzsteuersätze, die Problematik der Erlösvereinnahmungen für Dritte, die Einrichtung von Schnittstellen und der Verkauf von Tickets über die mobile App.

Um den Online-Fahrscheinkauf durch die Kunden zu vereinfachen und damit den Kauf von Fahrscheinen aus verschiedenen Verkehrsnetzen in einem einzigen Kaufvorgang zu ermöglichen, ist eine vertragliche Regelung zur Verteilung der Einnahmen zwischen den Projektpartnern erforderlich.

Projektpartner Interreg Ticketing SaarMoselle

Federführender Begünstigter:

  • Région Grand Est, Département de la Moselle

Weitere Partner:

  • Ministerium für Wirtschaft , Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes
  • Eurodistrict SaarMoselle
• Communauté d’Agglomération de Forbach Portes de France 
• Conseil Départemental de la Moselle

Strategische Projektpartner:

  • SNS GmbH (saarVV)
 • Gemeinde Großrosseln • Keolis 3 frontières 
• Aloys Baron GmbH 
• Saarbahn GmbH • Transdev Grand Est 
• Verkéiersverbond, Luxembourg

Die Zukunft des Saarlandes ist stark mit der Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit verbunden. Dazu gehört auch die Stärkung des grenzüberschreitenden Nahverkehrs.

Online Abo-Shop

Einfach und schnell über das Internet zum Ticket

Der saarVV bietet seinen Fahrgästen einen Online-Abo-Shop auf seiner Internetseite. Interessierte Kunden können hier ihre Monatskarte im Jahresabonnement ganz einfach online bestellen.

Alle Gebietszeitkarten, wie bspw. das BürgerTicket, das SeniorenTicket oder das Landkreis SchülerTicket können direkt online gekauft werden. Für eine relationsbezogene Fahrkarte, die für eine bestimmte Strecke zwischen dem Ort A und dem Ort B (z. B. von Saarlouis Bahnhof nach Saarbrücken Hauptbahnhof) gilt, ermitteln die Mitarbeiter im saarVV Abo-Center die günstigste Ticketart und schicken per E-Mail ein Angebot zu. Dieses muss dann nur noch vom Kunden bestätigt werden. Auch eine Zusatzkarte der 1. Klasse auf einer frei wählbaren Bahnstrecke für eine Basiskarte, kann hier erworben werden.

Der Antrag muss bis zum 10. eines Vormonats beim saarVV eingegangen sein, damit die Monatskarte im Abo 5 Tage vor Laufzeitbeginn beim Kunden zu Hause ankommt. Die Monatskarte im Abo hat eine Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten. Alle Abos werden als elektronisches Ticket mit Chipkarte ausgegeben.

Direkt per Web: Anregungen und Fahrtrückmeldungen

Zur Verbesserung von Qualität und Service hat der saarVV auf seiner Internetseite eine Möglichkeit für Kundenanregungen und -kritik installiert. Hier können Fahrgäste über ein Kontaktformular bspw. Verspätungen, fehlende Aushangfahrpläne, Meldungen zu den Haltestellen oder Fahrzeugen an den saarVV kommunizieren.

Mit dem Online-Abo-Shop wollen wir den Zugang zu Tickets des saarVV vereinfachen und beschleunigen. Die Übersichtlichkeit der Bestellmöglichkeit im Web erleichtert es den Fahrgästen, das für sie richtige Ticket zu bestellen bzw. zu beantragen. Unser neues Formular für Kundenanregungen zeigt, dass wir Wert auf die Meinung unserer Kunden legen.

Menschen

Mobilität bedeutet Lebensqualität für die Menschen – der saarVV trägt zu einem besseren Lebensgefühl bei

Der ÖPNV trägt zur Verbesserung der Lebensumstände für alle gesellschaftlichen Gruppen bei. Die Bedürfnisse der Menschen sind dabei entscheidend. Für den saarVV gehört dazu eine zeitgemäße Dienstleistungsorientierung zum Wohle aller Kunden – insbesondere der ganz jungen, der älteren und der mobilitätseingeschränkten Mitmenschen. In den Städten und ländlichen Regionen spielt die Gewährleistung der Grundmobilität eine immer wichtigere Rolle. Aufgrund wachsender Parkraumnot, hoher Benzinkosten und einem veränderten Umweltbewusstsein denken immer mehr Menschen über Alternativen z. B. bei der Gestaltung ihres Weges zum Arbeitsplatz nach, um dabei ihre Lebensqualität zu verbessern – das bietet der ÖPNV. Ein besonderes Plus von Bus & Bahn: Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbindet Angenehmes mit Nützlichem, wie lesen, kommunizieren, die Landschaft genießen, arbeiten oder auch spielen. Ein barrierefreier und bequemer Einstieg ist für ältere Fahrgäste genauso wichtig wie für Eltern mit Kinderwagen. Unkomplizierte Fahrplan- und Tarifinformationen sowie zeitnahe Auskünfte im Störungsfall erwarten nicht nur ortsunkundige Fahrgäste. Hier haben der saarVV und alle Beteiligte im saarländischen ÖPNV viel Initiative gezeigt, um ein attraktives Angebot für die Fahrgäste zu gewährleisten. So hat sich dank moderner Fahrkartenautomaten der Ticketkauf, insbesondere für Gelegenheitsnutzer oder ältere Menschen, vereinfacht.

1 %
der Bewohner von Metropolen nutzen den ÖPNV

Anteile des ÖPNV am Verkehrsaufkommen

© Quelle5

1 %
der Bewohner im dörflichen Raum nutzen den ÖPNV

Barrierefreiheit

Mobilität für bewegungseingeschränkte Menschen

Einbindung mobilitätseingeschränkter Fahrgäste

Das Bedürfnis nach Mobilität gerade von bewegungseingeschränkten Menschen steht beim saarVV besonders im Fokus. Das öffentliche Verkehrsangebot und die Fahrzeuge werden barrierefrei ausgebaut. Die Internetseite des saarVV wird ständig optimiert und dabei wesentliche Elemente zur barrierefreien Gestaltung integriert.

Besserer Einstieg an Haltestellen und in Fahrzeuge

Zur Förderung der Mobilität von bewegungseingeschränkten Menschen werden im saarländischen ÖPNV Verkehrsangebot und Infrastruktur schrittweise barrierefrei ausgebaut.

Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen auf behindertengerechte Fahrzeuge mit Niederflurtechnik für einen stufenlosen Einstieg. Viele Busse besitzen automatische Absenkvorrichtungen, sog. Kneeling-Funktionen, mit denen die Fahrzeuge an Haltestellen einstiegsseitig um mehrere Zentimeter abgesenkt werden können. Sie ermöglichen gehbehinderten Menschen, Rollstuhlfahrern oder Personen mit Rollator einen bequemen Ein- und Ausstieg. Viele Busse und Bahnen stellen zudem besonders gekennzeichnete Sitzplätze zur Verfügung, bieten Haltestellenansagen und spezielle Haltewunschtasten an, die Türen zum Ein- und Aussteigen länger offen halten.

Haltestellen bieten akustische und optische Orientierungshilfen, Anzeigesysteme, großflächige Linienpläne, akustische Türschließwarnung, taktile Leitsysteme für Fahrgäste mit eingeschränktem Sehvermögen und Notrufsäulen. Die Bahnsteige sind zudem meist stufenlos bzw. über Rampen erreichbar.

Saarländische Regierung forciert Barrierefreiheit an Haltestellen

Beim barrierefreien Umbau von Haltestellen sind in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt worden. Dennoch besteht weiterhin ein großer Investitionsbedarf. Um die Kommunen im Saarland beim barrierefreien Um- und Neubau von Haltestellen finanziell zu unterstützen, hat das saarländische Verkehrsministerium 2016 ein Sonderprogramm „Barrierefreier Ausbau von Haltestellen im Saarland“ aufgelegt. Bis dahin waren die Kommunen im Saarland aufgrund ihrer finanziellen Situation bei dem zuvor angewandten Fördersatz oft nicht in der Lage, den Eigenanteil zum barrierefreien Ausbau ihrer Haltestelleninfrastruktur aufzubringen, um die gesetzliche Vorgaben zur Erreichung einer hundertprozentigen Barrierefreiheit bei Haltestellen bis 2022 zu erfüllen.

Eine barrierefreie Haltestelleninfrastruktur ist Gegenstand des Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Saarland. Die Barrierefreiheit der Haltestelleninfrastruktur soll eine gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen – mit und ohne Beeinträchtigung – ermöglichen und die Nutzung des ÖPNV verbessern.

2018 wurde das Programm um zwei weitere Jahre verlängert. Bis zu 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben für Umbau- und Neubauprojekte werden dabei gefördert. Dabei müssen Haltestellen so ausgestattet sein, dass ein stufenloser Zustieg möglich ist. Das Programm wird mit rund 35 Mio. Euro gefördert.

Nachdem 2017 u. a. in Völklingen zehn Haltestellen mit 300.000 Euro Zuschuss umgebaut wurden, folgten 2018 Haltestellen u. a. in Homburg, Bexbach, St. Ingbert und Gersheim. Die Zuwendungen in den Städten und Gemeinden im Saarpfalz-Kreis betrugen rund 750.000 Euro. Insgesamt wurden 2018 in den Städten, Gemeinden und Landkreisen 95 Anträge genehmigt und Landesmittel in Höhe von 8,5 Mio. Euro bewilligt.

Erhöhte Sicherheit, weniger Lärm, mehr Bewegung

Der ÖPNV ist nachgewiesenermaßen im Vergleich zu Fahrten mit dem Pkw wesentlich sicherer. Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen moderne Sicherheitstechniken ein,um Fehler von Mensch und Maschine auszuschließen. Hinzu kommen Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrgastsicherheit: von der Planung übersichtlicher Fahrzeuginnenräume bis zur Überwachung der Verkehrsanlagen durch geschultes Personal und moderne Sicherheitstechnik. Der ÖPNV trägt aktiv zur Lärmminderung im Straßenverkehr bei. Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen dabei innovative Technologien zur Reduktion der Geräuschemissionen ein, wie Busse und Bahnen mit lärmreduzierten Motoren oder Bremsen. Kombiniert mit dem Fuß- und Radverkehr leisten die Mobilitätsangebote des saarVV einen Beitrag zur persönlichen Gesundheit. Denn die Menschen, die den ÖPNV dem Pkw vorziehen, bewegen sich mehr. Der kurze Fußweg oder die Fahrt mit dem Rad von der Haustür zur Haltestelle und von der Haltestelle ins Büro gehören für viele Menschen zu einem aktiven Leben. Treppen steigen, Zufußgehen und Fahrradfahren stärken das Herz und verbrennen Kalorien.

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Umgebaute Haltestellen im Saarland in 2018

Umgebaute Haltestellen in den Landkreisen

  • Landkreis Merzig-Wadern: 64 Haltestellen
  • Landkreis Saarlouis: 56 Haltestellen
  • Regionalverband Saarbrücken: 41 Haltestellen
  • Landkreis St. Wendel: 32 Haltestellen
  • Saarpfalz-Kreis: 27 Haltestellen
  • Landkreis Neunkirchen: 15 Haltestellen
  • Landeshauptstadt Saarbrücken: 8 Haltestellen

mobisaar

Begleitservice für Bus & Bahn

Mobilitätseingeschränkte Menschen sind auf ein Angebot im ÖPNV angewiesen, das ihren besonderen Anforderungen entspricht. mobisaar unterstützt diese Fahrgäste, die Hilfe benötigen, durch den mobisaar-Service: Wer sich ungern ohne Begleitung in Bus & Bahn bewegt, etwa weil er schlecht sieht oder hört, im Rollstuhl sitzt, einen Rollator benötigt oder Probleme bei der Planung einer Reiseroute mithilfe der Fahrpläne hat, kann haupt- oder ehrenamtliche mobisaar-Lotsen anfordern. Sie helfen beim Ein-, Aus- und Umsteigen und bieten eine Begleitung von der Haustür bis zum Zielort und wieder zurück. Der mobisaar-Service ist kostenlos; benötigt wird lediglich der eigene gültige Fahrschein. 

mobisaar wird von mehreren Partnern umgesetzt, die unterschiedliche Kompetenzen zur Entwicklung des Projekts einbringen. Einer der Partner ist der saarVV. 

Die SNS hat seit dem 1. September 2019 die Projektkoordination beim Forschungsprojekt mobisaar von der Saarbahn GmbH übernommen. Durch ihr Netzwerk in der Fläche ist die SNS als Dachorganisation des saarVV der bestmögliche Treiber und Koordinator der gemeinsamen Idee mobisaar. Zudem betreibt die SNS seit Projektbeginn im Jahr 2015 über das saarVV Call & Abo-Center die mobisaar Service-Hotline.

Über die mobisaar Service-Hotline (06898 500 4000) können Lotsen angefordert und Rückfragen zum Angebot gestellt werden. Zudem bringt der Verkehrsverbund zweimal im Jahr das mobisaar-Magazin „Aktiv & Mobil“ heraus – mit informativen redaktionellen Beiträgen zum Projekt. „Aktiv & Mobil“ ist kostenfrei über die saarVV-Verkehrsunternehmen, die mobisaar-Partner und weitere Institutionen, Verbände und Vereine erhältlich. Das Magazin steht zudem als PDF auf der saarVV- und der mobisaar-Webseite zur Verfügung.

~1 %
der Saarländerinnen und Saarländer leiden unter einer Behinderung, mehr als die Hälfte davon an einer erheblichen Gehbehinderung
1
mal pro Monat sind die mobisaar-Lotsen unterstützend tätig - in Form von gebuchten Fahrten oder im Liniennetz
< 1
Lotsen sind für mobisaar unterwegs

Stand von mobisaar und die Rolle des saarVV

Interview mit Prof. Dr. Daniel Bieber, iso-Institut, Partner von mobisaar

Hintergrund mobisaar-Projekt

Seit Ende 2015 erleichtert der Begleitservice mobisaar mobilitätseingeschränkten Menschen die Nutzung von Bus & Bahn im Saarland. Im Mittelpunkt stehen die haupt- und ehrenamtlichen Lotsen, die es den mobisaar-Kunden erleichtern, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben – insbesondere auch in ländlichen Regionen. mobisaar setzt zur Koordination und Unterstützung der Lotsen auf Hilfsmittel wie Hotlines, Kommunikationsmedien und Fortbildungen. Ende 2019 wird der mobisaar-Service im Regionalverband Saarbrücken, dem Saarpfalz-Kreis und den Landkreisen Neunkirchen und Saarlouis angeboten. Das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) ist, wie die SNS GmbH, einer der mobisaar-Partner, die von Beginn an das Projekt koordinieren und weiterentwickeln. Der iso-Geschäftsführer Prof. Dr. Daniel Bieber äußert sich im Interview zu Stand und Zielsetzung von mobisaar und der Rolle des saarVV in dem ambitionierten Projekt.

Herr Professor Bieber, seit mehr als drei Jahren gibt es nun schon mobisaar im Saarland. Wie zufrieden sind Sie mit der Umsetzung der Projektziele?

Daniel Bieber: Insgesamt kommen wir gut voran. Wir haben aktuell über 60 Lotsen unter Vertrag und sind damit einer der größten Begleitdienste in Deutschland. Wir arbeiten nicht nur in Saarbrücken oder im Speckgürtel von Saarbrücken, also im Regionalverband, sondern auch in den Landkreisen Neunkirchen und Saarlouis sowie Saarpfalz-Kreis. Damit sind wir der einzige Begleitservice in Deutschland, der auch im ländlichen Raum seine Dienste anbietet.

2019 schloss sich Saarlouis als weiterer Landkreis dem mobisaar-Projekt an. 2020 sollen weitere Landkreise folgen und somit ein saarlandweites mobisaar-Angebot realisiert werden. Ist diese Planung umsetzbar?

Daniel Bieber: Das hoffen wir. Der Landkreis St. Wendel und der Landkreis Merzig-Wadern haben große Probleme bei der Finanzierung von Arbeitsmarktpolitischen Programmen, weil innerhalb des Saarlandes viele Mittel umgeschichtet wurden in Richtung Regionalverband Saarbrücken. Das bedeutet für die Landkreise, dass sie deutlich weniger Mittel zur Verfügung haben als in den letzten Jahren. So dass wir jetzt die Situation haben, dass zwar alle mobisaar sehr gut finden, es aber nur finanzieren könnten, wenn sie bei eingespielten Maßnahmen wie beispielsweise Sozialkaufhäusern sparen müssten. Und das wollen sie nicht, wofür wir Verständnis haben.

mobisaar will dazu beitragen, dass mobilitätseingeschränkte Menschen, Barrieren im ÖPNV besser überwinden können. Wie nah sind Sie diesem Ziel im Saarland schon gekommen?

Daniel Bieber: Ja, es stimmt: mobisaar erlaubt Menschen, die wie auch immer begründete Mobilitätseinschränkungen haben, durch den ÖPNV eine Teilhabe am sozialen Leben, auch ohne eigenes Auto. Und auch ohne das Auto von Familienangehörigen, Nachbarn oder Freunden. Man kann also auch mal selbständig aus der eigenen Wohnung rauskommen. Aber, das muss man immer wieder betonen: mobisaar ist kein Ersatz für Barrierefreiheit im ÖPNV. Der muss so oder so noch viel barrierefreier werden.

Was muss nach Ihrer Einschätzung getan werden, um das Ziel einer Mobilität für alle auf Dauer erreichen zu können?

Daniel Bieber: Wir hören hier oft den Hinweis auf das autonome Fahren mit Elektrofahrzeugen. Die sollen die Lösung für alle Probleme des Verkehrs bringen. Ganz abgesehen davon, ob das stimmt und wann die autonomen Autos wirklich kommen werden: Es wird immer Leute geben, die Unterstützung und Begleitung brauchen, wenn sie sich außerhalb ihrer eigenen vier Wände bewegen. Man denke nur an Schlaganfallpatienten mit Gesichtsfeldausfall oder an andere Patienten mit sensorischen oder kognitiven Einschränkungen. Den Bedarf wird es also immer geben. Bei der Entwicklung des Wettbewerbskonzepts, mit dem das iso-Institut beim Forschungsministerium mobisaar gewonnen hat, haben wir das System bewusst so gestaltet, dass es auch im Jahre 2021 mit deutlich geringerem Mitteleinsatz als heute saarlandweit oder darüber hinaus gut funktionieren kann.

Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht der saarVV bei mobisaar?

Daniel Bieber: Eine sehr, sehr wichtige. Es braucht einfach eine koordinierende Instanz, die saarlandweit die Seite der Verkehrsunternehmen in einem solchen Verbund von vielen Partnern abdeckt und die Kundenansprache für das ganze Saarland organisiert. Das Callcenter des saarVV nimmt die Telefonanrufe entgegen, mit denen noch immer die meisten Kunden ihre Begleitdienste buchen. Wir haben ja auch andere Buchungsmöglichkeiten wie die mobisaar-App oder das Internet. Sogar per E-Mail kann man den Service buchen. Aber die meisten unserer Kunden ziehen noch immer das persönliche Gespräch vor und das wird im Callcenter des saarVV sehr gut für alle Landkreise, die sich an mobisaar beteiligen, gemanagt.

Was meinen Sie mit „gemanagt“?

Daniel Bieber: Naja, es ist ja nicht damit getan, einen Kundenwunsch entgegenzunehmen. Es muss ja schon während des Gesprächs die Fahrt organisiert werden. Wo will der Kunde abgeholt werden, wo will er hin, reicht ein Lotse oder braucht man zwei, welcher Lotse kommt in Frage, kann die Fahrt sicher auch so stattfinden, wie sie das System plant? All das sind Fragen, die im Callcenter schon während des Anrufs geklärt werden müssen. Wir vermuten, dass es die Kunden sehr schätzen, dass sie am anderen Ende der Leitung einen Menschen antreffen, dem sie dann einfach vertrauen, dass der Lotse auch wirklich kommt. Bei Älteren sind wir eben noch ziemlich weit weg davon, das ganze Leben über Smartphones und Apps zu organisieren. Da ist – trotz eines hohen Stands der Digitalisierung – auch bei mobisaar noch immer ziemlich viel analoge Dienstleistung dabei.

Die SNS hat seit dem 1. September 2019 die Projektkoordination beim Forschungsprojekt mobisaar von der Saarbahn GmbH übernommen. Durch ihr Netzwerk in der Fläche ist die SNS als Dachorganisation des saarVV der bestmögliche Treiber und Koordinator der gemeinsamen Idee mobisaar. Zudem betreiben wir bereits seit Jahren über das saarVV Call & Abo-Center die mobisaar Service-Hotline.

Arbeitgeber

Arbeitsplätze mit gesellschaftlicher Verantwortung

Ausbildung junger Menschen
Verbund für ein funktionierendes Miteinander
Ausbildung junger Menschen

Wegen der demografischen Entwicklung ist zukünftig mit niedrigeren Zahlen an Schulabgängern im Saarland zu rechnen. Zusätzlich stehen den Verkehrsunternehmen im saarVV schon aktuell weniger qualifiziertes Fahrpersonal zur Verfügung. Eine Maßnahme ist die vermehrte Ausbildung von Jugendlichen  zum Berufskraftfahrer gem. Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz.

Bei den saarVV-Unternehmen bieten jungen Menschen die Möglichkeit u. a. den Ausbildungsberuf „Berufskraftfahrer/in Personenverkehr“ erlernen. Die aktuellen Ausbildungszahlen zeigen die hohe Akzeptanz dieses Berufsbildes. Viele Jugendliche haben sich in den vergangenen Jahren im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Es bedarf großer Anstrengungen und gezieltem Recruiting durch die Verkehrsunternehmen im saarVV, um junge Erwachsene für die Aufgaben im ÖPNV zu begeistern. Technisches Know-how, soziale Kompetenz und Kommunikationsbereitschaft im Umgang mit den Fahrgästen sind wichtig. Ein sicheres und wirtschaftliches Führen der Fahrzeuge ist ebenso Grundvoraussetzung wie ein umsichtiges Verhalten im Straßenverkehr.

Der saarVV und die beteiligten Verkehrsunternehmen kommen so dem gesellschaftlichen Auftrag nach, Jugendlichen im Saarland Chancen im zukünftigen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Mit der gemeinsamen Ausbildungsinitiative wird der saarVV seiner sozialen Verantwortung in vorbildlicher Weise gerecht. Von Beginn an arbeiten die Verkehrsunternehmen im saarVV dabei Hand in Hand. Das zeigen auch die Werkstattkooperationen, die eine Bündelung der Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten mit vielen weiteren Synergieeffekten ermöglichen. Auf Basis dieser Arbeitsmarktinitiativen sind die Verkehrsunternehmen im saarVV für die Zukunft gut aufgestellt. Er sichert und schafft langfristig Arbeitsplätze und trägt zum zukunftsorientierten Gemeinwohl in der Region bei.

Verbund für ein funktionierendes Miteinander

Der saarVV nimmt Mobilität als seine grundlegende Aufgabe sehr ernst. Hunderttausende Menschen verlassen sich täglich auf die Leistungen des Verbunds. Die Busse & Bahnen bringen die Menschen zur Arbeit, zur Ausbildung, zum Einkaufen oder zu Freizeitangeboten. Sie sichern so die Grundfunktionen der Wirtschaft und des sozialen Miteinanders. Ein guter Anschluss an den ÖPNV hilft Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte zu finden und zu binden. Für Schüler und Auszubildende wird manche hochwertige oder außergewöhnliche Bildungsmöglichkeit erst durch das flächendeckende Angebot der Verkehrsunternehmen im saarVV erreichbar.

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Mitarbeiter in den Verkehrsunternehmen im Saarland (2018)

Angebot

Zielgruppenorientierte Tickets als entscheidender Grundpfeiler des saarVV

Ein wichtiges Ziel bei der Etablierung und Entwicklung eines funktionierenden Tarifsystems ist es, sich an den Bedürfnissen der Fahrgäste zu orientieren. Dabei werden neue Kundengruppen angesprochen und auf Entwicklungen im ÖPNV-Nutzungsverhalten eingegangen. Die Strategie, über gezielte Abonnement-Tickets die Kunden zu binden, stellt einen entscheidenden Schritt für die positive Entwicklung des saarVV dar. Die Verkäufe vonAbonnement-Tickets haben sich kontinuierlich gesteigert. Hier zeigt sich eine deutliche Veränderung des Kundenverhaltens bei Kauf und Nutzung der angebotenen Tickets. Um diesen Trend zu unterstützen, wurden bestehende Zeitkartenangebote auf den gesamten saarVV ausgeweitet, neue Angebote kreiert und relationsbezogene Zeitkarten durch gebietsbezogene ergänzt. So reagierte der saarVV auf den demografischen Wandel mit der Einführung und Weiterentwicklung des SeniorenTickets oder der SchülerAbo-Karte mit den Zusatzoptionen AboFun und SaarFun. Angebote wie das BürgerTicket, das JobTicket oder das FerienTicket binden wichtige Zielgruppen, erreichen neue Kunden und eröffnen den Fahrgästen zusätzliche, attraktive Möglichkeiten im ÖPNV. Die kundenorientierte Entwicklung von Tarif- und Serviceangeboten durch den saarVV ist eine wichtige Grundlage, um den Menschen in der Region eine attraktive Alternative zum Individualverkehr zu ermöglichen.

Entwicklung der Fahrgeldeinnahmen seit Gründung des saarVV

JobTicket

Ideal für Pendler im Saarland: bis zu 40 % sparen, schon ab 3 Personen erhältlich

JobTicket und JobTicket-Plus kommen an

Seit 2017 sind die Bedingungen zum Erwerb des JobTickets wesentlich vereinfacht und verbesserte Rabattstufen eingeführt worden. Das JobTicket bietet nun deutlich attraktivere Konditionen. Zuvor konnten Unternehmen das JobTicket nur anbieten, wenn mindestens 20 Mitarbeiter das Abonnement nutzen wollten. Jetzt sind nur noch drei Beschäftigte notwendig. Sie erhalten zudem einen Rabatt von mindestens 10 % auf den Ticketpreis.

Dazu gelten alle Vorteile einer Jahreskarte. Bis zu drei Kinder unter sechs Jahren können kostenlos mitfahren. Von Montag bis Freitag ab 19 Uhr und ganztägig an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen ist die Mitnahme von zwei weiteren Personen möglich. Die Landesregierung beteiligt sich am Ausgleich der Mindereinnahmen, die durch die zusätzliche Rabattieren und die Finanzierung des JobTicket-Büros entstehen.

Das JobTicket entwickelte sich zum Erfolgsmodell und kommt richtig gut bei Unternehmen und Mitarbeitern an. Von März 2017 bis Ende 2019 wurden über 110 neue JobTicket-Rahmenverträge abgeschlossen und knapp 2.600 Neukunden gewonnen. Die Zahl der JobTicket-Nutzer ist seitdem insgesamt auf über 5.350 gestiegen.

JobTicket-Plus: bis zu 40 % sparen

Mit dem JobTicket-Plus bietet der saarVV eine Variante an, die den Arbeitgebern die Möglichkeit gibt, sich zu beteiligen. Sie können jetzt einen finanziellen Eigenanteil am Rabatt des JobTickets leisten, der dann von den Verkehrsunternehmen im saarVV mit der gleichen Summe verdoppelt wird. Der Rabatt orientiert sich an der finanziellen Förderung des Unternehmens bzw. der Behörde (mind. 10 %), unabhängig von der Anzahl der Nutzer. Grundsätzlich gilt: Das Verkehrsunternehmen gewährt denselben Rabatt wie der Arbeitgeber. Gibt der Arbeitgeber einen Rabatt von beispielsweise 10 %, so gibt das Verkehrsunternehmen einen Rabatt von 10 %. Das Maximum liegt jeweils bei 20 % – dadurch kann der Arbeitnehmer bis zu 40 % sparen.

JobTicket-Projektbüro

Einen Beitrag zum Erfolg leistet das JobTicket-Projektbüro, das die Kunden bei allen Fragen zum Tarif berät. Ein wichtiger Schritt war der Umzug des JobTicket-Büros in die Saarbrücker City in die Nassauerstraße 2-4. In die neuen Räumlichkeiten stehen die Mitarbeiterinnen als direkte Ansprechpartnerinnen für die Kunden zur Verfügung.

Das JobTicket-Büro ist montags, mittwochs und freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr für Besucher geöffnet. Von Montag bis Freitag, 8.00 bis 16.30 Uhr werden zudem unter der Telefonnummer 0681/5003400 oder unter jobticket@saarVV.de alle Fragen zum JobTicket beantwortet. Auf der saarVV-Webseite besteht für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Bestands- und Neukunden zudem die Möglichkeit, über ein Kontaktformular Informationsmaterial zum JobTicket anzufordern oder ein Beratungsgespräch zu vereinbaren.

2300
neue Job-Ticket-Verträge wurden bis Anfang 2019 abgeschlossen
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teilnehmende Firmen und Institutionen
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eingehende Anrufe im Jobticket-Büro (2018)

Kommunikation

Die Information der Fahrgäste steht im Mittelpunkt

Fahrgastinformation und Kundenansprache mit modernen, kreativen Mitteln

Der ÖPNV ist heutzutage mehr denn je auf den offensiven Einsatz moderner Kommunikationsmittel angewiesen. Für den saarVV steht dabei die unmittelbare Information der Fahrgäste im Mittelpunkt – vor allem über Bus- und Bahnanschlüsse, Tarife und Angebote. Er setzt dabei auf die Möglichkeiten der neuen Medien und modernen Kommunikationsmittel. Die Etablierung und Optimierung dieser Medien gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Verbundkommunikation. Ziel ist es, dass Interessenten auf Basis der neuesten Technologie z. B. über Computer und Mobilgeräte auf dem Laufenden gehalten werden.
Dabei setzt der saarVV auf einen durchdachten Mix an Kommunikationskanälen. Dem Abbau von Zugangsbarrieren kommt eine wichtige Rolle zu. Diese Projekte werden systematisch und initiativ vorangetrieben.

saarVV Call- & Abo-Center – Ein Kundenservice für alle

Dienstleistung für Fahrgäste wird beim saarVV groß geschrieben: Alle Leistungen rund um die Fahrplan- und Tarifauskunft sowie die Abo-Verwaltung sind im Call- & Abo-Center in Völklingen zentral gebündelt und werden hier unter einem Dach angeboten.

Internetauftritt

Übersichtliches Webdesign und eine nutzerfreundliche Navigationsstruktur – die Webseite des saarVV orientiert sich stark an den Sehgewohnheiten und Informationsbedürfnissen der Fahrgäste. Zudem ist sie auf eine möglichst barrierefreie Nutzung ausgelegt. Alles rund um den saarVV finden die Bürgerinnen und Bürger auf www.saarVV.de.

Newsletter

Mit dem Newsletter setzt der saarVV auf ein kundenorientiertes Online-Medium mit Mehrwert, das bei den Fahrgästen sehr gut ankommt. Sie erhalten Informationen zum Angebot des saarVV, zu den Verkehrsunternehmen im Verbund sowie viele Tipps zu Aktionen, Tickets und Veranstaltungen. Die Fahrgäste können sich direkt online zum Newsletter anmelden. Er wird den registrierten Abonnenten monatlich per E-Mail zugeschickt.

Soziale Medien

Der Instagram-Account @meinsaarVV und der Youtube-Kanal des saarVV sprechen insbesondere Schüler, Azubis, Studenten und junge Berufstätige an. Mit einer Mischung aus Informationen und Interaktion wird ein junges Image des ÖPNV in dieser Zielgruppe vermittelt. Schließlich sind die 14- bis 29-jährigen die ÖPNV-Nutzer der Zukunft.

Marketingaktionen: Kundengewinnung, -bindung und -information

Die Marketingkampagnen des saarVV tragen dazu bei, die Vorteile des ÖPNV sowie die Tarife und Serviceinstrumente des Verbundes bekannt zu machen.

Dabei ist es das maßgebliche Ziel, neue Fahrgäste für den ÖPNV zu gewinnen, bestehende Kunden zu halten und über Angebote oder Aktionen zu informieren. Die Kommunikationsmaßnahmen sind meist zielgruppenorientiert ausgerichtet, zum Beispiel für Senioren, Schüler, Berufstätige und Neubürger. Oder sie stellen imageorientierte ÖPNV-Themen, wie Umweltorientierung, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Sicherheit, Komfort, Serviceorientierung oder Verkehrsentlastung in den Fokus. Alle Kommunikationskanäle werden dabei eingesetzt – von Online über Print, Film und Radio bis hin zu Plakatwerbung und Promotion. Magazine und weiteres Informationsmaterial zu den Ticket- und Serviceangeboten des saarVV liegen in den Kundenzentren der Verkehrsunternehmen vor Ort kostenfrei aus oder können online heruntergeladen werden.

Zielgruppenorientierte Medien

Der saarVV bietet Fahrgästen und potentiellen Neukunden zielgruppenspezifische Medien und Angebote, die informieren, Mehrwerte offerieren und so zusätzlich zur Nutzung des ÖPNV motivieren. Für Senioren bringt der saarVV das Magazin „Aktiv & Mobil“ heraus, das Informationen, Anregungen und Tipps zum Thema Mobilität für die Generation 65plus beinhaltet. Spezielle Mitfahr-Angebote von Senioren für Senioren sollen zudem helfen, den Einstieg in den ÖPNV zu erleichtern. Das Magazin ist Teil des Projektes mobisaar, für das sich der saarVV engagiert. Jüngere Schüler werden in Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen im Saarland über Wege und Verkehrsmittel des saarVV beim Schulwechsel informiert. Junge Erwachsene spricht der Verbund über die sozialen Medien Instagram und Youtube direkt an. Weitere Marketingaktionen optimieren das Image, erhöhen die Bekanntheit des saarVV und fördern den Dialog mit dieser wichtigen Zielgruppe. Um die Integration von Flüchtlingen im Saarland zu unterstützen, hat der saarVV eine mehrsprachige Broschüre herausgebracht. Unter dem Motto „Unterwegs im Saarland“ gibt dieses Informationsmedium wichtige Hilfestellungen für die Fahrgäste,  um sicher mit Bus & Bahn im Saarland mobil zu sein. Die Broschüre erklärt in Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch, was bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu beachten ist. Die Kernaussagen und -aspekte werden zudem durch leicht verständliche Fotos und Piktogramme unterstützt. Im Tourismussegment steigert die Verknüpfung touristischer Ziele mit dem ÖPNV-Angebot durch informative Broschüren, Mehrwert-Aktionen und Zusatznutzen für die Fahrgäste die Attraktivität von Bus & Bahn bei den Menschen. Mit speziellen Flyern gibt der Verbund den Fahrgästen nützliche Instrumente zu einer aktiven Freizeitgestaltung an die Hand und unterstreicht so die Wichtigkeit des ÖPNV im Freizeitverkehr.

Engagement

Nachhaltige Unterstützung der Region

Regionales und soziales Engagement

Gesellschaftliches Engagement in der Region – auch das ist ein Eckpfeiler der nachhaltigen Kommunikationsstrategie des saarVV. Mobilität steht hier im Mittelpunkt – sei es in Form von gemeinnützigen Initiativen, Sportevents oder der Förderung von Aktionen gesellschaftlicher Gruppen und Organisationen für ein bewusstes, umweltorientiertes Miteinander im Straßenverkehr.

Aktion „Autofasten“: Kostenfreie Netztickets für Teilnehmer

Der saarVV unterstützt regelmäßig die Veranstaltung „Autofasten“. Der saarVV spendet 200 Zwei-Wochen-Netztickets, die unter den Teilnehmenden am „Autofasten“ im Saarland ausgelost werden. Die Freikarten sind eine Einladung des saarVV an alle Teilnehmer, den ÖPNV als echte Alternative zum Auto kennenzulernen und als eigenen Beitrag zum Klimaschutz wahrzunehmen.

Die Aktion „Autofasten“ wird jedes Jahr zur Fastenzeit von den christlichen Kirchen im Südwesten Deutschlands gemeinsam mit dem Rat christlicher Kirchen im Großherzogtum Luxemburg organisiert. Autofahrer werden dabei eingeladen, ihren Wagen möglichst oft stehen zu lassen und stattdessen die täglichen Wege mit dem Rad zurückzulegen, Busse & Bahnen zu nutzen oder kurze Wege zu Fuß zu gehen. Ist das Auto nicht zu ersetzen, wird zu spritsparendem Fahren, zur Bildung von Fahrgemeinschaften oder zum Carsharing geraten. Ziel ist es, über eine Änderung des persönlichen Lebensstiles zur Verringerung der klimaschädlichen CO2-Emissionen beizutragen.

Mobil zum Rennen: B2run-Firmenlauf

Aktiver, beweglicher, gesünder und dabei noch den Teamgeist der Mitarbeiter stärken – dafür steht der saarVV. Deshalb engagiert sich der saarVV als Sponsor und Unterstützer des B2Run-Firmenlaufs in Dillingen: Alle teilnehmenden Läufer können mit ihren Startnummern Bus & Bahn im Saarland zum Zielort Dillingen und zurück kostenlos nutzen. Zudem werden Sonderzüge eingesetzt. Kostenlose Shuttle-Services bringen die Teilnehmer von weiter entfernten Sonderparkplätzen zur Laufstrecke. Bei dem Breitensport-Event absolvieren über 10.000 Läufer eine ca. 5 Kilometer lange Strecke. Der saarVV nimmt mit einem eigenen Laufteam teil.

Berufsorientierung am Girls’Day und Boys’Day

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Girls’Day und Boys’Day im Saarland können kostenfrei mit Bus & Bahn zu den Veranstaltungsorten anreisen. Dafür stellt der saarVV die Freikarten für Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 5 zur Verfügung. So bekommen sie die Möglichkeit, einen Tag lang in Berufe reinzuschnuppern, die aufgrund von geprägten Rollenbildern in der Gesellschaft bei der Berufswahl seltener in Betracht gezogen werden.

SR-Ferien Open Air: Besonders preisgünstig mit Bus & Bahn nach St. Wendel zum „School’s out“

Der saarVV bietet einen Sondertarif zur Anreise zum SR-Ferien Open Air nach St. Wendel an. Für diesen Aktionstag wird die saarVV-Einzeltageskarte für bis zu vier weiteren Personen geöffnet. Mit fünf Personen zum Preis von nur einer Person sind die Schülerinnen und Schüler so im entsprechenden Geltungsbereich durchgängig mit allen Bussen, der Saarbahn oder den Nahverkehrszügen der 2. Klasse günstig unterwegs. Durch dieses Sonderangebot sparten die Fahrgäste ca. 50 % von Normalpreis. Das freute nicht nur die Schülerinnen und Schüler!

Gesellschaftliches Engagement in der Region – auch das ist ein Eckpfeiler der nachhaltigen Kommunikationsstrategie des saarVV. Mobilität steht hier im Mittelpunkt.

Ökonomie

Gesellschaftliche Verantwortung, wirtschaftlicher Nutzen

Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor für die Region

Die Leistungen und Angebote des saarVV und der beteiligten Verkehrsunternehmen stiften einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. Die Herausforderungen einer intakten Verkehrsstruktur – als entscheidende Grundlage für den ökologischen Erfolg unserer Gesellschaft – sind nur mit einem funktionierenden ÖPNV zu bewältigen.
So sichert der ÖPNV Arbeitsplätze vor Ort. Die Verkehrsunternehmen im saarVV sind attraktive Arbeitgeber für Fachkräfte und Spezialisten mit guten Beschäftigungsperspektiven, Aufstiegsoptionen und Arbeitsbedingungen. Insbesondere für junge Menschen bietet die Branche interessante Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe. So investieren die Verkehrsunternehmen im saarVV in den Wirtschaftsstandort Saarland und fördern die Region und ihre Einwohner. Ein gut ausgebautes ÖPNV-System im Saarland erhöht zudem die Attraktivität der Region und stellt die Basis, um Industrie- und Wirtschaftsunternehmen für den Standort zu gewinnen.

Veränderte ökologische Strukturen wirken sich direkt auf ÖPNV aus

Der saarVV sieht sich wirtschaftlichen Problemstellungen unserer Gesellschaft konfrontiert. Bei dem eher moderat steigenden Realeinkommen in Deutschland in den kommenden Jahren wird sich das Konsumverhalten weiter verändern. Die Sparneigung privater Haushalte nimmt zu. Mehrausgaben für Gesundheit und Altersvorsorge stehen hohe Energiekosten gegenüber, die wiederum die Mobilität verteuern. Die Kosten für den Individualverkehr und für den ÖPNV steigen, während gleichzeitig die Investitionsbereitschaft der Bevölkerung sinkt. Im Saarland gestalten sich dabei die wirtschaftlichen Bedingungen verglichen mit dem Bundesdurchschnitt negativer.

Minimierung der externen Kosten

Die eingesparten Verkehrsmittelnutzerkosten sind ein großes ökonomisches Plus des ÖPNV. Bei der Vermeidung der sogenannten externen Kosten, die als negative Folgen des Verkehrs entstehen, stellt er die bessere Alternative dar. Zu den externen Kosten zählen die Belastungen durch die Umweltverschmutzung und die Unfall- und Unfallfolgekosten. Busse & Bahnen verursachen deutlich weniger externe Kosten als Pkw. Hinzu kommt: Der gesamtwirtschaftliche Nutzen des ÖPNV übersteigt die Höhe der für den Betrieb eingesetzten Mittel im Durchschnitt deutlich und  die Bruttowertschöpfung ist auf einem hohen Niveau. Diese Vorteile spiegeln sich leider nicht im Preis der Verkehrsleistung wider. Dies führt dazu, dass die wichtige Rolle des ÖPNV zur Verbesserung des gesamten Verkehrssystems nur unzureichend wahrgenommen wird. Die Anlastung der externen Kosten würde das Zusammenspiel der Verkehrsträger und damit die Optimierung des Gesamtsystems stärken. Durch die Berücksichtigung der externen Kosten bei der individuellen Verkehrsentscheidung, könnte der Schaden für die Volkswirtschaft minimiert werden.

Wettbewerbsfähigkeit erhalten und erhöhen

Effiziente Leistungserbringung, Dienstleistungsorientierung und kundengerechte Angebote verbunden mit einer konsequenten unternehmerischen Ausrichtung tragen dazu bei, dass der saarVV als wirtschaftlicher Faktor eine wichtige Rolle einnimmt. Fakt ist: Die Verkehrsunternehmen im saarVV müssen sich immer wieder dem Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern stellen – und das mit einem begrenzten finanziellen Spielraum. Ein funktionierender, für alle soziale Gruppen zugänglicher und relevanter ÖPNV ist  von Zuschüssen und Unterstützungen abhängig. Dieser Umstand wird sich im Zuge der anstehenden gesellschaftlichen Veränderungen weiter verstärken.

1 x mehr
kostet der PKW-Verkehr in einer deutschen Großstadt die öffentliche Hand und die Allgemeinheit im Vergleich zum ÖPNV
Mit 0-1 %
erzeugt der PKW-Verkehr die höchsten externen Kosten im Vergleich der Personenverkehrssysteme
Über 1 %
trägt der ÖPNV in Deutschland aus eigenen Mitteln zur Deckung seiner Kosten bei

© Quelle6

Zahlen und Fakten

Der saarVV bewegt Menschen

saarVV in Zahlen: Fahrgäste, Mitarbeiter, Fahrzeuge und mehr

Zahlen, Daten und Fakten unterlegen die Leistung, die Bedeutung und den Umfang des saarVV: Knapp 71 Millionen Fahrgäste nutzen Bus & Bahn jährlich, mehr als 2.000 Menschen arbeiten für die Verkehrsunternehmen im saarVV und über 1.200 Fahrzeuge sind im Saarland im Einsatz, ohne Einbezug der Subunternehmen. Die Zahlen verdeutlichen: Der saarVV bewegt die Menschen in vielerlei Hinsicht.

Geschäftsjahr 2018: Anstieg bei den Stückzahlen, JobTicket & Kurzstrecke

Im Geschäftsjahr 2018 entwickelte der saarVV den Tarif weiter, um den Fahrgästen ein bedarfsgerechtes Angebot unterbreiten zu können. Es wurden rund 85,65 Mio. Euro an Fahrgeldern eingenommen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Einnahmen minimal um rund 10.000 Euro zurückgegangen. Bezieht man die Ausgleichszahlungen für Mindereinnahmen des JobTickets und des verbundweiten KurzstreckenTickets seitens des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr mit in die Entwicklung ein, konnte bei den Einnahmen 2018 ein leichtes Plus von 0,21 % gegenüber 2017 erzielt werden. Die Stückzahlen an verkauften Tickets erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 600.000 Stücke auf 7,87 Mio. Stücke. Insgesamt beförderten Busse, Bahnen und die Saarbahn 2018 rund 70,95 Mio. Fahrgäste im Verbundgebiet. Das sind  0,88 % weniger als im Vorjahr.

Beim JobTicket und KurzstreckenTicket konnten aufgrund vertriebsspezifischer und zielgruppenorientierter Maßnahmen deutliche Zuwachszahlen erzielt werden. Finanziell unterstützt wurde der saarVV dabei durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. So konnten beim KurzstreckenTicket über 750.000 Stück mehr als 2017 verkauft  werden. Der Verkauf an JobTickets steigerte sich um 15,5 % gegenüber dem Vorjahr.

1
Linien
1
Haltestellen
1 Mio.
Fahrplankilometer
1
Fahrkartenautomaten

Verkehrs-
entwicklungsplan

Neuaufstellung des ÖPNV im Saarland

Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV: Handlungskonzept für den Nahverkehr im Saarland

Das saarländische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr beschloss 2016 einen neuen Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV (VEP ÖPNV) aufzustellen, der auf aktuelle gesetzliche, demografische, raumstrukturelle und verkehrliche Rahmenbedingungen aufbaut. Ziel soll es sein, ein Handlungskonzept für den Nahverkehr im Saarland zu erarbeiten, das in der mittelfristigen Perspektive von 10 bis 15 Jahren umsetzbar ist. Bestandteile des VEP ÖPNV sind zum einen das Fahrtenangebot auf den Strecken des Schienenpersonennahverkehrs und des landesweiten Busliniennetzes. Hierfür werden Maßnahmen erarbeitet, die u. a. das Fahrtenangebot, die Linienwege und der Infrastrukturbedarf bestimmen. Darüber hinaus werden Qualitätsstandards festgelegt und Vorgaben für den lokalen Nahverkehr definiert, die von den jeweiligen Aufgabenträgern – wie den Landkreisen, dem Regionalverband Saarbrücken der Landeshauptstadt Saarbrücken und der Stadt Völklingen – entsprechend berücksichtigt werden sollen.

Die Neuaufstellung des VEP ÖPNV ging 2018 in die konzeptionelle Phase. Dabei wurden insbesondere Maßnahmenvorschläge zu entscheidenden Aspekten wie Barrierefreiheit, Digitalisierung, ländlicher Raum, Tarifsystem und grenzüberschreitender Verkehr diskutiert. Thematisiert wurden auch das Fahrtenangebot (u. a. Linienführungen, Fahrtenhäufigkeit, Angebotszeiträume und Fahrzeugqualität), infrastrukturelle Erfordernisse (u. a. Schieneninfrastruktur und Bushaltestellen) und weitere Rahmenbedingungen wie etwa der Vertrieb und die Belange des Klimaschutzes. Im weiteren Prozess sollen konkrete Maßnahmen zum Erreichen der gesteckten Ziele wie Pünktlichkeit, bessere Verknüpfung der Verkehrssysteme sowie Barrierefreiheit, Sicherheit und Sauberkeit der Stationen entwickelt werden.

Die Planungen werden unter Beteiligung der Öffentlichkeit und aller Interessensgruppen erarbeitet. Über die Website des Verkehrsentwicklungsplans www.vep.saarland können Interessenten Vorschläge zur Verbesserung des ÖPNV unterbreiten. Auf der Online-Plattform werden Informationen über den Sachstand publiziert und Anregungen aufgenommen. Als weitere Grundlage dient außerdem eine landesweite repräsentative Befragung im Saarland rund um das Thema ÖPNV. Sie soll zur Nutzung, zur Qualität, zu Verbesserungsmöglichkeiten und zur Tarifstruktur des ÖPNV wichtige Impulse liefern.

Hintergrund Verkehrsentwicklungsplan

Seit Inkrafttreten des bisherigen VEP ÖPNV im Jahr 1998 haben sich die Rahmenbedingungen im Nahverkehr verändert. Das Personenbeförderungsgesetz ist novelliert worden. Die Überarbeitung des saarländischen ÖPNV-Gesetzes ist erfolgt. Neue Wohn- und Gewerbegebiete sind entstanden. Veränderungen der Bevölkerungsstruktur, wie etwa der Alterung der Gesellschaft, stellen neue Anforderungen an den ÖPNV. Darüber hinaus ist ein Großteil der Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr per Ausschreibung neu vergeben worden. Seit 1998 sind einige Planungen des bisherigen VEP ÖPNV realisiert worden, bei anderen Plänen hingegen steht die Umsetzung noch aus. Somit entstand der Anlass, eine umfassende Bestandserfassung durchzuführen. Auf Grundlage des Status quo wird überprüft, welche Maßnahmen aus dem bisherigen VEP ÖPNV weiterhin einen hohen Nutzen aufweisen und auf welche verzichtet werden kann. Zudem sind Einzelgutachten zu unterschiedlichen Fragestellungen angefertigt worden. Diese sind jetzt aufeinander abzustimmen und für die Weiterentwicklung mit den strategischen Zielsetzungen für den Nahverkehr im Saarland abzugleichen.

Der Verkehrsentwicklungsplan soll in den nächsten Jahren die langfristige Strategie und Entwicklung des ÖPNV im Saarland gestalten. Die Maßnahmenpalette umfasst das gesamte Spektrum zur Verbesserung des ÖPNV, von Linienverbindungen und Fahrplänen über Haltepunkte und deren Ausstattung, Umsteigeverbindungen, Park and Ride bis hin zu weichen Faktoren wie Komfort, Sicherheit und Tarifsystem.

Finanzhilfen

Gesetz schreibt landesweiten Verkehrsverbund und gemeinsamen Verbundtarif für alle Betreiber des ÖPNV im Saarland fest

Finanzierung

Durch verbundbedingte Belastungen entstehen den Verkehrsunternehmen im saarVV zusätzliche Kosten und Einnahmeausfälle. Die Landesregierung gleicht dieses Defizit auf Grundlage eines Finanzierungsvertrags teilweise aus, um so die Initiative und Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen zu fördern. Daneben unterstützt das Land die Verkehrsunternehmen beim Ausbau zukunftsfähiger Fahrgeldmanagements- und Auskunftssysteme.

Finanzhilfen der Aufgabenträger

Mit dem am 01.01.2017 in Kraft getretenen Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr im Saarland (ÖPNVG) wurde der bisher auf vertraglicher Basis vereinbarte landesweite Verkehrsverbund auf Schiene und Straße sowie der gemeinsame Verbundtarif verpflichtend für alle Betreiber des ÖPNV im Saarland vorgeschrieben.
Das Gesetz schreibt Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen vor, den ÖPNV im Rahmen vorgegebener allgemeiner Vorschriften zu gestalten. So wird der gemeinsame Verbundtarif als eine gemeinwirtschaftliche Verpflichtung der Verkehrsunternehmen aufgrund einer allgemeinen Vorschrift gemäß Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23.10.2007 über öffentliche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße vorgegeben. Be- stehende Haustarife, die ausschließlich räumlich begrenzt innerhalb des Saarlandes gelten, sollen nach Inkrafttreten dieses Gesetzes in den Verbundtarif integriert werden.
Die gesetzlichen Vorgaben erfordern eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen der Aufgabenträger-Ebene und den Verkehrsunternehmen. Daher verpflichtet das ÖPNV-Gesetz den Verbund der Aufgabenträger und den Verbund der Verkehrsunternehmen zur vertrauensvollen Zusammenarbeit und Abstimmung.

Kooperations- und Dienstleistungsvertrag: Weiterentwicklung des saarVV

In Ausgestaltung dieser gesetzlichen Verpflichtung wurde diese Zusammenarbeit und die weitere Entwicklung des Verkehrsverbundes zum 01.01.2017 in einem Kooperations- und Dienstleistungsvertrag (KDV) zwischen dem Saarland, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, dem Zweckverband Personennahverkehr Saarland ZPS und der SNS Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH vereinbart.

Die Vertragspartner streben gemeinsam die Weiterentwicklung des Verbundes im Sinne der Ziele und allgemeinen Anforderungen des ÖPNV-Gesetzes an, um den sich wandelnden gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen, den Anforderungen an einen nachhaltigen Umweltschutz sowie den Anforderungen der Fahrgäste Rechnung zu tragen. Mit dem Ziel einer Erhöhung des Anteils der ÖPNV-Nutzung im Modal Split arbeiten sie bei der Planung und Verwirklichung des Angebots im ÖPNV des Saarlandes vertrauensvoll zusammen. Zur Vertiefung dieser Zusammenarbeit wurde ein Beirat aus Vertretern des für den ÖPNV zuständigen Ministeriums des Landes, dem ZPS sowie der SNS gebildet.
Der Beirat nimmt die ihm nach dem KDV zugewiesenen Aufgaben beratend und empfehlend wahr. Darüber hinaus befasst er sich mit der Entwicklung des ÖPNV im Saarland, insbesondere um die Zielerreichung und Maßnahmenumsetzung aus dem KDV. Erste Ziele aus dem KDV wurden umgesetzt, wie z. B. die Änderungen beim JobTicket und die Einführung eines Kurzstreckentarifs.

Übersicht der Finanzhilfen

Die Aufgabenträger fördern den Verbundverkehr im saarVV durch nachstehende Finanzhilfen:

  • Gewährung eines Ausgleichsbetrages an die nach § 14 Abs. 1 Satz 3 ÖPNVG berechtigten Unternehmen zur Förderung des Ausbildungsverkehrs (Preis- Kosten-Ausgleich, bis 31.12.2016 45a)
  • Gewährung zweckgebundener Finanzmittel gemäß § 15 Abs. 1 ÖPNVG an die kommunalen Aufgabenträger (Rechtsverordnung zur Gewährung der ÖPNV-Pauschale gemäß § 15 ÖPNV-Gesetz).
  • Kooperations- und Dienstleistungsvertrag (KDV), Ausgleich von verbundbedingten Kosten
:
    • für verbundbezogene Personal- und Sachaufwendungen der SNS
    • für das bei der SNS geführte verbundbezogene Call- & Abo-Center und für Maßnahmen zur Umsetzung der Zielstellungen bzw. projektbezogene Maßnahmen aus dem Kooperations- und Dienstleistungsvertrag
17,1 Mio
Bundeshfinanzhilfen nach dem Entflechtungsgesetz
11,5 Mio.
Erstattungsleistungen der Länder für ermäßigte Zeitfahrausweise im Ausbildungsverkehr

© Quelle7,8

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