Die Profilseite des Saarländischen Verkehrsverbundes (saarVV):

Botschaften, Hintergründe, Fakten, Statements & mehr zum saarVV und ÖPNV im Saarland

Einstieg

Busse & Bahnen bewegen die Menschen. Sie sind unverzichtbar für eine funktionierende Gesellschaft.

Elke Schmidt

Elke Schmidt
Geschäftsführerin der SNS GmbH

Dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kommt eine bedeutende Rolle bei der Lösung entscheidender gesellschaftlicher Herausforderungen zu.

Busse & Bahnen bieten Mobilität für alle sozialen Gruppen und sichern so grundlegende Strukturen des alltäglichen Zusammenlebens, sei es im Beruf, in der Schule oder in der Freizeit. Sie sind umweltfreundlich, energieeffizient, ressourcenschonend, zukunftsorientiert, entlasten nachhaltig den Straßenverkehr und erbringen so einen großen Nutzen für das Gemeinwohl.

Diese wichtige Rolle nimmt der ÖPNV natürlich auch im Saarland ein, im Besonderen seitdem im Jahre 2005 mit der Gründung des Saarländischen Verkehrsverbundes (saarVV) ein saarlandweit einheitliches Tarifsystem für die Nutzung von Bussen & Bahnen installiert wurde. Dadurch haben sich die Strukturen des ÖPNV in der Region deutlich verbessert.

Zielgruppenorientierte Ticketangebote, attraktive Serviceleistungen, zeitgemäße Digitalisierungsangebote und Kommunikationsmaßnahmen bringen seitdem entscheidende Erleichterungen für die Fahrgäste. Je attraktiver und leistungsfähiger der ÖPNV im Saarland ist, umso mehr Menschen sind für einen grundlegenden Bewusstseinswandel in Bezug auf die eigene Mobilität zu begeistern. Komfortsteigerung, Serviceorientierung, Fahrgastinformation, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Kundendialog sind hier die entscheidenden Qualitätskriterien, um die Menschen als Fahrgäste zu binden und neu zu gewinnen. Das bietet der saarVV.

Trotz des demografischen Wandels mit abnehmender Bevölkerungszahl wählen jährlich viele Millionen Fahrgäste im Saarland Busse & Bahnen als bevorzugtes Beförderungsmittel. Das erspart unserer Gesellschaft Millionen von Autofahrten und unterstützt den Wirtschaftsstandort Saarland.

Der saarVV hatte und hat große Herausforderungen zu bewältigen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Lösungen für anstehende Problemstellungen zu finden und diese umzusetzen. So bietet der saarVV den Menschen in der Region eine wichtige und attraktive Alternative zum Individualverkehr – zum Wohle der Fahrgäste, der Gesellschaft und der Wirtschaft.

Ohne die Förderung durch die Landesregierung und Aufgabenträger und ohne das Engagement der beteiligten Verkehrsunternehmen wäre die positive Entwicklung des saarVV nicht möglich gewesen.

Elke Schmidt

Geschäftsführerin der SNS Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH

(Die SNS GmbH nimmt die vielfältigen Aufgaben des saarVV wahr und koordiniert sie.)

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Fahrgäste im Saarland nutzten 2020 Busse & Bahnen als bevorzugtes Beförderungsmittel

Entwicklung der Fahrgastzahlen

Bevölkerung nach Altersgruppen im Saarland (2017)

© Quelle1

Über 10 %
Abnahme der Bevölkerung in der Gruppe der bis 18-Jährigen im Zeitraum 2000 bis 2016

„Wir steigen wieder ein!“

Interview mit SNS-Geschäftsführerin Elke Schmidt zu der Situation des saarVV und des ÖPNV im Saarland während der Corona-Pandemie

Frau Schmidt, im März 2020 überrollte unsere Gesellschaft die Corona-Pandemie mit allen Konsequenzen und Entwicklungen. Wie hat der saarVV im Krisenjahr 2020 darauf reagiert?
Wie hat sich die Corona-Pandemie imJahr 2020 auf Fahrgastzahlen und Einnahmen ausgewirkt?
Welche Hilfen benötigen die Verkehrsunternehmen im saarVV angesichts der Folgen der Corona-Pandemie?
Welche Rolle spielen etwaige Ängste der Bevölkerung vor Ansteckung mit dem Corona-Virus in den Bussen und Bahnen?
Mit welchen Auswirkungen rechnen Sie für den ÖPNV im Saarland und für den saarVV?
Inwiefern stellen die Veränderungen, die sich durch die Corona-Krise ergeben, auch eine Chance für den ÖPNV dar?
Frau Schmidt, im März 2020 überrollte unsere Gesellschaft die Corona-Pandemie mit allen Konsequenzen und Entwicklungen. Wie hat der saarVV im Krisenjahr 2020 darauf reagiert?

Elke Schmidt: Mit Beginn der Corona-Krise war das Wichtigste: Die Gesundheit geht vor. Insbesondere die Ausbreitung des Coronavirus muss verlangsamt werden. Alle Maßnahmen waren darauf ausgerichtet, Fahrgäste und Personal wie Busfahrer, Zugbegleiter und Mitarbeiter in den Kundenzentren zu schützen. Die Verkehrsunternehmen im saarVV bemühten sich in der Hochzeit der Krise, den Betrieb aufrechtzuerhalten, um die notwendige Mobilität zur Versorgung der Bevölkerung zu ermöglichen. Zur Information unserer Fahrgäste haben wir noch im März 2020 eine spezielle Webseite entwickelt und veröffentlicht, die über aktuelle Entwicklungen zum ÖPNV im Saarland in Bezug auf die Corona-Pandemie auf dem Laufenden hält.

Mit dem schrittweisen Aufheben der Kontaktbeschränkungen begannen die Verkehrsunternehmen im saarVV die Wiederaufnahme des Normalbetriebs. Es war wichtig, schnell ein ausreichendes Mobilitätsangebot mit Bus & Bahn zu schaffen, damit unsere Gesellschaft wieder durchstarten konnte. Deshalb initiierten wir 2020 Informationskampagnen mit dem Slogan „Wir steigen wieder ein!“, welche die Maßnahmen während dieser Corona-Zeit im saarländischen ÖPNV verdeutlicht. Diese gaben wir breit gestreut an die Fahrgäste weiter – in Form von Flyern, Anzeigen, Plakaten, Informationsfilmen, Promotionaktionen, Social Media u.v.m. Im Fokus standen dabei die Hygiene- und Schutzmaßnahmen, wie das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung bei der Nutzung der Verkehrsmittel sowie an Bahnhöfen, Haltestellen und in Kundenzentren der Verkehrsunternehmen des saarVV.

Ein Kernpunkt der Kampagnen war es, an die Eigenverantwortlichkeit der Fahrgäste zu appellieren, die Hygieneetikette bewusst zu beachten und einzuhalten. Daneben sollte die positive Wahrnehmung des ÖPNV zur Mobilitätssicherung gesteigert werden. Dafür wurden u. a. Mund-Nasenbedeckungen saarlandweit an stark frequentierten Haltepunkten durch mehrere Promotionsteams verteilt. Wir wollten mit diesen Kommunikationsmaßnahmen auf die Dringlichkeit der Beachtung der Abstands- und Hygienerichtlinien in Corona-Zeiten hinweisen.

Ab Juli 2020 wurde eine bundesweite Kampagne zur Rückgewinnung von Vertrauen und von Fahrgästen im ÖPNV umgesetzt, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gemeinsam mit den Bundesländern und dem Bundesverkehrsministerium realisieren will. Ziel dieser Kampagne ist es, über die Rückgewinnung von Kundinnen und Kunden einen langfristigen Erhalt der Fahrgeldeinnahmen und der Finanzierung des ÖPNV auch mit Blick auf die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor sicherzustellen.

Wie hat sich die Corona-Pandemie imJahr 2020 auf Fahrgastzahlen und Einnahmen ausgewirkt?

Elke Schmidt: Die Effekte der Corona-Pandemie haben zu starken Rückgängen der Fahrkartenverkäufe und somit auch der Einnahmen geführt. Im Geschäftsjahr 2020 beliefen sich die Fahrgeldeinnahmen auf rund 68,3 Mio. Euro. Dies bedeutet ein Minus gegenüber dem Vorjahr (85,14 Mio. Euro) von 19,79 %. Es wurden 60,83 Mio. Fahrgäste befördert, das sind 11,67 % weniger als im Jahr 2019. Die Stückzahlen an Tickets gingen um rund 25 % zurück. Das betraf insbesondere die Zahlen der Einzelfahr- und Zeitkarten, während die Abonnement-Kunden in der Krise verhältnismäßig treu bleiben.

Welche Hilfen benötigen die Verkehrsunternehmen im saarVV angesichts der Folgen der Corona-Pandemie?

Elke Schmidt: Auch wenn der ÖPNV sich gut auf die Pandemie einstellte: Das Herunterfahren vieler Branchen und großer Teile des gesellschaftlichen Lebens setzte den Verkehrsunternehmen erheblich zu. Wann die Fahrgastzahlen wieder das Vor-Krisen-Niveau erreicht haben, ist insbesondere abhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemie. Deswegen war und ist eine Unterstützung des ÖPNV von Bund und Land notwendig. Nur so kann der ÖPNV seine Rolle als Rückgrat einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität behalten und ausbauen. Schließlich ist ein attraktiver ÖPNV essentiell für die selbstbestimmte Mobilität von Millionen Menschen und ein Schlüssel für die Erreichung der Klimaziele. Für das Jahr 2020 hatte der Bund 2,5 Milliarden Euro im Zuge eines Rettungsschirmes bundesweit bereitgestellt, in gleicher Höhe sollten die Länder den Verkehrsbetrieben helfen.

So unterstützte das Land die Verkehrsunternehmen im saarVV beim Einbau von Schutzvorrichtungen in Bussen zwischen Fahrerarbeitsplatz und Fahrgästen, damit dort ein bestmöglicher virensicherer Infektionsschutz gegen die Corona-Pandemie gewährleistet wurde. Weitere wichtige Unterstützungsmaßnahmen war die Kulanzregelung für Abonnement-Kunden im Schüler- und Jedermann-Bereich 2020 und dann noch mal 2021 für Schüler-Abo-Kunden, die zwei Monate lang 50 % Ermäßigung auf ihren Abo-Betrag erhielten. Das saarländische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr stellte diese finanziellen Mittel bereit, um gezielt Familien mit schulpflichtigen Kindern und Auszubildenden über eine Kulanz-Regelung zu entlasten. Auch die Kosten für die sog. Verstärkerfahrten für Schulbusse übernahm das Land. Seit Ende August 2020 werden über 140 Extra-Busse zur Schülerbeförderung im Gebiet des saarVV eingesetzt, um die Ansteckungsgefahr mit Corona in voll besetzten Bussen zu minimieren. Die Kosten dafür beliefen sich 2020 auf eine Höhe von rund einer Million Euro.

Welche Rolle spielen etwaige Ängste der Bevölkerung vor Ansteckung mit dem Corona-Virus in den Bussen und Bahnen?

Elke Schmidt: Beim saarVV gab es sehr wenige Rückmeldungen wegen Ansteckungsängsten von Fahrgästen. Dazu trugen sicherlich unsere Aufklärungs- und Informationskampagnen sowie die Abtrennungen zu Busfahrern und Maßnahmen im Hintergrund wie verkürzte Reinigungsintervalle und Desinfektionen von Fahrzeugen bei. Insgesamt hat sich die Corona-Lage ja Mitte 2021 entspannt. Auch deshalb können unsere Fahrgäste seit Juni 2021 an Haltestellen und Bahnhöfen im Außenbereich auf das Tragen einer Maske verzichten, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Dass die SARS-CoV-2-Infektionsgefahr im ÖPNV nicht höher als im Individualverkehr ist, bestätigte eine Studie der Charité Research Organisation (CRO) regelmäßige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist im Vergleich zum Individualverkehr nicht mit einem höheren Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion verbunden. Das renommierte Forschungsinstitut hat im Auftrag der Bundesländer und des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) das Ansteckungsrisiko von Fahrgästen in Bussen und Bahnen mit dem von Pendlerinnen und Pendlern verglichen, die regelmäßig mit Pkw, Motorrad oder Fahrrad unterwegs sind. Die Studie war Ende 2020 von der Verkehrsministerkonferenz unter Vorsitz von Saarlands Verkehrsministerin Anke Rehlinger angestoßen worden. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass die Verkehrsmittelwahl keinen Einfluss auf das Infektionsrisiko hat und dass die Schutzmaßnahmen im ÖPNV wie Maskenpflicht, Abstand durch mehr Kapazitäten, Lüften und zusätzliche Hygienemaßnahmen wirken. Der ÖPNV ist auch in der Pandemie ein sicheres Verkehrsmittel.

Mit welchen Auswirkungen rechnen Sie für den ÖPNV im Saarland und für den saarVV?

Elke Schmidt: Die Corona-Krise hat maßgeblichen Einfluss auf den ÖPNV im Saarland, der bisher noch nicht in seinem vollen Umfang abzuschätzen ist. Mit den wirtschaftlichen Auswirkungen haben die Verkehrsunternehmen noch auf unbestimmte Zeit zu kämpfen. Bis es zum Niveau der Fahrgastzahlen kommt, die vor der Corona-Pandemie im saarVV herrschte, wird es noch einige Zeit dauern. Das gilt insbesondere auch für den Berufs- und Schülerverkehr. Deswegen wird auch in den kommenden Jahren eine Unterstützung des ÖPNV, wegen pandemiebedingten Mindereinnahmen, von Bund und Land notwendig sein.

Denn ohne entsprechenden Ausgleich künftiger Verluste besteht das Risiko, dass die Branche gezwungen ist die Fahrpreise massiv zu erhöhen und das Verkehrsangebot zu kürzen. Das widerspricht aber den Bemühungen aller Beteiligten in den vergangenen Jahren, den ÖPNV der Umwelt zuliebe attraktiver zu machen. Leistungseinstellungen oder eine Ausdünnung des bestehenden Angebots dürfen keine Option sein. Im Gegenteil: Um die Klimaziele zu erreichen, wollen Bund und Länder den ÖPNV ausbauen. Bis 2030 sollen ein Drittel mehr Busse und Bahnen fahren, auch mehr Güterverkehr soll auf der Schiene verkehren. Dazu müssten die Taktzeiten verkürzt, neue Strecken gebaut und entsprechende Geldmittel aufgebracht werden. Nur so kann der ÖPNV seine Rolle als Rückgrat einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität behalten und ausbauen. Denn ein attraktiver ÖPNV ist essentiell für die selbstbestimmte Mobilität von Millionen Menschen. Zudem ist er ein Schlüssel für die Erreichung der Klimaziele. Leidet die Reputation des Nahverkehrs in Folge der Corona-Krise, kann das auf lange Sicht fatale Folgen haben. Politik und Branche müssen sich daher ihrer Pflicht bewusst sein und alles tun, um den ÖPNV gerade jetzt zukunftsfähig zu machen.

Inwiefern stellen die Veränderungen, die sich durch die Corona-Krise ergeben, auch eine Chance für den ÖPNV dar?

Es ist noch nicht absehbar, ob die Corona-Krise und ihre Folgen auch Chancen für den ÖPNV bieten. Die Potenziale der Digitalisierung können dabei eine wichtige Rolle spielen – insbesondere bei flexibleren Ticketing-Angeboten, die auf ein individuelleres Nutzerverhalten eingehen. Es ist dabei zu beobachten, ob die Menschen auch künftig mehr im Homeoffice arbeiten und weniger Wege zum oder vom eigentlichen Arbeitsplatz zurücklegen. Dann würden sich mehr Berufstätige als bisher die Frage stellen, ob die hohen Fixkosten eines eigenen PKW noch nötig sind.

Für eine Rückkehr der Fahrgäste nach Beendigung der Corona-Krise spricht, dass Bus und Bahn sichere und klimafreundliche Verkehrsmittel sind. Umfragen belegen, dass die Mehrheit der Fahrgäste bereit ist, den ÖPNV nach der Impfung des Großteils der Bevölkerung wieder so zu nutzen wie vor der Ausbreitung des Corona- Virus. Mit dem Abklingen der Pandemie und dem Rückgang von wirtschaftlicher Unsicherheit und Kurzarbeit erwarten wir Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger.

Saarland Autoland: Hoher Motorisierungsgrad

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Kraftfahrzeuge pro 1000 Einwohner

© Quelle2

Profil

Der Verbund: Optimiertes Nahverkehrsangebot für eine mobile und umweltorientierte Gesellschaft

Mit dem saarVV wurde am 1. August 2005 ein gemeinsamer Tarif für alle öffentlichen Nahverkehrsmittel im gesamten Saarland eingeführt. Seitdem können die Fahrgäste des ÖPNV mit einem einzigen Fahrschein jedes Nahverkehrsmittel der Region auf ihrer Fahrstrecke nutzen – ganz nach dem Motto: „Ein Ticket für Bus & Bahn“.

Das war zuvor nicht der Fall. Der Aufbau im Nahverkehrsraum war kleinräumlich zersplittert. Für die Kunden ergaben sich erhebliche Nachteile: durch unterschiedliche Tarife und Beförderungsbedingungen sowie unzureichend abgestimmte Übergänge auf der Straße und der Schiene.

Um den Fahrgästen eine attraktive Alternative zum Individualverkehr bieten zu können und die Qualität des ÖPNV im Saarland zu verbessern, ist ein durchgängiger, leicht verständlicher Tarif zwingend notwendig. Wer heute im Saarland mit Bus & Bahn unterwegs ist, erlebt mit dem saarVV ein einheitliches und serviceorientiertes Nahverkehrsangebot. Dadurch entspricht der saarVV dem gestiegenen Mobilitätsbedürfnis der heutigen Gesellschaft.

Die gewählte Form eines Unternehmensverbunds bedeutet eine klare Trennung zwischen den beteiligten Verkehrsunternehmen und den Aufgabenträgern. Zurzeit gehören 14 Verkehrsunternehmen zum saarVV.

Die vielfältigen Aufgaben des saarVV nimmt die Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH (SNS GmbH) wahr. Bedingt durch den Wettbewerb sind seit Verbundgründung immer wieder neue Verkehrsunternehmen hinzugekommen oder weggefallen, was zu einer Veränderung der Beteiligungsverhältnisse der SNS GmbH geführt hat und weiter führen wird.

Philosophie

Die Verbesserung der Mobilität unserer Fahrgäste steht im Mittelpunkt

Etablierung eines einheitlichen Tarifsystems für die Nutzung von Bus & Bahn im Saarland

Grundlage der Tarifgestaltung bei Gründung des saarVV war der gemeinsame Wabenplan der Verkehrsunternehmen. Zur Fahrpreisermittlung wurde die Fläche des Saarlandes in Waben eingeteilt. Jede Wabe entspricht einer Preisstufe. Die bis dahin geltenden Fahrpreise der einzelnen Verkehrsunternehmen wurden durch den saarVV-Tarif ersetzt. Die Fahrgäste konnten endlich mit nur einem Fahrschein jedes Nahverkehrsmittel der Region auf der von ihnen gewählten Fahrstrecke nutzen. Der neue Verbundtarif brachte so für mehr als die Hälfte der Fahrgäste eine Verbilligung – dank der Einführung marktgerechter Ticketangebote.

Ziele des saarVV

• den Tarifverbund durch einen einheitlichen Marktauftritt konsolidieren,

• die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Verkehrsunternehmen ausbauen,

• das Bewusstsein für den ÖPNV in der Bevölkerung durch das gemeinschaftliche Auftreten aller Beteiligten im saarVV stärken.

Einflussfaktoren

Der ÖPNV im Saarland sieht sich dabei negativen Einflussfaktoren ausgesetzt – insbesondere den Folgen des demografischen Wandels mit abnehmenden Bevölkerungszahlen und den steigenden Personal- und Energiekosten.

Lösungen bei Problemstellungen

Der saarVV bietet Lösungen bei gesellschaftlichen und politischen Problemstellungen – den sogenannten Megatrends. Dazu gehören zum Beispiel der Umweltschutz, die Ressourcenverknappung, der strukturelle Wandel in der Gesellschaft oder die Steigerung des Verkehrsaufkommens.

Lösungsansätze, durch die der saarVV einen hohen Stellenwert in der saarländischen Mobilitätskette besitzt

Die Steigerung von Qualität, Service, Effizienz und damit Attraktivität des ÖPNV im Saarland ist und bleibt vorrangiges Ziel des saarVV, indem:

  • die vorhandenen Fahrgäste nachhaltig an den ÖPNV gebunden werden,
  • potentielle Neukunden von den bestehenden Vorteilen des ÖPNV überzeugt werden,
  • den Fahrgästen in der Region eine echte Alternative zum Individualverkehr geboten wird.

Wabenplan des saarVV

Mobilität

In unserer Gesellschaft hat sich Mobilität zu einem wichtigen Grundbedürfnis entwickelt

ÖPNV als Schlüssel für moderne Mobilität

Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für grundlegende soziale Strukturen und bestimmt entscheidend das Leben und Arbeiten in der Region. Der ÖPNV nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Es ist die Aufgabe eines leistungsfähigen ÖPNV, für das veränderte und erhöhte Mobilitätsbedürfnis der Menschen flexible Lösungen zu schaffen.

Standortfaktor ÖPNV

Mobilität ist ein wichtiger Standortfaktor für Länder und Regionen. Der ÖPNV in Deutschland besitzt einen vergleichsweise hohen Standard. Das gilt für die Städte ebenso wie für die ländlichen Räume. Um einen bedeutenden Platz als Wirtschaftsstandort einzunehmen und zu halten, ist ein hochwertiger ÖPNV eine maßgebliche Voraussetzung. Das sieht auch die saarländische Regierung so, die mit Mobilitätskonzepten den ÖPNV in der Region stärkt.

Megatrends

Megatrends verändern das Mobilitätsverhalten der Menschen. Der Ausbau des ÖPNV im Saarland ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer wirtschaftlich wie ökologisch nachhaltigen Verkehrspolitik. Der ÖPNV kann das Mobilitätsbedürfnis in der Gesellschaft so gestalten, dass negative Folgen für Mensch und Umwelt minimiert werden, die wirtschaftliche Entwicklung gesichert und eine soziale Teilhabe für alle gewährleistet wird. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen beeinflussen das Mobilitätsverhalten der Menschen. Zwei dieser sogenannten Megatrends spielen dabei eine maßgebliche Rolle: der demografische Wandel in der Gesellschaft und die steigenden Energiepreise.

Demografische Entwicklung

Grundsätzlich werden die Menschen in unserer Gesellschaft älter und wollen gleichwohl mobil bleiben. Aufgrund niedriger Geburtenraten nimmt die Zahl der Einwohner im Saarland zudem kontinuierlich ab. Dementsprechend ändern sich die Nutzerstrukturen im ÖPNV der Region und die Fahrgastzahlen stagnieren beziehungsweise reduzieren sich.

Die Zahl der Schüler wird sich kontinuierlich verringern. Sie bleiben allerdings, genau wie die Senioren und die Erwerbstätigen, eine zentrale Kundengruppe. Lediglich die Gewichtung wird sich verschieben.

In den Ballungsräumen sind immer mehr Menschen auf ein leistungsstarkes Verkehrsangebot angewiesen. Der Wunsch nach kurzen Wegen und alternativen Mobilitätsmitteln steigt. Der Individualverkehr wird zunehmend mit Bus & Bahn kombiniert. In ländlichen Regionen sinken dagegen die Bevölkerungszahlen und damit auch die Nachfrage nach Verkehrsleistungen.

Um im Saarland weiterhin einen attraktiven und finanzierbaren ÖPNV gewährleisten zu können, muss auf diese demografischen Veränderungen reagiert werden. Hierzu bedarf es der engen Zusammenarbeit zwischen den Aufgabenträgern und dem saarVV.

Hohe Energiekosten

Die hohen Energiekosten stellen ein weiteres Problem dar. Gerade der Individualverkehr wird durch steigende Benzinpreise zunehmend teurer. Die Fahrzeuge des ÖPNV sind davon betroffen. Fakt ist: Je mehr Menschen den ÖPNV nutzen, desto kostengünstiger wird er – gerade im Vergleich zum Pkw. Dabei ist es wichtig herauszuheben, dass Bus & Bahn nicht in einer Konkurrenzsituation zu den Pkw stehen, sondern die Verkehrsmittel sich ergänzen können, zum Beispiel durch die sinnvolle und fahrgastorientierte Anbindung an Sammeltaxis.

Multimodale Vernetzung

Die Mobilität in unserer Gesellschaft wandelt sich rasant und wird von demografischen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen beeinflusst. So legen die Menschen Wege zunehmend in einem Mix aus Bahn, Bus, Straßenbahn, Fahrrad, zu Fuß, Leih- oder Mitfahrauto zurück. Das eigene Auto verliert – insbesondere in den Städten – dabei immer mehr an Bedeutung.

Diese neue Form der Mobilität, die sogenannte Multimodalität – mit einem starken ÖPNV als Rückgrat – ist sowohl für den urbanen als auch für den ländlichen Raum ein wichtiges Zukunftsmodell. Sie fördert die individuelle Mobilität und die Lebensqualität vor allem in Städten: durch weniger Lärm, mehr Sicherheit, Sauberkeit und Umweltfreundlichkeit.

Ziel des saarVV ist es, zu einem attraktiven Komplettangebot in der Kombination der Verkehrsmittel und so zur Verkehrsverlagerung beizutragen. Dazu wird in Zukunft die effektive Vernetzung mit Elektromobilen, Carsharing und Fahrradverleih gehören. Die Umstellung des Individualverkehrs auf Elektroantriebe und die zunehmende Vernetzung solcher E-Mobile mit dem ÖPNV bietet eine Chance für eine zukunftsorientierte Mobilität.

Ein Beispiel: Die mit Abstand meisten Wege werden für die Versorgung zurückgelegt, während berufliche und dienstliche Fahrten etwa ein Fünftel der Wege im ÖPNV ausmachen. Hier kann der saarVV aktiv und lösungsorientiert ansetzen.

Durch die Einführung des E-Tickets ist eine Integration für den Zugang und die Bezahlung der Systeme ÖPNV mit Carsharing geschaffen worden.

Anforderungen und Chancen

Der saarVV sieht es als seine Aufgabe an, auf diese Gegebenheiten im ÖPNV zu reagieren. Der Verbund, die Aufgabenträger und die Verkehrsunternehmen stehen vor der Herausforderung, intelligente Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die den lokalen und regionalen Rahmenbedingungen, politischen Forderungen und wirtschaftlichen Ansprüchen Rechnung tragen. Das Ziel des Verbundes ist es, dem Mobilitätsverhalten der modernen Gesellschaft mit einem angepassten Nahverkehrsangebot gerecht zu werden, das sich schrittweise den Entwicklungen angepasst. Denn die Realisierung von Zukunftsszenarien – wie autonom fahrende Busse oder Bahnen – wird noch einige Jahre dauern.

990.700
Einwohnerzahl im Saarland bis 2050

Bevölkerungsentwicklung im Saarland bis 2050

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Nachhaltigkeit

Der ÖPNV ist gelebter Klimaschutz

Umwelt(en) besser! Weniger Schadstoffe mit Bus & Bahn: Das ist sauber!

Eine große Chance für die Zukunft unserer globalisierten Welt liegt in der ganzheitlichen Betrachtung von Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung. Dabei spielt nachhaltige Mobilität und insbesondere der umweltschonende ÖPNV eine entscheidende Rolle. Der ÖPNV leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Er verursacht in Deutschland im Vergleich zum Pkw durchschnittlich weniger als die Hälfte der CO2-Emissionen. Die Nutzung von Bussen & Bahnen anstelle von Fahrzeugen des Individualverkehrs spart bundesweit ca. 15 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Wer also mit Bus & Bahn fährt, reduziert umweltschädliche Emissionen und agiert aktiv ökologisch.

Besser für Stadt, Mensch & Umwelt: Klimafreundliche Fahrzeuge

Die Fahrzeuge, die im saarVV eingesetzt werden, entsprechen sehr hohen Anforderungen an den Umwelt- und Klimaschutz. Die Busse besitzen eine ausgereifte und umweltfreundliche Fahrzeugtechnik mit schadstoff- und geräuscharmen Motoren, speziellen Katalysatoren und Filtern. Auch die Saarbahn steht für umweltfreundlichen Betrieb und effizienten Einsatz von knappen Ressourcen. Die Deutsche Bahn setzt zum Betrieb ihrer Züge im Saarland Ökostrom ein. Dadurch können jährlich über 10.000 Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase vermieden werden. Zudem werden immer mehr Strecken elektrifiziert. Generell achten die Verkehrsunternehmen im saarVV darauf, ältere Fahrzeuge durch moderne und damit energiesparende zu ersetzen, die Auslastung der Fahrzeuge zu erhöhen sowie die Busfahrer und Zugführer in einer energieeffizienten Fahrweise zu schulen. Im Rahmen der Zielsetzung, den CO2-Ausstoß im Saarland zu reduzieren, trägt der saarVV als Verbund umweltschonender Verkehrsträger wesentlich dazu bei, die CO2-Konzentration zu verringern. Ökologische Maßnahmen wie das bewusste Wasserrecycling bei der Fahrzeugwäsche sind zusätzlicher Beweis für den gelebten Klimaschutz im saarVV.

Weniger (Verkehr) ist mehr (Effizienz): Die Energieersparnis ist ein Systemvorteil für Busse & Bahnen

Bei der Umweltorientierung und der sparsamen Nutzung der Energie, haben Busse & Bahnen die Nase gegenüber dem Individualverkehr eindeutig vorne. Das liegt daran, dass die gemeinschaftliche Beförderung vieler Menschen weniger Energie benötigt als individuelle Fahrten oder Einzeltransporte. Hohe Spritpreise, steigendes Verkehrsaufkommen und zunehmende Umweltbelastung sprechen gegen die ständige Nutzung des Pkw und für die Vorteile des ÖPNV: Kostenersparnis in Verbindung mit mehr Umweltschonung. Der saarVV sieht es als seine Aufgabe an, den Teilnehmern des motorisierten Individualverkehrs zu verdeutlichen, dass sie im Sinne der Sparsamkeit und aus ökologischen Gründen verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollten.  Denn wer nachrechnet, stellt schnell fest: Mit Bus & Bahn fahren die Menschen kostensparender und umweltschonender. Vor allem für Pendler und Vielfahrer lohnt es sich, die Einsparpotenziale zu prüfen.

Generationengerechtigkeit: Verantwortung bei Umweltschutz und Effizienzmaßnahmen für die Zukunft

Wir alle tragen beim Thema Umweltschutz und Energieverbrauch die Verantwortung für kommende Generationen. Es ist unsere Aufgabe, eine Vorbildrolle einzunehmen: beim eigenen Umgang mit der Umwelt genauso wie bei der Erziehung und Aufklärung. Denn die Kinder von heute sind die Klimaschützer von morgen. Indem sie spielerisch die Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel für Stadt und Umwelt kennenlernen, sollen sie rechtzeitig für das Thema Klimaschutz sensibilisiert und zu überzeugten Nutzern des ÖPNV werden. Der saarVV und die Verkehrsunternehmen kooperieren mit dem Bildungsministerium und mit Schulen, indem Maßnahmen zur richtigen Nutzung des ÖPNV angeboten werden. Neben dem Sicherheitsaspekt spielt hier die Fokussierung auf Ökologie und Ressourcenschonung eine wichtige Rolle.

Energieoptimierung & Ressourcenschonung

Über die ständige Anpassung des Angebots an eine sich ändernde Nachfrage sorgen die Verkehrsunternehmen im saarVV und die Aufgabenträger dafür, dass die Energieressourcen im Verkehr sparsam und wirtschaftlich eingesetzt werden. Die Verkehrsunternehmen im saarVV optimieren die Linienführungen, verändern Fahrzeuggrößen oder etablieren angepasste Tarifsysteme zur Steigerung der Auslastung in Schwachverkehrszeiten. Auch wenn die Pünktlichkeit im ÖPNV ein wichtiger Faktor ist, lassen sich durch eine entsprechende Fahrweise einige Prozent an Energie einsparen. Längst gehört die energieoptimierte Fahrweise, unterstützt durch Verbrauchsanzeigen und technische Hilfsmittel, zur Aus- und Fortbildung des Fahrpersonals.Zudem nutzen Busse & Bahnen die eingesetzten finanziellen und materiellen Ressourcen durch ihre hohen Fahrleistungen nachhaltig. Die Lebensdauer eines Schienenfahrzeugs wird üblicherweise mit ca. 30 Jahren, die eines Busses mit ca. 15 Jahren angesetzt. Die tatsächliche Nutzungsdauer liegt oft noch darüber.

Bewusst leben – bewusst mobil: Die Aufmerksamkeit auf ökologischen Nutzen des ÖPNV richten

Dem saarVV ist es wichtig, die Vorteile des ÖPNV für die Umwelt öffentlichkeitswirksam herauszustellen. Der Verbund will mit Kommunikationsaktionen die ökologische Verantwortung und Akzeptanz in der Bevölkerung steigern. Mit den ökologischen Wettbewerbsvorteilen des ÖPNV sollen Menschen zunehmend weg von der Nutzung des Autos und hin zu den klimafreundlichen Mobilitätsalternativen Bus & Bahn gebracht werden.

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Mio. Tonnen CO2-Einsparung im Jahr durch die Nutzung des ÖPNV im Vergleich zum PKW

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Ökologischer Vorteil des ÖPNV gegenüber dem Auto

Digitalisierung

Zeitgemäße Technologie für unsere Fahrgäste

Die Digitalisierung beeinflusst die Entwicklung des ÖPNV

Es sind die neuen IT-Applikationen, die den Zugang zu Informationen erleichtern und die flexible Nutzung der Mobilitätsangebote und deren Kombination ermöglichen. Immer mehr Menschen haben die Fahrplanauskunft mit ihrem Smartphone in der Hosentasche oder planen ihre Wege über elektronische Kanäle wie Apps – abhängig von Ziel, Wetter, Verkehrslage und Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln. Sie recherchieren Fahrten und Strecken, buchen Tickets und bringen sich zeitnah über die Verkehrssituation auf den neuesten Stand. Informationen sollten daher idealerweise aktuell und individualisiert bereitgestellt werden sowie jederzeit und überall verfügbar sein. Die Grundlage dafür ist, dass Daten zu den Standorten von Fahrzeugen und Personen sowie zu Tarifen und Routenauskünften miteinander verknüpft werden.

Moderner Fahrgast-Service bedeutet unmittelbare Kundeninformation

Der saarVV hat sich den Herausforderungen der Digitalisierung gestellt und beschäftigt sich mit den Entwicklungen und Chancen, die sie für die Fahrgäste bietet.

Wichtig ist dabei die Etablierung digitaler Plattformen, um einen intelligenten und einfachen Zugang zu Service- und Mobilitätsleistungen zu eröffnen. Dabei sind der Kontakt zum Fahrgast und der verantwortungsvolle Umgang mit den Kundendaten entscheidend.

Fahrgastauskunft & Kundenservice

Pünktlichkeit, Taktung, Anschlusssicherung, Anzeige von Störungen und Verspätungen sind Qualitätsziele der Verkehrsunternehmen im saarVV. Dazu gehört es, den Fahrgästen Abfahrtszeiten in Echtzeit zu bieten und sie während der Fahrt über das aktuelle Verkehrsangebot zu informieren. Digitale, optische und akustische Fahrgastinformationssysteme sowie moderne, digitale Medien sind dafür die Grundlage.

Leitsysteme für ÖPNV und Fahrgäste

Im saarVV werden mit verschiedenen Betriebsleitsystemen Anschlüsse zwischen Bus und Bahn aufeinander abgestimmt und Daten zwischen den Verkehrsunternehmen ausgetauscht. Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen bei diesem modernen Störungsmanagement auf digitale Technologien wie GPS-Empfänger. Die Daten werden in Echtzeit über verschiedene Anwendungen an die Fahrgäste übermittelt. Dazu zählen Computer, Tablets und Smartphones sowie stationäre Fahrgastinformationssysteme mit Abfahrtsanzeigen in Bahnhöfen und auf Bahnsteigen, Infotainment in Bussen und Bahnen mit Linienverlaufsanzeigen sowie Ansagen und Anzeigegeräte in Fahrzeugen.

Datendrehscheibe des ZPS

Der Zweckverband Personennahverkehr Saarland (ZPS) betreibt eine landesweite Datendrehscheibe und Fahrplanauskunft für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr im Saarland. Ist-Informationen der Busse und Bahnen werden hier zur Fahrgastinformation aufbereitet und den Kunden via Web-Portal, stationären Fahrgastinformationsanlagen, mobiler Endgeräte etc. zur Verfügung gestellt. Außerdem werden die Verspätungsinformationen zur Anschlusssicherung genutzt. Zu diesen Zwecken kann auch eine Weitergabe der Ist-Daten an benachbarte Aufgabenträger erfolgen.

Echtzeit-Anzeigetafeln

An ausgewählten Halte- und Übergangsstellen im Saarland liefern digitale und barrierefreie Anzeigetafeln die Anzeige von Echtzeitinformationen. Diese elektronischen Anzeiger, die den Fahrgästen die nächsten Abfahrtszeiten der Verkehrsmittel auf einen Blick anzeigen, wurden bereits an mehreren saarländischen Haltestellen und Bahnhöfen bzw. ÖPNV-Knotenpunkten installiert. So sind u. a. in Saarbrücken, Saarlouis, Homburg und Neunkirchen dynamische Anzeigen mit Fahrgastinformationen in Gebrauch. Die Fahrgastinformationsanzeiger verfügen mit einer „Text-to-speech“-Funktion über eine behindertengerechte Ausstattung. Der angezeigte Text wird dabei durch den Fahrgast per Knopfdruck in eine akustische Sprachausgabe umgewandelt. Sehbehinderte können sich die Informationen zu den Busverbindungen so über einen Lautsprecher ansagen lassen.

Saarfahrplan: die Fahrplanauskunft für Bus & Bahn

Die Echtzeitdaten sind im Saarfahrplan unter www.saarfahrplan.de integriert. Mit dieser Online-Fahrplanauskunft als Webseite erhalten die Fahrgäste mit wenigen Eingaben verlässliche Fahrplaninformationen für die regionalen Bus- und Bahnverbindungen im saarVV.

Saarfahrplan als App

Der Saarfahrplan hat sich als benutzerfreundliche App für iPhone- oder Android-Handys bei den Fahrgästen etabliert. Die komfortable Fahrplanauskunft besitzt eine optimierte Benutzeroberfläche für die Verbindungsauskunft – mit der Angabe von Haltestellen, Adressen, besonderen Zielen oder des aktuellen Standorts. Zusätzlich zu den Verkehrsauskünften bietet die App aktuelle Verkehrsmeldungen. Damit ist der Fahrgast über Verspätungen, Baustellenumleitungen oder sonstige aktuelle Verkehrsmeldungen gut informiert.

Die Fahrgäste können mit der App die aktuell berechneten Abfahrtszeiten inklusive eventueller Verspätungen direkt auf ihrem Smartphone empfangen. Nach Eingabe von Start- und Zieladresse, Datum und Uhrzeit ermittelt das Auskunftssystem die Bus- und Bahnverbindungen für die nächstgelegenen Haltestellen. Die App ist gratis zum Download im iTunes Store und bei Google Play erhältlich.

Moderne Ticketautomaten

Die Fahrkartenautomaten im saarVV vereinfachen mit Berührungsbildschirmen den Ticketkauf. Sie führen die Fahrgäste schittweise durch ein einfach strukturiertes Menü. Dazu gibt der Kunde sein Fahrziel an, wählt aus dem angezeigten Barfahrscheinsortiment ein entsprechendes Ticket und kann bar oder mit Kreditkarte bezahlen.

„Mobilität 4.0“: Herausforderungen und Möglichkeiten

Ein Ziel dieses Prozesses der Digitalisierung in einer „Mobilität 4.0“ ist es, eine höhere Flexibilität für die Fahrgäste zu ermöglichen. Durch die Nutzerdaten kann eine bessere Steuerung der Kapazität eng an der Nachfrage gewährleistet werden, bspw. durch angepasste Tarifmodelle. Zusätzlich ist eine optimierte Auslastung von vorhandenen Verkehrsangeboten umsetzbar. Im ländlichen Raum mit dünner Besiedlung ermöglichen digitale Anwendungen den Einsatz von flexibleren Bedienformen. Durch die Digitalisierung bieten sich Chancen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. So könnte in Zukunft nicht ausschließlich die Erbringung der Verkehrsleistung die Dienstleistung des ÖPNV sein, sondern auch der Zugang zu Serviceleistungen und die Vernetzung mit anderen Branchen. Dabei können sich neue, gesetzliche Rahmenbedingungen ergeben, die nicht mehr den aktuellen Genehmigungserfordernissen nach dem Personenbeförderungsgesetz und den etablierten Verkehrsformen entsprechen.

Nutzeranfragen auf der Saarfahrplan-Website und -App (2. Halbjahr 2020)

1 Mio.
Zugriffe per Android-App
1 Mio.
Zugriffe per iPhone-App
1 Mio.
Zugriffe per Webseite

eTicket

Modernes Ticketing für digitale Mobilität

Etablierung und Weiterentwicklung des eTickets

Der saarVV hat das eTicket im Saarland etabliert. Auf dieser scheckkartengroßen, stabilen Plastikkarte mit integriertem Chip sind verschiedene Informationen gespeichert. Dazu gehören u. a. Fahrtberechtigungen, Gültigkeit, Fahrstrecke, Laufzeit und die Art des Tickets.

Das eTicket ist eine zeitgemäße Art der Fahrtberechtigung. Bei der Fahrscheinkontrolle im Bus wird es elektronisch ausgelesen, indem das Ticket auf den Kartenleser beim Fahrer gelegt wird. Auf dem Kundendisplay und mit einem Signalton wird die Gültigkeit der entsprechenden Karte angezeigt. Auf der Schiene werden die eTickets nach dem gleichen Prinzip mit elektronischen Handerfassungsgeräten der Kontrolleure überprüft.

Die eTickets werden bei Abonnement-Kunden eingesetzt. Die Änderungen, die sich durch die Tarifreform bei den Abonnements ergaben, wurden automatisch für die eTickets bereitgestellt.

Weitere elektronische Zahlungsberechtigungen: POB- und WEB-Tickets

Es ist geplant, dass nach den Abonnementtickets weitere Tickets digital mittels elektronischer Zahlungsberechtigungen erworben werden können – auf Basis sogenannter POB- und WEB-Berechtigungen.

POB bedeutet Postpaid-Berechtigung und ermöglicht die nachgelagerte Zahlung von Fahrkarten durch monatlichen Bankeinzug. Der Kunde registriert sich einmalig und erhält ein eTicket mit dieser Bezahlberechtigung. Mit dem eTicket können Fahrkarten im Barfahrscheinsortiment bequem beim Fahrer oder an ausgewählten Automaten Fahrkarten bargeldlos erworben werden.  Rechnungsstellung und Abbuchung erfolgt am Ende des Monats vom Bankkonto des Kunden.

Die Werteinheitenberechtigung – kurz WEB – ermöglicht ebenfalls den bargeldlosen Erwerb von Fahrscheinen. Hierzu wird ein eTicket mit WEB-Berechtigung in den Kundenzentren der Verkehrsunternehmen anonym an die Kunden ausgegeben. Eine Registrierung ist nicht notwendig. Die Funktionalität ist ähnlich wie bei einer Prepaid- bzw. Geldkarte. Das WEB-eTicket wird vor der Nutzung in den Bussen oder den Vorverkaufsstellen mit einem Geldbetrag aufgeladen. Im Anschluss kann der Kunde mit diesem Guthaben bargeldlos Fahrscheine beim Fahrer oder an den Automaten der Saarbahn Fahrkarten erwerben.

Die Kontrolle erfolgt bei beiden Varianten analog der Abo-Karten durch Auflegen auf die Kontrollgeräte im Bus oder in den Zügen durch die Handlesegeräte des Kontrollpersonals. Ein solches Ticket bietet sich nicht nur für Gelegenheitsfahrer an. Es ist bspw. für Eltern ideal, die sichergehen wollen, dass sich ihre Kinder eine Fahrkarte kaufen, ohne ihnen dafür Bargeld mitgeben zu müssen. Bei Verlust kann das Ticket elektronisch gesperrt werden.

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eTicket-Abonnements

Vorteile des eTickets

HandyTicket

Ticketerwerb für Fahrgäste im Saarland wird erleichtert

Ziel des HandyTickets: Papierfahrscheine und aufwendige Bezahlvorgänge ersetzen

2019 hat der saarVV als neuen Vertriebskanal eingeführt – das HandyTicket. Seitdem ist der Kauf von ausgewählten Tickets für Busse, Bahnen und die Saarbahn im Saarland über die Saarfahrplan-App möglich. Fahrgäste der Verkehrsunternehmen im saarländischen ÖPNV können für Einzelfahrkarten und Tageskarten einen 2-D-Barcode als Fahrtberechtigung erwerben – individuell und bargeldlos buchbar. Dieser Barcode wird auf dem Display des Smartphones dargestellt und an den Bordrechnern im Bus sowie mit Handkontrollgeräten in der Saarbahn und den Nahverkehrszügen geprüft.

Der Erwerb des HandyTickets ist einfach. Die Fahrgäste laden sich dazu die Saarfahrplan-App auf ihr Smartphone herunter – Android bei Google Play, iOS im App Store – und registrieren sich dort. Jetzt können sie aus einem spezifischen Ticketsortiment wählen: von Einzelfahrkarten über Tageskarten, 1. Klasse-Tickets bis zu Anschlussfahrkarten für Zeitkarten. Die Bezahlung erfolgt bequem per SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte über die App. Zudem besteht die Möglichkeit, auf der Saarfahrplan-Webseite unter dem Menüpunkt „Mein Online-Konto“ die Käufe einzusehen und persönliche Daten zu verwalten.

Die Realisierung des „Mobile Ticketings“ ist eine konsequente Fortführung der Digitalisierungsmaßnahmen im saarVV mit dem Ziel Papierfahrscheine zu ersetzen, um so die Abläufe für Kunden und Verkehrsunternehmen zu verbessern. Die Technologie des HandyTickets basiert auf dem deutschlandweiten Standard der Kernapplikation vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, kurz VDV.

Die Finanzierung erfolgt durch die Verkehrsunternehmen im saarVV und mit Unterstützung des saarländischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr.

Optimierung und Erweiterung der Saarfahrplan-App und -Webseite

Im Zuge der Vorbereitung der HandyTicket-Einführung wurden die Webseite und die App des Saarfahrplans verbessert. Der Saarfahrplan ermöglicht eine Fahrplanauskunft für alle öffentlichen Verkehrsmittel im saarVV mit Darstellung der Fahrten in Echtzeit. Neben den klassischen Funktionen – bspw. Verbindungsauskünfte für Haltestellen, Adressen oder aktuelle Standorte, Anzeigen von Ticketangeboten für die ausgewählte Fahrt oder Abfahrtstafeln für Haltestellen – wurden neue Funktionen implementiert. Eine Alarmfunktion sendet Push-Benachrichtigungen für Verbindungen mit Echtzeitinformationen und macht so z. B. auf Verspätungen aufmerksam. Die Eingabe und Speicherung von favorisierten Adressen in der Verbindungssuche wie z. B. die Arbeitsstelle oder Schule wird erleichtert. Weitere Verbindungsdetails wie Fußweg-Routen in der Karte unterstützen die Multimodalität der Fahrgäste. Gewählten Verbindungen lassen sich in einen Kalender eintragen und per SMS oder E-Mail an die Kunden versenden. Das neue Design und die verbesserte Menüführung erleichtern den Umgang mit der Webseite und der App – insbesondere für ungeübtere Nutzer.

Um das HandyTicket letztlich im Saarland zu realisieren, wurde die Saarfahrplan-App in Zusammenarbeit mit den Partnern Zweckverband Personennahverkehr Saarland – kurz ZPS –, eos.uptrade GmbH (zuständig für den Ticketshop) und HaCon Ingenieurgesellschaft mbH (zuständig für die Fahrplanauskunft) um einen Ticketshop erweitert.

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Verkaufte Handytickets 2020

Online Abo-Shop

Einfach und schnell über das Internet zum Ticket

Der saarVV bietet seinen Fahrgästen einen Online-Abo-Shop auf seiner Internetseite. Vielfahrer-/innen, Schüler-/innen und Azubis können hier ihre Abos direkt online kaufen. Auch eine Zusatzkarte der 1. Klasse auf einer frei wählbaren Bahnstrecke für eine Basiskarte, kann hier erworben werden.

Direkt per Web: Anregungen und Fahrtrückmeldungen

Zur Verbesserung von Qualität und Service hat der saarVV auf seiner Internetseite eine Möglichkeit für Kundenanregungen und -kritik installiert. Hier können Fahrgäste über ein Kontaktformular bspw. Verspätungen, fehlende Aushangfahrpläne, Meldungen zu den Haltestellen oder Fahrzeugen an den saarVV kommunizieren.

Mit dem Online-Abo-Shop wollen wir den Zugang zu Tickets des saarVV vereinfachen und beschleunigen. Die Übersichtlichkeit der Bestellmöglichkeit im Web erleichtert es den Fahrgästen, das für sie richtige Ticket zu bestellen bzw. zu beantragen. Unser neues Formular für Kundenanregungen zeigt, dass wir Wert auf die Meinung unserer Kunden legen.

Menschen

Mobilität bedeutet Lebensqualität für die Menschen – der saarVV trägt zu einem besseren Lebensgefühl bei

Der ÖPNV trägt zur Verbesserung der Lebensumstände für alle gesellschaftlichen Gruppen bei. Die Bedürfnisse der Menschen sind dabei entscheidend. Für den saarVV gehört dazu eine zeitgemäße Dienstleistungsorientierung zum Wohle aller Kunden – insbesondere der ganz jungen, der älteren und der mobilitätseingeschränkten Mitmenschen. In den Städten und ländlichen Regionen spielt die Gewährleistung der Grundmobilität eine immer wichtigere Rolle. Aufgrund wachsender Parkraumnot, hoher Benzinkosten und einem veränderten Umweltbewusstsein denken immer mehr Menschen über Alternativen z. B. bei der Gestaltung ihres Weges zum Arbeitsplatz nach, um dabei ihre Lebensqualität zu verbessern – das bietet der ÖPNV. Ein besonderes Plus von Bus & Bahn: Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbindet Angenehmes mit Nützlichem, wie lesen, kommunizieren, die Landschaft genießen, arbeiten oder auch spielen. Ein barrierefreier und bequemer Einstieg ist für ältere Fahrgäste genauso wichtig wie für Eltern mit Kinderwagen. Unkomplizierte Fahrplan- und Tarifinformationen sowie zeitnahe Auskünfte im Störungsfall erwarten nicht nur ortsunkundige Fahrgäste. Hier haben der saarVV und alle Beteiligte im saarländischen ÖPNV viel Initiative gezeigt, um ein attraktives Angebot für die Fahrgäste zu gewährleisten. So hat sich dank moderner Fahrkartenautomaten der Ticketkauf, insbesondere für Gelegenheitsnutzer oder ältere Menschen, vereinfacht.

1 %
der Bewohner von Metropolen nutzen den ÖPNV

Anteile des ÖPNV am Verkehrsaufkommen

© Quelle5

1 %
der Bewohner im dörflichen Raum nutzen den ÖPNV

Barrierefreiheit

Mobilität für bewegungseingeschränkte Menschen

Einbindung mobilitätseingeschränkter Fahrgäste

Das Bedürfnis nach Mobilität gerade von bewegungseingeschränkten Menschen steht beim saarVV besonders im Fokus. Das öffentliche Verkehrsangebot und die Fahrzeuge werden barrierefrei ausgebaut. Die Internetseite des saarVV wird ständig optimiert und dabei wesentliche Elemente zur barrierefreien Gestaltung integriert.

Besserer Einstieg an Haltestellen und in Fahrzeuge

Zur Förderung der Mobilität von bewegungseingeschränkten Menschen werden im saarländischen ÖPNV Verkehrsangebot und Infrastruktur schrittweise barrierefrei ausgebaut.

Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen auf behindertengerechte Fahrzeuge mit Niederflurtechnik für einen stufenlosen Einstieg. Viele Busse besitzen automatische Absenkvorrichtungen, sog. Kneeling-Funktionen, mit denen die Fahrzeuge an Haltestellen einstiegsseitig um mehrere Zentimeter abgesenkt werden können. Sie ermöglichen gehbehinderten Menschen, Rollstuhlfahrern oder Personen mit Rollator einen bequemen Ein- und Ausstieg. Viele Busse und Bahnen stellen zudem besonders gekennzeichnete Sitzplätze zur Verfügung, bieten Haltestellenansagen und spezielle Haltewunschtasten an, die Türen zum Ein- und Aussteigen länger offen halten.

Haltestellen bieten akustische und optische Orientierungshilfen, Anzeigesysteme, großflächige Linienpläne, akustische Türschließwarnung, taktile Leitsysteme für Fahrgäste mit eingeschränktem Sehvermögen und Notrufsäulen. Die Bahnsteige sind zudem meist stufenlos bzw. über Rampen erreichbar.

Saarländische Regierung forciert Barrierefreiheit an Haltestellen

Beim barrierefreien Umbau von Haltestellen sind in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt worden. Dennoch besteht weiterhin ein großer Investitionsbedarf. Um die Kommunen im Saarland beim barrierefreien Um- und Neubau von Haltestellen finanziell zu unterstützen, hat das saarländische Verkehrsministerium 2016 ein Sonderprogramm „Barrierefreier Ausbau von Haltestellen im Saarland“ aufgelegt. Bis dahin waren die Kommunen im Saarland aufgrund ihrer finanziellen Situation bei dem zuvor angewandten Fördersatz oft nicht in der Lage, den Eigenanteil zum barrierefreien Ausbau ihrer Haltestelleninfrastruktur aufzubringen, um die gesetzliche Vorgaben zur Erreichung einer hundertprozentigen Barrierefreiheit bei Haltestellen bis 2022 zu erfüllen. Eine barrierefreie Haltestelleninfrastruktur ist Gegenstand des Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Saarland. Die Barrierefreiheit der Haltestelleninfrastruktur soll eine gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen – mit und ohne Beeinträchtigung – ermöglichen und die Nutzung des ÖPNV verbessern.

Erhöhte Sicherheit, weniger Lärm, mehr Bewegung

Der ÖPNV ist nachgewiesenermaßen im Vergleich zu Fahrten mit dem Pkw wesentlich sicherer. Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen moderne Sicherheitstechniken ein,um Fehler von Mensch und Maschine auszuschließen. Hinzu kommen Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrgastsicherheit: von der Planung übersichtlicher Fahrzeuginnenräume bis zur Überwachung der Verkehrsanlagen durch geschultes Personal und moderne Sicherheitstechnik. Der ÖPNV trägt aktiv zur Lärmminderung im Straßenverkehr bei. Die Verkehrsunternehmen im saarVV setzen dabei innovative Technologien zur Reduktion der Geräuschemissionen ein, wie Busse und Bahnen mit lärmreduzierten Motoren oder Bremsen. Kombiniert mit dem Fuß- und Radverkehr leisten die Mobilitätsangebote des saarVV einen Beitrag zur persönlichen Gesundheit. Denn die Menschen, die den ÖPNV dem Pkw vorziehen, bewegen sich mehr. Der kurze Fußweg oder die Fahrt mit dem Rad von der Haustür zur Haltestelle und von der Haltestelle ins Büro gehören für viele Menschen zu einem aktiven Leben. Treppen steigen, Zufußgehen und Fahrradfahren stärken das Herz und verbrennen Kalorien.

Die SNS hat seit dem 1. September 2019 die Projektkoordination beim Forschungsprojekt mobisaar von der Saarbahn GmbH übernommen. Durch ihr Netzwerk in der Fläche ist die SNS als Dachorganisation des saarVV der bestmögliche Treiber und Koordinator der gemeinsamen Idee mobisaar. Zudem betreiben wir bereits seit Jahren über das saarVV Call & Abo-Center die mobisaar Service-Hotline.

mobisaar

Begleitservice für Bus & Bahn

Mobilitätseingeschränkte Menschen sind auf ein Angebot im ÖPNV angewiesen, das ihren besonderen Anforderungen entspricht. mobisaar unterstützt diese Fahrgäste, die Hilfe benötigen, durch den mobisaar-Service: Wer sich ungern ohne Begleitung in Bus & Bahn bewegt, etwa weil er schlecht sieht oder hört, im Rollstuhl sitzt, einen Rollator benötigt oder Probleme bei der Planung einer Reiseroute mithilfe der Fahrpläne hat, kann haupt- oder ehrenamtliche mobisaar-Lotsen anfordern. Sie helfen beim Ein-, Aus- und Umsteigen und bieten eine Begleitung von der Haustür bis zum Zielort und wieder zurück. Der mobisaar-Service ist kostenlos; benötigt wird lediglich der eigene gültige Fahrschein. 

mobisaar wird von mehreren Partnern umgesetzt, die unterschiedliche Kompetenzen zur Entwicklung des Projekts einbringen. Einer der Partner ist der saarVV bzw. die SNS GmbH. 

Die SNS hat seit dem 1. September 2019 die Projektkoordination beim Forschungsprojekt mobisaar von der Saarbahn GmbH übernommen. Durch ihr Netzwerk in der Fläche ist die SNS als Dachorganisation des saarVV der bestmögliche Treiber und Koordinator der gemeinsamen Idee mobisaar. Zudem betreibt die SNS seit Projektbeginn im Jahr 2015 über das saarVV Call & Abo-Center die mobisaar Service-Hotline.

Über die mobisaar Service-Hotline (06898 500 4000) können Lotsen angefordert und Rückfragen zum Angebot gestellt werden. Zudem bringt der Verkehrsverbund das mobisaar-Magazin „Aktiv & Mobil“ heraus – mit informativen redaktionellen Beiträgen zum Projekt.

~1 %
der Saarländerinnen und Saarländer leiden unter einer Behinderung, mehr als die Hälfte davon an einer erheblichen Gehbehinderung
1
begleitete Fahrten und Spontanhilfen in 2020
< 1
Lotsen sind für mobisaar unterwegs
1
Kunden waren Ende 2020 registriert

Arbeitgeber

Arbeitsplätze mit gesellschaftlicher Verantwortung

Ausbildung junger Menschen
Verbund für ein funktionierendes Miteinander
Ausbildung junger Menschen

Wegen der demografischen Entwicklung ist zukünftig mit niedrigeren Zahlen an Schulabgängern im Saarland zu rechnen. Zusätzlich stehen den Verkehrsunternehmen im saarVV schon aktuell weniger qualifiziertes Fahrpersonal zur Verfügung. Eine Maßnahme ist die vermehrte Ausbildung von Jugendlichen  zum Berufskraftfahrer gem. Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz.

Bei den saarVV-Unternehmen bieten jungen Menschen die Möglichkeit u. a. den Ausbildungsberuf „Berufskraftfahrer/in Personenverkehr“ erlernen. Die aktuellen Ausbildungszahlen zeigen die hohe Akzeptanz dieses Berufsbildes. Viele Jugendliche haben sich in den vergangenen Jahren im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Es bedarf großer Anstrengungen und gezieltem Recruiting durch die Verkehrsunternehmen im saarVV, um junge Erwachsene für die Aufgaben im ÖPNV zu begeistern. Technisches Know-how, soziale Kompetenz und Kommunikationsbereitschaft im Umgang mit den Fahrgästen sind wichtig. Ein sicheres und wirtschaftliches Führen der Fahrzeuge ist ebenso Grundvoraussetzung wie ein umsichtiges Verhalten im Straßenverkehr.

Der saarVV und die beteiligten Verkehrsunternehmen kommen so dem gesellschaftlichen Auftrag nach, Jugendlichen im Saarland Chancen im zukünftigen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Mit der gemeinsamen Ausbildungsinitiative wird der saarVV seiner sozialen Verantwortung in vorbildlicher Weise gerecht. Von Beginn an arbeiten die Verkehrsunternehmen im saarVV dabei Hand in Hand. Das zeigen auch die Werkstattkooperationen, die eine Bündelung der Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten mit vielen weiteren Synergieeffekten ermöglichen. Auf Basis dieser Arbeitsmarktinitiativen sind die Verkehrsunternehmen im saarVV für die Zukunft gut aufgestellt. Er sichert und schafft langfristig Arbeitsplätze und trägt zum zukunftsorientierten Gemeinwohl in der Region bei.

Verbund für ein funktionierendes Miteinander

Der saarVV nimmt Mobilität als seine grundlegende Aufgabe sehr ernst. Hunderttausende Menschen verlassen sich täglich auf die Leistungen des Verbunds. Die Busse & Bahnen bringen die Menschen zur Arbeit, zur Ausbildung, zum Einkaufen oder zu Freizeitangeboten. Sie sichern so die Grundfunktionen der Wirtschaft und des sozialen Miteinanders. Ein guter Anschluss an den ÖPNV hilft Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte zu finden und zu binden. Für Schüler und Auszubildende wird manche hochwertige oder außergewöhnliche Bildungsmöglichkeit erst durch das flächendeckende Angebot der Verkehrsunternehmen im saarVV erreichbar.

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Mitarbeiter/-innen in den Verkehrsunternehmen im Saarland (2020)

Angebot

Tickets für alle Zielgruppen

Angebote für jeden Lebensabschnitt
Tarifreform 2021
Tarifbeispiel Job-Ticket: ideal für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Angebote für jeden Lebensabschnitt

Ein wichtiges Ziel bei der Etablierung und Entwicklung eines funktionierenden Tarifsystems ist es, sich an den Bedürfnissen der Fahrgäste zu orientieren. Dabei werden neue Kundengruppen angesprochen und auf Entwicklungen im ÖPNV-Nutzungsverhalten eingegangen. Die Strategie, über gezielte Abonnement-Tickets die Kunden zu binden, stellt einen entscheidenden Schritt für die Entwicklung des saarVV dar. Dafür wurden bestehende Zeitkartenangebote auf den gesamten saarVV ausgeweitet, neue Angebote kreiert und relationsbezogene Zeitkarten durch gebietsbezogene ergänzt. Diese Angebote binden wichtige Zielgruppen, erreichen neue Kunden und eröffnen den Fahrgästen zusätzliche, attraktive Möglichkeiten im ÖPNV. Die kundenorientierte Entwicklung von Tarif- und Serviceangeboten durch den saarVV ist eine wichtige Grundlage, um den Menschen in der Region eine attraktive Alternative zum Individualverkehr zu ermöglichen.

Tarifreform 2021

Am 1. Juli 2021 startete die Tarifreform im saarVV. Sie macht Fahren mit Bussen und Bahnen im saarVV einfacher und vielfach auch günstiger machen. Die neuen Tarife bieten günstigere Fahrpreise und neue Möglichkeiten bei der Nutzung von Bussen und Bahnen. So besteht bspw. die Möglichkeit, mit dem Saarland-Abo schon für 99 € beliebig oft alle Verkehrsmittel im gesamten saarVV-Netz nutzen. Für Menschen, die außerhalb des Berufs- und Schulverkehrs den ÖPNV nutzen können, gibt es das saarlandweite 9 Uhr-Abo für monatlich nur 39 €. Schülerinnen und Schüler können schon ab 49 € beliebig oft mit Bus und Bahn fahren – mit dem neuen Geschwisterrabatt sogar noch günstiger. Sollten Azubis von ihrem Ausbildungsbetrieb bezuschusst werden, ist das Azubi-Abo bereits ab 29 € erhältlich. Die Tarifreform bringt zudem das Ü65-Abo für Seniorinnen und Senioren, das Fair-Ticket als Sozialtarif und weiterhin das rabattierte Job-Ticket für Berufstätige. Auch für Spontanfahrer gibt es attraktive neue Angebote, wie eine Tageskarte für das ganze Saarland für 8,80 €, die landesweite Tageskarte für bis zu 5 Personen für 18,90 € oder die neue digitale 4-er Karte mit 10 % Rabatt auf die Einzelfahrkarte Erwachsene für vier Fahrscheine innerhalb der gleichen Preisstufe.

Tarifbeispiel Job-Ticket: ideal für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Seit 2017 haben sich die Bedingungen zum Erwerb des Job-Tickets wesentlich vereinfacht: Es wurden verbesserte Rabattstufen eingeführt Das Job-Ticket bietet nun deutlich attraktivere Konditionen. Zuvor konnten Unternehmen das Job-Ticket nur anbieten, wenn mindestens 20 Mitarbeiter das Abonnement nutzen wollten. Jetzt sind nur noch drei Beschäftigte notwendig. Sie erhalten zudem einen Rabatt von mindestens 10 % auf den Ticketpreis. Dazu gelten alle Vorteile einer Jahreskarte. Bis zu drei Kinder unter sechs Jahren können kostenlos mitfahren. Von Montag bis Freitag ab 19 Uhr und ganztägig an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen ist die Mitnahme von zwei weiteren Personen möglich. Mit dem Job-Ticket-Plus bietet der saarVV eine Variante an, die den Arbeitgebern die Möglichkeit gibt, sich zu beteiligen. Sie können jetzt einen finanziellen Eigenanteil am Rabatt des Job-Tickets leisten, der dann von den Verkehrsunternehmen im saarVV mit der gleichen Summe verdoppelt wird. Der Rabatt orientiert sich an der finanziellen Förderung des Unternehmens bzw. der Behörde (mind. 10 %), unabhängig von der Anzahl der Nutzer. Grundsätzlich gilt: Das Verkehrsunternehmen gewährt denselben Rabatt wie der Arbeitgeber. Gibt der Arbeitgeber einen Rabatt von beispielsweise 10 %, so gibt das Verkehrsunternehmen einen Rabatt von 10 %. Das Maximum liegt jeweils bei 20 % – dadurch kann der Arbeitnehmer bis zu 40 % sparen.

Job-Ticket-Film

Entwicklung der Fahrgeldeinnahmen seit Gründung des saarVV

Kommunikation

Die Information der Fahrgäste steht im Mittelpunkt

Fahrgastinformation und Kundenansprache mit modernen, kreativen Mitteln

Der ÖPNV ist heutzutage mehr denn je auf den offensiven Einsatz moderner Kommunikationsmittel angewiesen. Für den saarVV steht dabei die unmittelbare Information der Fahrgäste im Mittelpunkt – vor allem über Bus- und Bahnanschlüsse, Tarife und Angebote. Er setzt dabei auf die Möglichkeiten der neuen Medien und modernen Kommunikationsmittel. Die Etablierung und Optimierung dieser Medien gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Verbundkommunikation. Ziel ist es, dass Interessenten auf Basis der neuesten Technologie bspw. über Computer und Mobilgeräte auf dem Laufenden gehalten werden. Dabei setzt der saarVV auf einen durchdachten Mix an Kommunikationskanälen. Dem Abbau von Zugangsbarrieren kommt eine wichtige Rolle zu. Diese Projekte werden systematisch und initiativ vorangetrieben.

saarVV Call- & Abo-Center – Ein Kundenservice für alle

Dienstleistung für Fahrgäste wird beim saarVV groß geschrieben: Alle Leistungen rund um die Fahrplan- und Tarifauskunft sowie die Abo-Verwaltung sind im Call- & Abo-Center in Völklingen zentral gebündelt und werden hier unter einem Dach angeboten.

Internetauftritt

Übersichtliches Webdesign und eine nutzerfreundliche Navigationsstruktur – die Webseite des saarVV orientiert sich stark an den Sehgewohnheiten und Informationsbedürfnissen der Fahrgäste. Zudem ist sie auf eine möglichst barrierefreie Nutzung ausgelegt. Alles rund um den saarVV finden die Bürgerinnen und Bürger auf www.saarVV.de.

Newsletter

Mit dem Newsletter setzt der saarVV auf ein kundenorientiertes Online-Medium mit Mehrwert, das bei den Fahrgästen sehr gut ankommt. Sie erhalten Informationen zum Angebot des saarVV, zu den Verkehrsunternehmen im Verbund sowie viele Tipps zu Aktionen, Tickets und Veranstaltungen. Die Fahrgäste können sich direkt online zum Newsletter anmelden. Er wird den registrierten Abonnenten monatlich per E-Mail zugeschickt.

Soziale Medien

Der Instagram-Account @meinsaarVV und der YouTube-Kanal des saarVV sprechen insbesondere Schüler, Azubis, Studenten und junge Berufstätige an. Mit einer Mischung aus Informationen und Interaktion wird ein junges Image des ÖPNV in dieser Zielgruppe vermittelt. Schließlich sind die 14- bis 29-jährigen die ÖPNV-Nutzer der Zukunft. Über Xing werden Berufstätige und Azubis über Angebote wie das Job-Ticket und das Azubi-Ticket informiert.

Marketingaktionen: Kundengewinnung, -bindung und -information

Die Marketingkampagnen des saarVV tragen dazu bei, die Vorteile des ÖPNV sowie die Tarife und Serviceinstrumente des Verbundes bekannt zu machen.

Dabei ist es das maßgebliche Ziel, neue Fahrgäste für den ÖPNV zu gewinnen, bestehende Kunden zu halten und über Angebote oder Aktionen zu informieren. Die Kommunikationsmaßnahmen sind meist zielgruppenorientiert ausgerichtet, zum Beispiel für Senioren, Schüler, Berufstätige und Neubürger. Oder sie stellen imageorientierte ÖPNV-Themen, wie Umweltorientierung, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Sicherheit, Komfort, Serviceorientierung oder Verkehrsentlastung in den Fokus. Alle Kommunikationskanäle werden dabei eingesetzt – von Online über Print, Film und Radio bis hin zu Plakatwerbung und Promotion. Magazine und weiteres Informationsmaterial zu den Ticket- und Serviceangeboten des saarVV liegen in den Kundenzentren der Verkehrsunternehmen vor Ort kostenfrei aus oder können online heruntergeladen werden.

Zielgruppenorientierte Medien

Der saarVV bietet Fahrgästen und potentiellen Neukunden zielgruppenspezifische Medien und Angebote, die informieren, Mehrwerte offerieren und so zusätzlich zur Nutzung des ÖPNV motivieren. Für Senioren bringt der saarVV das Magazin „Aktiv & Mobil“ heraus, das Informationen, Anregungen und Tipps zum Thema Mobilität für die Generation 65plus beinhaltet. Spezielle Mitfahr-Angebote von Senioren für Senioren sollen zudem helfen, den Einstieg in den ÖPNV zu erleichtern. Das Magazin ist Teil des Projektes mobisaar, für das sich der saarVV engagiert. Jüngere Schüler werden in Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen im Saarland über Wege und Verkehrsmittel des saarVV beim Schulwechsel informiert. Junge Erwachsene spricht der Verbund über die sozialen Medien Instagram und Youtube direkt an, Berufstätige über Xing. Weitere Marketingaktionen optimieren das Image, erhöhen die Bekanntheit des saarVV und fördern den Dialog mit dieser wichtigen Zielgruppe. Um die Integration von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgerinnen sowie Flüchtlingen im Saarland zu unterstützen, hat der saarVV eine mehrsprachige Broschüre herausgebracht. Im Tourismussegment steigert die Verknüpfung touristischer Ziele mit dem ÖPNV-Angebot durch informative Broschüren, Mehrwert-Aktionen und Zusatznutzen für die Fahrgäste die Attraktivität von Bus & Bahn bei den Menschen.

Engagement

Nachhaltige Unterstützung der Region

Gesellschaftliches Engagement in der Region – auch das ist ein Eckpfeiler der nachhaltigen Kommunikationsstrategie des saarVV. Mobilität steht hier im Mittelpunkt – sei es in Form von gemeinnützigen Initiativen, Sportevents oder der Förderung von Aktionen gesellschaftlicher Gruppen und Organisationen für ein bewusstes, umweltorientiertes Miteinander im Straßenverkehr.

Der saarVV übernimmt als Verkehrsverbund des Saarlandes Verantwortung für die Region. Er fokussiert sich auf Projekte mit Nachhaltigkeit, die neben Umweltschutz auch eine Förderung des sozialen, kulturellen und sportlichen Bereichs mit sich bringen.

Ökonomie

Gesellschaftliche Verantwortung, wirtschaftlicher Nutzen

Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor für die Region

Die Leistungen und Angebote des saarVV und der beteiligten Verkehrsunternehmen stiften einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. Die Herausforderungen einer intakten Verkehrsstruktur – als entscheidende Grundlage für den ökologischen Erfolg unserer Gesellschaft – sind nur mit einem funktionierenden ÖPNV zu bewältigen.
So sichert der ÖPNV Arbeitsplätze vor Ort. Die Verkehrsunternehmen im saarVV sind attraktive Arbeitgeber für Fachkräfte und Spezialisten mit guten Beschäftigungsperspektiven, Aufstiegsoptionen und Arbeitsbedingungen. Insbesondere für junge Menschen bietet die Branche interessante Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe. So investieren die Verkehrsunternehmen im saarVV in den Wirtschaftsstandort Saarland und fördern die Region und ihre Einwohner. Ein gut ausgebautes ÖPNV-System im Saarland erhöht zudem die Attraktivität der Region und stellt die Basis, um Industrie- und Wirtschaftsunternehmen für den Standort zu gewinnen.

Veränderte ökologische Strukturen wirken sich direkt auf ÖPNV aus

Der saarVV sieht sich wirtschaftlichen Problemstellungen unserer Gesellschaft konfrontiert. Bei dem eher moderat steigenden Realeinkommen in Deutschland in den kommenden Jahren wird sich das Konsumverhalten weiter verändern. Die Sparneigung privater Haushalte nimmt zu. Mehrausgaben für Gesundheit und Altersvorsorge stehen hohe Energiekosten gegenüber, die wiederum die Mobilität verteuern. Die Kosten für den Individualverkehr und für den ÖPNV steigen, während gleichzeitig die Investitionsbereitschaft der Bevölkerung sinkt. Im Saarland gestalten sich dabei die wirtschaftlichen Bedingungen verglichen mit dem Bundesdurchschnitt negativer.

Minimierung der externen Kosten

Die eingesparten Verkehrsmittelnutzerkosten sind ein großes ökonomisches Plus des ÖPNV. Bei der Vermeidung der sogenannten externen Kosten, die als negative Folgen des Verkehrs entstehen, stellt er die bessere Alternative dar. Zu den externen Kosten zählen die Belastungen durch die Umweltverschmutzung und die Unfall- und Unfallfolgekosten. Busse & Bahnen verursachen deutlich weniger externe Kosten als Pkw. Hinzu kommt: Der gesamtwirtschaftliche Nutzen des ÖPNV übersteigt die Höhe der für den Betrieb eingesetzten Mittel im Durchschnitt deutlich und  die Bruttowertschöpfung ist auf einem hohen Niveau. Diese Vorteile spiegeln sich leider nicht im Preis der Verkehrsleistung wider. Dies führt dazu, dass die wichtige Rolle des ÖPNV zur Verbesserung des gesamten Verkehrssystems nur unzureichend wahrgenommen wird. Die Anlastung der externen Kosten würde das Zusammenspiel der Verkehrsträger und damit die Optimierung des Gesamtsystems stärken. Durch die Berücksichtigung der externen Kosten bei der individuellen Verkehrsentscheidung, könnte der Schaden für die Volkswirtschaft minimiert werden.

Wettbewerbsfähigkeit erhalten und erhöhen

Effiziente Leistungserbringung, Dienstleistungsorientierung und kundengerechte Angebote verbunden mit einer konsequenten unternehmerischen Ausrichtung tragen dazu bei, dass der saarVV als wirtschaftlicher Faktor eine wichtige Rolle einnimmt. Fakt ist: Die Verkehrsunternehmen im saarVV müssen sich immer wieder dem Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern stellen – und das mit einem begrenzten finanziellen Spielraum. Ein funktionierender, für alle soziale Gruppen zugänglicher und relevanter ÖPNV ist  von Zuschüssen und Unterstützungen abhängig. Dieser Umstand wird sich im Zuge der anstehenden gesellschaftlichen Veränderungen weiter verstärken.

1 x mehr
kostet der PKW-Verkehr in einer deutschen Großstadt die öffentliche Hand und die Allgemeinheit im Vergleich zum ÖPNV
Mit 0-1 %
erzeugt der PKW-Verkehr die höchsten externen Kosten im Vergleich der Personenverkehrssysteme
Über 1 %
trägt der ÖPNV in Deutschland aus eigenen Mitteln zur Deckung seiner Kosten bei

© Quelle6

Zahlen und Fakten

Der saarVV bewegt Menschen

saarVV in Zahlen: Fahrgäste, Mitarbeiter, Fahrzeuge und mehr

Insgesamt 14 Verkehrsunternehmen erbrachten in 2020 mit 2.216 Mitarbeiter/-innen und 770 eigenen Fahrzeugen rund 45 Mio. Fahrplankilometer. Die Zahlen sind Beleg für die Mobilitätssicherung durch den saarVV im Saarland.

Geschäftsjahr 2020: Corona und seine Folgen für die Gesellschaft und den ÖPNV

2020 wird als ein außergewöhnliches Jahr in Erinnerung bleiben. Die weltweite Pandemie durch Covid-19 hat unser Leben in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen grundlegend verändert. Für den saarVV bedeutete die Corona-Pandemie einen bisher einzigartigen Einschnitt mit noch nicht absehbaren Folgen.

Die Nachfrage im ÖPNV ist im Frühjahr 2020 eingebrochen, als Geschäfte schlossen, Industriebetriebe ihre Produktion zurückfuhren und immer mehr Menschen vorwiegend im Homeoffice arbeiteten. Durch die Lockerungen im Sommer verbesserte sich die Lage. Doch mit dem zweiten Lockdown im November gingen die Fahrgastzahlen wieder zurück. Sie lagen zwischenzeitlich bei über 25 % unter dem Vorjahreswert. Das wirkte sich auch auf die Einnahmen aus. Wann diese Zahlen wieder das alte Niveau erreichen werden, bleibt offen.

Doch Bus und Bahn standen auch für ein Stück Sicherheit und Normalität in Krisenzeiten. Während das gesellschaftliche Leben größtenteils brach lag, sind die Verkehrsunternehmen im saarVV weitergefahren und haben damit das Land mobil gehalten. Trotz verminderter Nachfrage fuhren Busse und Bahnen mit wenigen Einschränkungen weiter – damit die Menschen mit ausreichend Platz mobil blieben. Hierfür mussten die Verkehrsunternehmen im saarVV verstärkt Hygienekonzepte umsetzen. Das zeigt, wie systemrelevant der ÖPNV auch in der Krise ist.

Wichtigstes Ziel war und ist es, das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen. Denn die Einstellung und das Verhalten der Menschen haben sich durch Corona verändert. Die Menschen zeigten angesichts der Auswirkungen von Covid-19 ein höheres Sicherheitsbedürfnis hinsichtlich Infektionsrisiken und des Aufenthalts an öffentlichen Orten mit mehreren Personen. Dazu gehörte auch der ÖPNV, obwohl nach einer unabhängigen Vergleichsstudie der Charité Research Organisation (CRO) keine erhöhte Infektionsgefahr in Bussen und Bahnen nachgewiesen wurde.

Auf diese Situation galt es zu reagieren. Dementsprechend hat der saarVV im Frühjahr 2020 schnell entschieden, die Initiative zu ergreifen – mit der Kampagne „Wir steigen wieder ein!“. Ziel dieser Informationsinitiative war es, die Bürgerinnen und Bürger darüber zu informieren, dass man auch in diesen Zeiten sicher mit Bus und Bahn fährt. Zum Symbol dieser Kommunikationsmaßnahmen wurde die Mund-Nasen-Bedeckung. Sie prägt ein neues Alltagsbild der Menschen in der Öffentlichkeit und im ÖPNV, was sich auch in den Darstellungen und Bilder in diesem Verbundbericht widerspiegelt.

Zudem war es wichtig darzulegen, dass der ÖPNV im Saarland effiziente, umweltfreundliche und leistungsstarke Mobilität für alle bietet. Vor allem der ökologische Aspekt von Bus und Bahn sollte in Krisenzeiten verdeutlicht werden. Denn der Klimawandel machte in Corona-Zeiten keine Pause.

Auch der Aspekt der Barrierefreiheit zur Mobilitätssicherung von motorisch und sensorisch eingeschränkten Menschen im ÖPNV rückte im Zuge der Pandemie in den Hintergrund. Innerhalb des Projektes „mobisaar – Mobilität für Alle“ mussten die Mobilitätslotsen ihre Hilfestellungen zeitweise einstellen. Trotzdem war es dem saarVV wichtig, dass Lotsenprojekt zur Unterstützung eingeschränkter oder älterer Mitmenschen am Laufen zu halten und in der Erinnerung der Menschen zu lassen. Das gelang u. a. mit der Realisierung einer Festschrift und eines Jubiläumsfilms zu „Fünf Jahre mobisaar“ sowie mit einer groß angelegten Verteilung von Informationsbroschüren Ende 2020.

Für den saarVV waren und sind die Herausforderungen in der Corona- Pandemie hoch. Es liegen aber auch Chancen darin, wenn sich eingefahrene Muster verändern. Ein Beispiel dafür ist die Digitalisierung der Vertriebsstrukturen und Produkte. Die Verkehrsunternehmen im saarVV mussten während der Pandemie schnell agieren, um die Fahrgäste und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich vor Infektionen zu schützen. Daher war es logisch und konsequent, den Barverkauf einzustellen bzw. zu minimieren. Hier hatte der saarVV in den letzten Jahren entscheidende Weichenstellungen getroffen und umgesetzt. Dazu gehörte die Einführung von eTicket und HandyTicket. Durch die Umsetzung und Modernisierung der Saarfahrplan-App und des Online-Abo-Shops auf der Internetseite des saarVV besaßen unsere Kundinnen und Kunden direkt die Möglichkeit, die Abo-Tickets kontaktlos zu bestellen.

Mit Ende der Corona-Krise wird der saarVV nicht nur Fahrgäste zurückgewinnen wollen, sondern auch neue Kundinnen und Kunden ansprechen. Dafür steht die Tarifreform im saarländischen ÖPNV, die – verschoben durch die Pandemie – am 01.07.2021 startete. Ziel der Tarifreform ist es, das Tarifsystem im saarVV einfacher und günstiger zu machen.

Es gilt also, den Blick nach vorne zu richten. Der ÖPNV im Saarland hat in der Krise Leistungsstärke und Zuverlässigkeit gezeigt. Er bleibt innerhalb einer notwendigen Mobilitätswende ein wichtiger Akteur, denn er ist ein Baustein für einen klimafreundlicheren Verkehr. Das gilt umso mehr, wenn sich Pendler- und Verkehrsströme nach Corona wieder normalisieren und Staus in den Innenstädten mit sich bringen.

1
Linien
1
Haltestellen
1 Mio.
Fahrplankilometer
1
Fahrkartenautomaten

Verkehrs-
entwicklungsplan

Neuaufstellung des ÖPNV im Saarland

Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV: Handlungskonzept für den Nahverkehr im Saarland

Das saarländische Verkehrsministerium arbeitete in 2019 weiter an dem Entwurf des neuen Verkehrsentwicklungsplans (VEP). Dieser beinhaltet eine tiefgreifende Analyse und ein konkretes Maßnahmenpaket für den ÖPNV im Saarland auf Basis von evaluierten Daten. Als Grundlage haben Planungsbüros auf Basis von Befragungen, Modellrechnungen und Bewertungen Konzepte für die Umsetzung des künftigen Schienen- und Busnetzes erarbeitet. Im Mittelpunkt des Maßnahmenkatalogs stehen auch günstigere und einfachere Tarife sowie der strategische Ausbau des Bus- und Schienennetzes, damit sich das ÖPNV-Angebot weiter verbessert. Die Optimierung soll ein wesentlicher Baustein in der Verkehrswende und im Klimaschutz sein.

Laut den Berechnungen der Planungsbüros lassen sich die Nutzerzahlen im saarländischen ÖPNV um 10 % steigern. Denn über 60 % der Menschen im Saarland fahren nie Bus und Bahn. Dazu sind Investitionen in den ÖPNV notwendig, die nicht nur vom Land, sondern auch von den Landkreisen und Gemeinden getätigt werden müssen. Die komplexe Wabenstruktur steht auf dem Prüfstand. Eine Vereinfachung ist durch Pauschal- bzw. Flatrate-Tarife geplant, die spezielle Nutzergruppen ansprechen und preisgünstiger sind. Im Fokus steht zudem ein 9-Uhr-Abo- Ticket, gültig im gesamten Netz des saarVV, das Fahrgäste anspricht, die zeitlich flexibel sind.
Express-Busse, als schnelle Verbindung zwischen Städten, die auch Autobahnen nutzen und nicht an jeder Haltestelle halten, könnten das bestehende Liniennetz ergänzen. Es ist weiterhin geplant, Schienenstrecken mit positivem Kosten-Nutzen-Verhältnis zu reaktivieren. Auf Basis des Schienennetzes soll ein integriertes S-Bahn-Netz im Saarland entstehen, mit Direktverbindungen ohne Umsteigen, einem dichten Taktverkehr und eigenen Haltepunkten.

Das Verkehrsministerium rechnet mit einem Investitionsvolumen von 340 Mio. Euro für die von den Planungsbüros vorgeschlagenen Maßnahmen. Dazu sind Zuwendungen von Bund und EU notwendig. Auch das Engagement der Landkreise, Städte und Gemeinden ist entscheidend. Vor allem das Angebot im ÖPNV soll ausgebaut werden. Eine Tarifreform bringt neue Fahrgäste für Bus & Bahn, wenn auch Verbindungen, Service und Komfort ansprechend sind. Dazu gehören Pünktlichkeit, bessere Verknüpfung der Verkehrssysteme sowie Barrierefreiheit, Sicherheit, Information, Umweltorientierung und Sauberkeit der Stationen.

Hintergrund Verkehrsentwicklungsplan

Seit Inkrafttreten des bisherigen VEP ÖPNV im Jahr 1998 haben sich die Rahmenbedingungen im Nahverkehr verändert. Das Personenbeförderungsgesetz ist novelliert worden. Die Überarbeitung des saarländischen ÖPNV-Gesetzes ist erfolgt. Neue Wohn- und Gewerbegebiete sind entstanden. Veränderungen der Bevölkerungsstruktur, wie etwa der Alterung der Gesellschaft, stellen neue Anforderungen an den ÖPNV. Darüber hinaus ist ein Großteil der Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr per Ausschreibung neu vergeben worden. Seit 1998 sind einige Planungen des bisherigen VEP ÖPNV realisiert worden, bei anderen Plänen hingegen steht die Umsetzung noch aus. Somit entstand der Anlass, eine umfassende Bestandserfassung durchzuführen. Auf Grundlage des Status quo wird überprüft, welche Maßnahmen aus dem bisherigen VEP ÖPNV weiterhin einen hohen Nutzen aufweisen und auf welche verzichtet werden kann. Zudem sind Einzelgutachten zu unterschiedlichen Fragestellungen angefertigt worden. Diese sind jetzt aufeinander abzustimmen und für die Weiterentwicklung mit den strategischen Zielsetzungen für den Nahverkehr im Saarland abzugleichen.

Das saarländische Verkehrsministerium beschloss 2016, einen neuen Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV (VEP ÖPNV Saarland) aufzustellen, der auf aktuelle gesetzliche, demografische, raumstrukturelle und verkehrliche Rahmenbedingungen aufbaut. Ziel ist es, ein Handlungskonzept für den Nahverkehr im Saarland zu erarbeiten, das in der mittelfristigen Perspektive von 10 bis 15 Jahren umsetzbar ist. Bestandteile des VEP ÖPNV sind das Fahrtenangebot auf den Strecken des Schienenpersonennahverkehrs und des landesweiten Busliniennetzes. Hierfür werden Maßnahmen erarbeitet und u. a. das Fahrtenangebot, die Linienwege und der Infrastrukturbedarf bestimmt. Darüber hinaus werden Qualitätsstandards festgelegt und Vorgaben für den lokalen Nahverkehr definiert, die von den jeweiligen Aufgabenträgern entsprechend berücksichtigt werden sollen.

Der Verkehrsentwicklungsplan ist eine „zukunftsweisende Weichenstellung für die Stärkung des ÖPNV im Saarland. Wir wollen den gesamten ÖPNV einfacher, günstiger und besser machen. Vieles machen wir schon, wie Tarifoffensiven, Qualitätsverbesserungen oder die Reaktivierung der Schienenstrecke Homburg – Zweibrücken. Für andere Maßnahmen wird noch Geld benötigt. Man kann sich aber nur für bestimmte Maßnahmen entscheiden, wenn man ein Gesamtbild und eine objektive Bewertung hat – das wird der VEP ÖPNV sein.“

(Anke Rehlinger, Verkehrsministerin des Saarlandes)

Finanzhilfen

Gesetz schreibt landesweiten Verkehrsverbund und gemeinsamen Verbundtarif für alle Betreiber des ÖPNV im Saarland fest

Finanzierung

Durch verbundbedingte Belastungen entstehen den Verkehrsunternehmen im saarVV zusätzliche Kosten und Einnahmeausfälle. Die Landesregierung gleicht dieses Defizit auf Grundlage eines Finanzierungsvertrags teilweise aus, um so die Initiative und Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen zu fördern. Daneben unterstützt das Land die Verkehrsunternehmen beim Ausbau zukunftsfähiger Fahrgeldmanagements- und Auskunftssysteme.

Finanzhilfen der Aufgabenträger

Mit dem am 01.01.2017 in Kraft getretenen Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr im Saarland (ÖPNVG) wurde der bisher auf vertraglicher Basis vereinbarte landesweite Verkehrsverbund auf Schiene und Straße sowie der gemeinsame Verbundtarif verpflichtend für alle Betreiber des ÖPNV im Saarland vorgeschrieben.
Das Gesetz schreibt Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen vor, den ÖPNV im Rahmen vorgegebener allgemeiner Vorschriften zu gestalten. So wird der gemeinsame Verbundtarif als eine gemeinwirtschaftliche Verpflichtung der Verkehrsunternehmen aufgrund einer allgemeinen Vorschrift gemäß Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23.10.2007 über öffentliche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße vorgegeben. Be- stehende Haustarife, die ausschließlich räumlich begrenzt innerhalb des Saarlandes gelten, sollen nach Inkrafttreten dieses Gesetzes in den Verbundtarif integriert werden.
Die gesetzlichen Vorgaben erfordern eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen der Aufgabenträger-Ebene und den Verkehrsunternehmen. Daher verpflichtet das ÖPNV-Gesetz den Verbund der Aufgabenträger und den Verbund der Verkehrsunternehmen zur vertrauensvollen Zusammenarbeit und Abstimmung.

Kooperations- und Dienstleistungsvertrag: Weiterentwicklung des saarVV

In Ausgestaltung dieser gesetzlichen Verpflichtung wurde diese Zusammenarbeit und die weitere Entwicklung des Verkehrsverbundes zum 01.01.2017 in einem Kooperations- und Dienstleistungsvertrag (KDV) zwischen dem Saarland, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, dem Zweckverband Personennahverkehr Saarland ZPS und der SNS Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH vereinbart.

Die Vertragspartner streben gemeinsam die Weiterentwicklung des Verbundes im Sinne der Ziele und allgemeinen Anforderungen des ÖPNV-Gesetzes an, um den sich wandelnden gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen, den Anforderungen an einen nachhaltigen Umweltschutz sowie den Anforderungen der Fahrgäste Rechnung zu tragen. Mit dem Ziel einer Erhöhung des Anteils der ÖPNV-Nutzung im Modal Split arbeiten sie bei der Planung und Verwirklichung des Angebots im ÖPNV des Saarlandes vertrauensvoll zusammen. Zur Vertiefung dieser Zusammenarbeit wurde ein Beirat aus Vertretern des für den ÖPNV zuständigen Ministeriums des Landes, dem ZPS sowie der SNS gebildet.
Der Beirat nimmt die ihm nach dem KDV zugewiesenen Aufgaben beratend und empfehlend wahr. Darüber hinaus befasst er sich mit der Entwicklung des ÖPNV im Saarland, insbesondere um die Zielerreichung und Maßnahmenumsetzung aus dem KDV. Erste Ziele aus dem KDV wurden umgesetzt, wie z. B. die Änderungen beim JobTicket und die Einführung eines Kurzstreckentarifs.

Übersicht der Finanzhilfen

Die Aufgabenträger fördern den Verbundverkehr im saarVV durch nachstehende Finanzhilfen:

  • Gewährung eines Ausgleichsbetrages an die nach § 14 Abs. 1 Satz 3 ÖPNVG berechtigten Unternehmen zur Förderung des Ausbildungsverkehrs (Preis- Kosten-Ausgleich, bis 31.12.2016 45a)
  • Gewährung zweckgebundener Finanzmittel gemäß § 15 Abs. 1 ÖPNVG an die kommunalen Aufgabenträger (Rechtsverordnung zur Gewährung der ÖPNV-Pauschale gemäß § 15 ÖPNV-Gesetz).
  • Kooperations- und Dienstleistungsvertrag (KDV), Ausgleich von verbundbedingten Kosten
:
    • für verbundbezogene Personal- und Sachaufwendungen der SNS
    • für das bei der SNS geführte verbundbezogene Call- & Abo-Center und für Maßnahmen zur Umsetzung der Zielstellungen bzw. projektbezogene Maßnahmen aus dem Kooperations- und Dienstleistungsvertrag
17,1 Mio
Bundeshfinanzhilfen nach dem Entflechtungsgesetz
11,5 Mio.
Erstattungsleistungen der Länder für ermäßigte Zeitfahrausweise im Ausbildungsverkehr

© Quelle7,8

„Es hat höchste Priorität, das Vertrauen der Fahrgäste in den ÖPNV zurückzugewinnen.”

Tarifreform macht das Angebot von Bus & Bahn einfacher, günstiger, serviceorientierter und damit konkurrenzfähiger

Interview mit Elke Schmidt, Geschäftsführerin der SNS GmbH zu den Plänen und Zielen des saarVV

Frau Schmidt, welche Auswirkungen hatte und hat die Corona-Pandemie auf den ÖPNV im Saarland?

Elke Schmidt: Der ÖPNV war auch in der Corona-Krise als systemrelevante Branche und unverzichtbarer Bestandteil der Mobilität für die Fahrgäste verfügbar. Die Verkehrsunternehmen haben in dieser schwierigen Situation ihr Bus- und Bahnangebot nahezu komplett aufrechterhalten, um die Mobilität der Menschen sicherzustellen. Allerdings sind die Fahrgastzahlen massiv eingebrochen. Die erlittenen Einnahmeverluste der Verkehrsunternehmen sind hoch. Positiv ist, dass viele Abonnentinnen und Abonnenten uns bisher die Treue halten. Es sind primär die Gelegenheitskunden, die fehlen. Zudem gewinnen wir momentan kaum Neukunden hinzu. Dies ist die Folge des durch den Corona-Virus veränderten Gesellschaft- und Arbeitslebens. Abstandsregeln, Zugangsbeschränkungen, besondere Anforderungen an die Hygiene, Homeoffice, Kurzarbeit, Jobverlust, eingeschränkter Schul- und Universitätsbetrieb und die Absage von Großveranstaltungen sorgen dafür, dass weniger Menschen den ÖPNV nutzen. Dabei haben die Verkehrsunternehmen in kürzester Zeit Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt, damit die Fahrgäste auch in Corona-Zeiten sicher im ÖPNV unterwegs sind. Damit das so bleibt, nehmen wir weiterhin große Anstrengungen auf uns und klären die Fahrgäste mit Hilfe von Informationsinitiativen über die sichere Nutzung von Bus und Bahn auf. Die Finanzierung des ÖPNV als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge stellte in diesem Jahr eine zusätzliche Belastung für die öffentlichen Haushalte dar. Die Verkehrsunternehmen konnten während der Krise kaum Einsparungen realisieren, da sie ihr reguläres Angebot aufrechterhalten haben. Besonders wichtig für die Branche war der „ÖPNV-Rettungsschirm“, sprich die Corona-Billigkeitsleistungen von Bund und Land. Auch die Tarifreform im ÖPNV verschob sich angesichts der Corona-Pandemie, wird aber seit Juli 2021 umgesetzt.

Was erwarteten Sie sich von der Tarifreform?

Elke Schmidt: Bis zu Beginn der COVID-19-Pandemie waren wir auf einem guten Weg hin zu der notwendigen Verkehrswende, die den ÖPNV stärker in den Fokus nimmt und das Angebot für die Fahrgäste optimiert. Corona und die Folgen verzögerten die Umsetzung der Tarifreform der Landesregierung und der Verkehrsunternehmen. Zwischenzeitlich wurde darüber diskutiert, wie die Auswirkungen der Corona-Krise auf den ÖPNV die Tarifreform beeinflusst. Aber ein Abwarten bis hier Klarheit herrscht, hätte die Umsetzung der Tarifreform weiter verzögert. Deshalb wurde beschlossen, die neue Tarifstruktur am 01.07.2021 einzuführen. Das Wabensystem wird zwar grundsätzlich beibehalten, rückt aber mehr in den Hintergrund durch die neuen Flat-Angebote im Abonnement. Insgesamt wird das Angebot einfacher, günstiger, serviceorientierter und damit konkurrenzfähiger. Die Tarifreform soll so dazu beitragen, im Saarland mehr Menschen für Bus & Bahn zu begeistern. Im Mittelpunkt stehen die neuen Angebote und die Ticketpreise. Der Preis ist aber nicht unbedingt der alleinige Faktor warum Kunden den ÖPNV nutzen. Eine große Rolle spielen ein zuverlässiges, komfortables, gut ausgebautes Angebot, eine hohe Serviceorientierung und eine moderne Ausstattung. Informationen sollen schnell und leicht verständlich bei den Fahrgästen ankommen. Ein flächendeckendes Angebot bleibt wichtig, damit allen die Möglichkeit gegeben wird, den ÖPNV zu nutzen. Zudem ist die Barrierefreiheit ein maßgeblicher Aspekt bei der Modernisierung. Das alles trägt zu einem positiveren Image des ÖPNV bei, muss aber auch finanziert werden. Bei der Modernisierung des ÖPNV spielten auch Digitalisierung und Services eine entscheidende Rolle.

Welche Möglichkeiten sehen Sie bei der Digitalisierung für den saarVV?

Elke Schmidt: In allen gesellschaftlichen Bereichen haben technische Innovationen Einzug gehalten und die Arbeitswelt kontinuierlich verändert. Dieser Trend wird sich infolge der schnellen Entwicklungen innerhalb der Digitalisierung in den nächsten Jahren fortsetzen. Diese Durchdringung mit Informations- und Kommunikationstechnologien wird auch das Gesicht der ÖPNV-Branche und des saarVV prägen. Dabei bietet die Digitalisierung den ÖPNV-Unternehmen viele Chancen. Das gilt für die Kundenbindung und -gewinnung, die Optimierung von Prozessen, die Senkung von Kosten, eine bessere Transparenz und schnellere Reaktion durch optimierte Datenauswertung sowie die Optimierung im Fahrbetrieb. Zukunftsorientierte digitale Module finden sich im saarVV heute schon in Fahrplanauskunftssystemen mit Echtzeitdaten (saarfahrplan-App). Der Papierfahrschein wird schrittweise durch elektronische Tickets und Online-Tickets ersetzt, wie das Handyticket oder das eTicketing-System des VDV mit Chipkarte. Dazu werden auch die neuen Bezahlarten POB (Postpaid-Berechtigung) und WEB (Werteinheitenberechtigung) für die eTicket-Chipkarte beitragen. Das Smartphone wird zunehmend eine größere Rolle spielen, wenn die Sicherheit, z. B. durch die Umsetzung und Einführung des VDV Barcode mobile+, bei der Kontrolle von Online-Tickets per Smartphone signifikant erhöht wird. Ziel des ÖPNV ist es, Mobilität für den Kunden bereitzustellen. Dafür ist Kommunikation mit den tatsächlichen und potenziellen Nutzern eine wesentliche Voraussetzung. Die Digitalisierung bietet dabei große Chancen, diese Prozesse schneller und effizienter abzuwickeln. Die Differenzierung des Mobilitätsverhaltens in verschiedenen Nutzergruppen durch veränderte Lebens- und Arbeitswelten, wie z. B. das Homeoffice, nimmt zu. Mobilitätsbedürfnisse werden somit vielschichtiger. Gleichzeitig stehen die Mobilitätsangebote im Wettbewerb. Die Ansprüche der Menschen sind umfassender und erfordern daher immer mehr individualisierte Leistungsangebote. Sie wollen schnelle Kommunikation über einen einfachen Registrierungs-, Buchungs- und Zahlungsprozess sowie geringe Zugangsbarrieren.Digitalisierung bringt auch Herausforderungen mit sich. Dazu gehört insbesondere das Thema Datenschutz und die Gewährleistung der Datensicherheit. Neben der Technik müssen auch die personellen Ressourcen und deren Qualifikationen geschaffen werden – auch das geht nicht von heute auf morgen. Die Digitalisierung der nächsten Jahre sollte vor allem dazu beitragen, den ÖPNV zu stärken, indem er durch digitale Mobilitätsangebote mehr denn je eine echte Alternative zum motorisierten Individualverkehr darstellt. Nachhaltigkeit bleibt dabei auch in Corona-Zeiten ein entscheidendes, gesellschaftliches Thema. 

Wie kann sich der ÖPNV im Saarland noch deutlicher als umweltfreundliche Alternative zum PKW positionieren?

Elke Schmidt: Der Klimawandel macht keine Corona-bedingte Pause. Sicher ist, ohne Busse und Bahnen werden wir die angestrebten Klimaziele nicht erreichen. Es gilt daher immer wieder aufs Neue, die Möglichkeiten für eine Verbesserung der Umweltqualität durch den ÖPNV herauszustellen. Mit Bus und Bahn kommt es gegenüber dem Individualverkehr zu einer klimaschonenden Verkehrsverlagerung auf Basis emissionsärmerer Technologien. Der ÖPNV verursacht in Deutschland im Vergleich zum Pkw durchschnittlich weniger als die Hälfte an CO2-Emissionen. Die gemeinschaftliche Beförderung vieler Menschen benötigt weniger Energie als individuelle Fahrten oder Einzeltransporte. Hohe Spritpreise, steigendes Verkehrsaufkommen und zunehmende Umweltbelastung sprechen gegen die ständige Nutzung des Pkw und für den ÖPNV. Daher sieht es der saarVV als seine Aufgabe an, mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen den Teilnehmern des motorisierten Individualverkehrs zu verdeutlichen, dass sie im Sinne der Sparsamkeit und aus ökologischen Gründen verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollten. Denn insgesamt fährt man mit Bus und Bahn kostensparender und umweltschonender. Vor allem für Pendler und Vielfahrer lohnt es sich, zu überprüfen, wie groß die Einsparpotenziale sein können.

Inwiefern stellen die Veränderungen, die sich durch die Corona-Krise ergeben, eine Chance für den ÖPNV dar?

Elke Schmidt: Es ist noch nicht absehbar, ob die Corona-Krise und ihre Folgen auch Chancen für den ÖPNV bieten. Die Potenziale der Digitalisierung können dabei eine wichtige Rolle spielen – insbesondere bei flexibleren Ticketing-Angeboten, die auf ein individuelleres Nutzerverhalten eingehen. Es ist dabei zu beobachten, ob die Menschen auch künftig mehr im Homeoffice arbeiten und weniger Wege zum oder vom eigentlichen Arbeitsplatz zurücklegen. Dann würden sich mehr Berufstätige als bisher die Frage stellen, ob die hohen Fixkosten eines eigenen PKW noch nötig sind. Für eine Rückkehr der Fahrgäste nach Beendigung der Corona-Krise spricht, dass Bus und Bahn sichere und klimafreundliche Verkehrsmittel sind. Umfragen und Studien belegen, dass die Mehrheit der Fahrgäste bereit ist, den ÖPNV nach der Impfung des Großteils der Bevölkerung wieder so zu nutzen wie vor der Ausbreitung des Corona-Virus. Mit dem Abklingen der Pandemie und dem Rückgang von wirtschaftlicher Unsicherheit und Kurzarbeit erwarten wir Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger. Das wäre auch gut so, denn dem ÖPNV kommt eine Schlüsselrolle für das Gelingen der Verkehrs- und Klimawende zu. Deshalb werden weitere Finanzmittel und Förderkonzepte nötig sein, damit die Verkehrsunternehmen die Folgen der Corona-Krise überwinden können. Nur so können kurz- und mittelfristige Verluste aufgefangen werden, damit die nachhaltigen Verkehrsträger Busse und Bahnen in Zukunft stark bleiben.

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